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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 5 (1865) · p. Seite 18

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
5 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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Lerdeir «,nn MostS de« SolimanS-GebirgeS und anderer dortiger PläHe schon sehr alt seien, durchaus nicht zu leugnen fei. Nepen der alten patriarchalischen Regierung und der Gcltu -öden erwähnten mosaischen Gesetzes bezüglich der ratdung der Witwen älterer Brüder an jünger« keine Kinder vorhanden sind, wirb auch da- Gebot beobachtet, wonach Leben für Leben, Äuge für Zahn für Zabn gebüßt werden muß, das furchtbare ,Jex talionis“, wie Elphinstone berichtet. Unter den wilden beutegierigen Affghanen, wild und gesetzlos wie die Winde, welche durch ihre trostlosen Sch uchten und schneededrckten Berggipfel stürmen, auSgestattet mit der rohen Kraft de- Wildrn und der Bebachlfamke« und Schlauheit ctvilisirter Nationen, herrschen beständige Fehden, ähnlich denen der hochschottischen Elan«. Eine ber^ streit», süchtigsten und qefürchretsten TribuS nennt sich Ätamm Joseph, oder Ephraim, ober Ephraim und Manasse, der stehend auS stolzen, Unruhigen, insolenten, jede Autorität verachtenden kriegerischen Hirten, welche fast beständig an dem Eadul und JnduS auf Beute lauern, wie vielleicht ihre Ahnen früher am Horeb und Sinai. I . Dicht bei den Wohnstätten des unbezähmbaren Stammes Joseph liegt Ashnagar, wo sich der Behar.-Klu» mrt dem.Indus vereinigt, und östlich von letzterem Flusse welcher vermuthlich mit dem JsagoroS oder Zfaxaro« des PtolemäuS identisch ist. zieht sich daS sogenannte Z udengebirge hin, welches westlich an daS Thal von Ka chmir grenzt.'- Die Bücherrollen mit dem alten Testaktente, welche man noch unter den schwarzen Juden von Malabar anrriffl, sind auf röche Aiegenhäute geschrieben, welchl nach Förster auS CaShmere stammen. Westlich von dem fände dieses Stammes liegt Zoblestan, südlich von Khoro ssan: diese« Zoblestan oder Zabulon-estan wird für das Land Zebulan gehalten. Die Bewohner desselben nennen sich wie alle Affhganen „Beni Israel". Bemerkenswert! ist, daß PtolemäuS die hier wohnenden Stämme „Aristoph plot" oder Edelleute nannte. Zu den merkwürdigsten Niederlassungen dieses si aderbaren Volkes gehören die in Eochin und Malabar wo schwarze und weiße Juden wohnen. Die letzteren n ollen sich al« Abkömmlinge von Juden gehalten wissen, « elche nach der Zerliörung der Stadt und de« Tempels in ' serusalem durch Titus hierher flohen, «ährend die fchw irzen behaupten, ihre Ahnen seien durch Neducadnezar hiwher getrieben worden, welcher nicht minder thätig für Eb Ionisation wirkte, alS die alten Römer. So weit entferr t sie von der ursprünglichen.Heimath wohnen, haben sie doch von jeher durch den Osten eine siete Verbindung mit den übrigen Juden unterhalten. Die schwarzen Juden von Eochin behaupten, noch Erinnäungen an die Zeit zu besitzen , al« ihre Ahnen gefangen am Euphrat lagen und ihre vergangene Zeiten beweinten. Dr. Duchanan, welcher zweimal Eochin bereiste, um sich über diese ReminiScenfen zu belehren, fand, daß die weißen Juden einzig ein« Bibel besaßen, welche in Pergament gebunden, jedoch ein ganz modernes Aussetzer be- *) Da« Obige ist unS nicht recht verständlich. EiaASdragar gibt Lchornton weder in seinem „Indien" noch in den „<K enzlanbern Indiens" an. Lom Bebak (Dlckelum) kann man licht wobl 'agen, er ergieße 6rb in den Jndu», und den IlagoroS des PtolemäuS kennt weder Forbizer noch Lbr. Lasten. D. R«c>. faß, während sich in der Synagoge der schwarzen Juden «in alter Schrank vorfanb, weicher alte, ziemlich verwitterte Schriftstücke enthielt; er besah sich die letzteren, hielt sie jedoch von geringer Bedeutung. Es waren Manuscripte verschiedener Art, auf Pergament, auf rotheS Ziegenleder und auf Laumwollpapier geschrieben; demerkenSwerth ist noch, daß di, Kunst, Leder zu färben und darauf zu schreiben, schon zu MoseS Zeiten bestand. Oie weißen Juden, welche die schwarzen als eine geringere Kaste betrachten, zeigten Buchanan eine alte messingene Platte, auf welch, der ihnen von einem Könige von Malabar im Jabr d-r Wett 4250 over 490 n. Ehr. verllehene Freibrief eingegraben war; nebstdem besagen sie eine Erzählung in hebräischer Sprache, welche di« Flucht ihrer Ahnen vor Titus behandelte und wie ihnen dann andere Juden von Judäa gefolgt wären, welche die silbernen. Trompeten vor der Zerstörung des zweiten Tempels gerettet hätten und mit sich brachten; eS fei später ein Streit zwischen ihnen entstanden, was die eine Partei bewog, die Hilfe eines indischen Fürsten nachzusuchen; dieser sei gekommen mit einem mächtigen Heere, habe ihre Häuser, Paläste und feste Schlösser genommen viele der Ihrigen getödtet, andere in Gefangenschaft geschleppt und endlich seien sie in Folg«' der fortgesetzten Verfolgung durch die bigotten Portugiesen, die habsüchtigen Holländer und die blutdürstigen indischen Herrscher zu dieser Schwache, Armuth und Erniedrigung herabgesunken. Spater gelangte Förster in Besitz zweier hebräischer Handschriften, deren eine auf Pergament, die andere auf rothe»" Ziegenlrder, in vorzüglicher Vollendung auSgeführt waren; ein Ofstcier hatte dieselben durch einen jüdischen Hohenpriester in Eochin erhalten. DaS eine Schriftstück «rwieS sich al« eine Eopie des BucheS Esther, während das andere eine Schilderung der. Geschichte dieser Juden enthielt, ihrer Wanderungen und Leiden feit den Tagen, „wo sie ihre Harfen an den Wassern von Babylon aufhingen." Diese Erinnerungen waren ursprünglich in bronzene oder kupferne Platten eingravirt, ursprünglich in hebräischer Sprache, der letztere Theil in malabarischer mit entsprechenden Schriftlichen. Diese Tafeln waren vor ungefähr 100 Jahren von den Holländern gestohlen und nach Amsterdam gebracht worden. Die Juden sandten einige ihrer gelehrten RabdiS nach Holland und ließen Eopien anfertigen und eine derselben war eS, die in Försters Hände gelangte. Einige der ursprünglichen Kupfertafeln auS der Zeit NebucadnezarS waren, wie leicht erklärlich, unleserlich geworden, aber man hatte schon vorher Eopien in malabarischer Sprache angefertigt, so daß also die Vollständigkeit jener Aufzeichnungen gesichert blieb. Eldad, der Danile, fand Reste der verschollenen zehn Stämme unter den Tarraren; so lehr man sich sonst über diese Behauptung lustig machte, so hat sich dieselbe dennoch alS richtig erwiesen und e« ist Tharsache, baß di« Ehozaren durch xine groß« hebräische Colonie zu Ansehen gelangten und daß die Fürsten dieses großen ratarischen Stamme« Juden waren. Förster hebt hervor, daß der erste Name, welcher ihm in PtolemäuS Land der Chozarez, auffiel, der des „ToS Manasse", „des weit verbannten Manasse" war; nebstdem fand er den Namen des Volke« von „Macha", welcher Name von Eldad für den Wohnsitz der verschollenen Stämme Simeon, Ephraim und Manasse bezeichnet wird.

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