Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 5 (1865) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
5 (1865)
Date
1865-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4908862-5999392-6026716--2887-4911160
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Jüdisches Volksblatt. \ i Zür Belehrung mii) Unterfjaftung auf jüdischem ^ekiete. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig PhiliPPson in Bonn. Mo. 5. 1865.^ Bo» vieler 3rl«1<k«ift rrkSrint »öLeuUtch eine Nummer. PretO des Jahrgangs » Lylr. »imeliätna 7 % Sa»- HO« Buchhandlungen, Postämter und Z«ltuugs«k»ed>Noaen nehmeu BrNrNuagra [12. Jahrg. 1. Quartal.] Neuere Forschungen nach den verlorenen Judenstämmen. (21 u« beim „Ausland.") Unter der Uedecschrist „die ersten Eolonistm der Bibel" stellt Milton in einem inkeressanten neuen Äjerke „IKe slreaw uk life“ die von verschiedenn Seite geltend gemachten Vermulhungen über die zehn verschollenen Stämme Israels zusammen, mit dem Be, merken, daß noch niemand in dieser Beziehung durch Forschung zu irgendwie befriedigenden Resultaten gelangt sei. Wie Tylor in seinem Werke über Ayahuac mittheiit, kamen die Spanier sofort nach ihrem Einfalle in Vucaran und Mexiko, sobald sie Muße gefunden darren, über den Ursprung der'dortigen Bevölkeru»^»achzudenken, auf di« Idee, die verlornen Stämme ^«Mls vor sich zu haben. In der Thatl soll die Nase des rnexicanischen Indianers ganz das Gepräge einer jüdischen tragen und es ist vollkommen erklärlich, daß bei dem Aaschauea dieser ernsten schweigsamen Leute mit brauner Gesichtsfarbe, glänzenden Angen und' Adlernasen derartig« Vermulhungen auftauchen konnten. Andere, stomenttich englische Forscher wollen jene zehn Stämme in den Rothhäuten Norvamerikas wieder finden. Früher wollten andere Forscher die verschollenen Stämme an der Küste von China aufgefunden haben, wieder andere dieselben in den Nestorianern Kurdistans erblicken. Jours, welcher gleichfalls feine Ansicht über diese Frage aussprach, gl!audt die Affghanen für die Rest« jüdischer Rare betrachten zu sollen und Vieser Ansicht wird gegen, wärtig von vlerschiedener Seite beigepflichtet. Diese Affghanen nennen sich „Ben Israel" oder Kinder Israels, auch „Bunnie Israel" ober Söhn« Israels, weisen jedoch «ntschiedtu die Bezeichnung ,,Vadoudi" ober Juden zurück^ Eine sehr kriegerisch« TriduS der Affghanen nennt sich Sthmm Joseph;, dieser Stamm zeigt den charakteristischen jüdischen GesichtStvpus in auffallendster Form und ist höchst empfindlich gegen die spöttische Weise, mit welcher das!Thema ihre« Ursprungs von verschiedener Seite adgehandelt wurde. Die jüngeren Brüder heirathen in diesem Stamme di« Witwen ihrer älteren Brüder ge» nau nach dem alten mosaischen Gesetze, welcher Umstand, zusammengehalten mit den ausgeprägt jüdischen Physto, gaomien, jener Ansicht gxoßes Gewicht verleibt. Der bekannte Dr. Wolf, ein gebvrner Jude, welcher «inen großen Theil von Affghanistan bereiste, erklärt zwar im allgemeinen die Physiognomie der Affghanen nicht ge, rad« für «in« jüdische, gibt dies aber für zwei Stämme Juffuffie und Kheiderra genannt — entschieden zu. Moorcroft vindicirt aber dem ganzen Volksstamme brr Affghanen eine ausgevrägt jüdische Gefichtsbildung. Am demerkenswerthestrn ist jedoch das. was sie selbst über ihre Herkunft erzählen. Demnach wären sie nach der Aerstörung des Tempels in Jerusalem durch Neducadnezar nach der Stadt Ghore verwiesen worben und hätlen sie ihren Namen von ihrem Führer Affghana erhalten, dem Sohne des Onkels von Azof, Sohn Berkia's und Enkel Saul», einem Vezier Süiomon»; sie hätten als Juden gelebt, bis sie von Kalib zum Kriege gegen die Ungläubigen wären aufgerufen worben, wo sie sich unter einem Führer gesammelt hätten, der den Titel Abdulraschid oder Sohn des Mächtigen erhalten habe. Später seien' sie nach Affgha» nistan gezogen und hätten dieses Land nie mehr verlaflen können. Elphinstone sagt über die höheren Elasten der Bevöl, ksrung von Radschputana, daß dieselben Affgjhanen seien und durch ihre stattliche Gestalt, ihre Adlernasen und überhaupt jüdische Züge ihm sehr aufgefallen seien. Auch am Hofe des Radschas jener Provinz machte er die gleiche Beobachtung wie ferner jenseits des JnduS. . Ein weiterer bemerkenswerther Grund für die Ansicht von Jones liegt femer in der überwiegenden Anzahl jüdischer Namen dei jenem Volke. Einer der ersten Plätze, welchen jener Stamm in Affghanistan besetzt«, ist daS Soliman- oder Salomons-Gebirge, von welchem ein Theil als „SalomonS-Throy" bezeichnet wird, während ein Gebirgszug unter dem Namen „Amram" bekannt ist; Amram war der Vater des Moses. Die Araber, welche möglicher Weise Kunde von jener Legend« der Affghanen durch Juden erhalten haben, die sich in Arabien niedergelaffen hattm, nennen jene „das Volk Salamo'S." Neben den beiden obigen Bezeichnungen für gewiffe Stämme finden sich noch andere jüdische, wie Stamm David, Stamm Esau, Salomon und Moses, Stamm Jsmael und Saul u. s. w. Förster macht in seinen „Monuments of Assyria“ auf das, große Interesse aufmerksam, welches diese jüdischen Abkömmlinge, die ganz vereinzelt unter den anderen mahommedanischen Stämmen dastehen, für genauere Untersuchungen darbieten. Derselbe hat. auf das sorgfältigste die Angaben Älterer Autoren mitten traditioneKen der Affghanen und ebenso die Geographie beS PtolemäuS mit den Berichten von Elphinstone verglichen und gelangte zu der Ueberzeugung, daß die Lstahrsahinlichkeit der Annahme, baß die Affghanen jüdischen Ursprungs uüd daß die Benennungen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.