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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 42 (1864) · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
42 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 verschiedenen Räumlichkeiten ,<t Gebäude-, die fämmtlich freundlich und wohnlich au-sahen und zweckmäßig eingerichtet waren, sich sonst aber wenig von ähnlichen Instituten unterscheiden, außer durch eine größere Reinlichkeit und durch etwas mehr Tageslicht, als man sonst in der» gleichen Häusern findet. Etwa zehn oder zwölf Mädchen, im Alter von zehn dis ungefähr siebzehn Zähren, wurden hier in den samcktlichen Fächern einer guten Mittelschule unterrichtet. Kein Bestandtheil einer gründlichen, sittlich religiösen Erziehung ward vernachläsiigt. Die Mädchen erhielten außer den allgemeinen Schulgegenständen auch im Hebräischen und in der Religion Unterweisung, nnd in einigen Zweigen ward die Lehrerin, die zugleich als Hausmutter fungirte, von fähigen Lehrern aus der Stadt unterstützt. Die Kleinen empfingen zugleich Anleitung in der Führung eines bürgerlichen Hauswesens und wurden so zum Stande der Hausfrauen zweckmäßig vorgebildet. Oer Reihe nach I wurden sie angehalten, der Hausmutter in der Küche und! bei den übrigen häuslichen Verrichtungen zu helfen. Auch! jetzt, wo wir die kleine Gesellschaft in der Erholungsstunde > überraschten, fanden wir kaum eine unter ihnen müßig. ' Einige waren mit leichten Verrichtungen im Garten beschäf-! tigt, andere hatten eine weibliche Handarbeit vorgenommen. ' wieder andere unterhielten sich mit einem Buche oder schrieben an ihren Aufgaben, und eine kleine muntere Brünette stand mir glühenden Wangen in der Küche und bereitete emsig die Abendmahlzeit für den hungrigen Verein. Das Institut wurde damals von Fräulein Weil geleitet, unter deren fähiger und wahrhaft mütterlicher Obhut die Kleinen sichtlich gediehen. Zn allen Fragen und Begebnissen einer sorgfältigen Erziehung stand ihr die reiche Erfahrung und das besonnene Urtheil eines so ausgezeichneten Pädagogen, als unser abgeschiedener Freund war, zu Diensten. Zost'S Eintritt war eine Losung der Freude und der sichtlichen Befriedigung für diese jung- .1 Mädchen. Man >'ah es den Augen an, welche die Kunst ber^ feinen Welt noch nicht gelernt hatten, wie treu, wie innig diese jugendlichen Seelen an ihrem väterlichen Freunde hingen; und es muß ein trauriger Tag' in ihrem Leben gewesen sein, lener 22. November 1860, als sie hinter seinem Sarge daher zogen. Es schien der Brauch, daß die Lehrerin ihm jedesmal eine Art Bericht abstattete und die neuesten Vorkommnisse des Hauses mit^ihm besprach. Die Kleinen sammelten sich dann um ihn, die einen erhielten Lob, die andern erfuhren seinen sanften Tadel, fast für jede Schülerin hatte er aber ein angemessenes, freundliches oder ernste- Wort. Beim Durchschreiten de- Vorplatzes fiel mir eine weiße Marmortafel mit glänzender Inschrift in- Auge. „Da haben sie mir, erklärte mein Führer, mit jenem Ton milder Ironie, der ihm so schön anstand, bei lebendigem Leibe ein Denkmal gesetzt/' Ec meinte damit die Damen, welche das Vorstehercollegium des Haufebildeten. In der That war es eine ebenso einfache wie sinnige Aufmerksamkeit, die in jener Vorivtafel ausgedrückt war. Die Tafel beschrieb in wenigen schmucklosen Worten dagroße Verdienst, welches sich der Geschichtschreiber um die dürftige weibliche Jugend erworben, dadurch daß ec im Jahre 1847 den Frauenverein ins Leben gerufen. Da- HauS, in dem die Anstalt jetzt unlergebracht, war, Dank seinen weiteren Bemühungen, 1857 -eigenfür sie erbaut worden. Wir 'wendeten uns zum Weggehen und Jost sagte „seinen Kindern" — nie sprach er von ihnen »ntz^etnet andern Bezeichnung — freundlich gute Nacht. «»Dutzend kleine Hände streckten! sich seiner dargebotenen Nachten «ne» gegen und dakindliche Vertrauen und DankvesÜhl für ihren Wohlthäter ließ diese rosigen Gestatten r^o möglich noch schöner und jugendlicher erscheine». Hold» Unparteilichkeit der Natur, welche den Lilien der Jugend, den Rosen der Wangen gestaltet, auch im ärmlichsten Gefvande ja prangen und zu hlühen! , Es hat oft mein Staunen erregt, wenn id> sah, wi, gut unser Freund die! Jugend verstand, und wie richtig er wiederum von jhr verstanden wurde, wie tief er auf den Pulsschlag von Herzen lauschte, die nun fast zwei Menschenaller jünger und feuriger schlugen als "dl - se nige. Sem Beispiel bildet die glänzende Widerlegung ines Ausspruches von Rousseaq, dessen Unhaltbarkeit mir nrch! sonst aufgefallen. Derberühmte Bürger von Genf behauptet nämlich sLmile, Uv. J.:) — H n’y a pas assei de choses commune* entr: I’enfanceet l’äge *uir, pour qii’il se forme jamais un ai lachement bien solide a ceUe dislance. Les enfants flai teilt quelquefois les vieillards, mais ils ne les aiment jan Ich räume gern ein, daß die Jugend nie a if eigenen Antrieb dkm Alter mit Zuneigung und ächter Anhänglichkeit entgegenkommt. ^Oas Alter muß die Jnitia ive ergrei-, fen; ist äber diese Vsrbedingung erfüllt und sind mir die Elemente von beiden Seiten gleich gut und lauter, dann sehen wir oft den jungen Wein feine grünen Arm: um di« greis« ftlmeschlingen. Rousseau hat zwar yi>r zu lachst di« zartere Kindheit fragen: Ist die Kraft entwickelt? Nicht ein eine noch nicht entwi>ikelre Fähigkeit des kindlichsen Blusens scheint hier an das L ragenden Abschnitt in unsere- Freundes als m Auge, allein man ist rersuot zu zum Lieden überhaupt schon im Kinde Mangel des reiferen Alters fordern cht zu treten. Hl. ' Der israelitische Frauenvecein bildet einen der Geschichte der letzten daß wir diesem heilsamer mit blos gelegentlicher Anführung vorübergehe» Jost gehörte zu jenen wenigen deneidenswertheu deren Geist und Gemjüth gleich herrlich enrwickeilt jede Lücke, je.den Abgang, welchen die Natur eigenen Geschick oder im Leben ihrer Mitmenschei dürch rastloS edle Tätigkeit auszufüllen best Solche Menschen dleibtn nie mit selbstgefälliger talität dej dem Factunit eines großen Verlustes, « Schmerzes, einer inneren Verödung stehen; je klagen-wefthe, emgg in ihnen oder außer tauchen, scheint ihnen einen Mangel in ihnen ihrem Innern anzudmten. Schaffen , wirken, schreiten,.sich selbst erheben in der Veredlung wett: das ist die Ledefisphilosophie jener glücklic, lichen. Edle Ungenügsamkeit de- Genie- und Seele, dit der Wettgeist für seine Zwecke ausdeh Es siihien, alob die umfassende Thäligkeil stellers, des Jugendlehters .noch nicht hinreichte, Gemüth. Jost'ö auszufüllen. Noch ein leerer übrig in! diesem großen Hetzen, und nur ein« Schöpfung werkthätiger Liede konnte darin nehmen. Da dies Herz zugleich von dem hervor« Lebensjahre Institute könnten. Naturen, ist, die in ihrem enthüllt, ebt sind. H,mimen» ines Ärfen Dehnen aufselbst, in vorwärts Acer Miten Sterb- >er großen tet! ' s.Schriftdas reiche um blieb rmfassende ren Platz Vrr» d Ua i! helsten 4

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