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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 37 (1864) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
37 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 Schärfung 'Tina ködern Verstandeskratte! Er ist n nicht, wie ''eine Urahnen, dloS auf-die Nacur, auf umgebenden Wunder ver Schöpfung, auf eine noch bildete Sprache, i'onoern auch auf die Geschichte Stamme-, auf di« wunderbaren Schicksale, die seit erlebt, angewiesen. Glückseliger Sterblicher! Lieg geisterten Gesänge, die erdabnen Reden deiner Dicht Propheten. erforsche idre Sprache und ihre Eigenthi teilen, dringe in den Geist derselben ein, prüfe und sie mir allen den Hilfsmitteln, welche die neuer« neuere Sprachkundige, .neuere Reisende an die Hand und du wirst nun erfahren, waS GötreS Wille is du thun mußt, um sein Wohlgefallen zu verdiene» mir andern Worten, wie du, auf dieser Well glückl einer bessern die höhere Seligkeit erlangen kannst, verlasse diese Hypothese, die Ihnen und Ihren Kr vielleicht als ein Spiel der Phantast«, oder doch gewagter Satz Vorkommen dürfte, und übergebe sie Prüfung. 8' inmehr! ie idn ungeseineS Volk >ie der und mlich- Tulere rscher, geben, , was oder ch, in - Ich uaden ein Ihrer i l« Baruch Auerbach. «Schluß.) So ' ausgerüstet trat ec nun mitten in die Gemeinde hinein, in welcher er so Großes und Mannichfaltiges wirten sollte. Im Zadre 1826 wurde er zum Mitglied« der Commistion gewählt, welche Sa» jüdische Schulwesen beaufsichtigen sollte, und al« die jüdische Zreischule. welche unter des berühmten Ben David Teilung stand, aufgeloil wurde, da ward ec von «eiren der jüdischen Gemeinde zum CommissariuS ernannt. In diesen ehrenvollen Äemlecn verfuhr er mit so großer Sachtennrniß und Umsicht und mit so richtigem Taktgefühls daß es der Vorstand selbst rüdmlichst anerkannte. Grade zu Vieser Zeit aber wurde ihm «ln nruir, für seine spatere Zukunft wichtiger Wirkungskreis eröffnet. Seen verstorbener Bruder, der Ur. Lewin Isaak Auerbach, wurde alS Prediger angestellt, infolge dessen ec selbst zu,n Dirigenten des Rauen - Aron'schen Znstituies berufen warv. Und in dieser Stellung war eS, wo er die Grundlage für feine pädagogisch« Lehrthätigkeit legre; hier bol sich ihm vor allem vielfache Gelegenheit, sich auch praktisch zu bewahr«, waS ihm bei der Gründung feiner Anstalten später herrlich zu statten kam. So wußte er durch seine Tüchtigkeit wie durch seine Persönlichkeit die Aufmerksamkeit immer größerer Kreise a«f sich zu lenken, und so wurde ihm, al« der berühmte Gelehrte Herr vr. Zunz di« Direction her jüdischen Gemeinnbe-Knabenschule nieberlegte, diese- A«r von der Gemeinde übertragen. Am 25. Oktober 1829 .übernahm er die Leitung dieser Lehranstalt und verwaltete sie ununterbrochen bizum Jahre 1852. In dieser Stellung war e-, wo die Gründung seiner Waisen»Anstalten erfolgte. In jener Schule, in welcher sich sehr viele arme und verlassene Waisen als Schüler.befanden, leryte er ihre traurige Lage kennen; er sah, wie sie verlassen, von alten Mitteln entblößt, einer unglücklichen Zukunft entgegen gingen. Da stieg in ihm der Gedanke, der ihn schon lange bewegt, gar mächtig auf: Vielleicht kannst du ihr« Noch lindern, versuche «S nur, Gott wird dir hierin deistehes. Uttzd dieser Gedanke, den er atrfang« nur schüchtern in heiliger Stunde erfaßt, schlug immer festere Wurzeln m feinem trefflichen Gemülbe; >s war! ihm, alS ob eine heilige Stimm« vom Himmel herab ihst» zurief: Wanke nicht und zage nicht, gehe den Weg. welchen du beschlossen; Gott wird mit dir sein! Und von dveser Stunde an, wo er den festen Entschluß faßte, diese Waisen - Anstalten zu gründen, betrachtete er sich nur alS «in Werkzeug Gotte«, welche« zu einer heiligen Sendung!derufen war;, e« war ihm, alS ob Gott ihn gesandt, ein Helfer der Witwen, ein Vater der Waisen zü sein. Und wse er diese Anstalten unter unsäglichen Schwierigkeiten begründet, wie gefahrvoll und zweifelhaft sein Beginnen war, wie er ihnen die Unabhängigkeit erkämpft und in so vielen schweren Mühen und Gefahren gestritten und gesiegt hatte, da« hat ec selbst in seiner Beschichte des Knaben-WaisenhasistS, welche er zu dessen 25 jährigem Jubiläum herauS^ab, mitso einfachen und erhebenden Worten niedergeschrieden. Sein Wahlspruch: „Waisenkinder sind nicht arme Kinder, denen man dloS Obdach und Brot zu reichen hflt, sondern Waisenkinder sind elternlose Kinder, die »or allem elterliche Liebe, ein Vaterunb ein Mulkecherz bedürfen, darum muß daS Waisenhaus, wenn eS seinem wahren Zwecke entsprechen soll, eia Elternhaus fstr Waisen sein," hat ihn bi'S an sein Lebensende geleitet^ Die Waisen ^waren ihm keine fremden Kinder, nein, er erzog, er liebte wie seine eigenen. Und da« fühlten auch all« die Zöglinge, die von ihm erzogen wurden, sie alle verehrren und j liebten ihn so innig, wie nur die Kinder einen theuren Barer verehren können. Seine Worte, mochten sie mild ustd liebreich, mochten sie ernst und mahnend rm Herzen und gingen ein in die kind- Sein eigen,sieben war ihnen allen da« sein, 6e kamen v lichen Gemüther. herrlichste und schönste Vorbild, sie konnten ihm nacheifern, so rein und lautes war sein Herz, so treu seine Liede, so trefflich seine Erziehung. Die Kinder sollten gokteSfürcbtige und wahrhaft fromme, tüchtige, ordentliche Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, treue Unrerthanen de« KönjgS und des DalerlandeF n erben. Und diese Grundsätze haben sich trefflich an den Zcglingen selbst im Leben bewahrheitet, so daß nur, wenn bi< fe auch ferner festgehalten »verben, große Erfolge erzielt werden können. In seinen Anstalten, in der Mitte feiner Waisen, da lebte er froh und zufrieden, sie waren ihm da« Theuerste, wa« fein Herz besaß, sie waren fein Stolz und sein, Freude. Und wie er im,eigenen HauSwesen der trefflichste Gatte, der liebevollste Vater war, so war er auch in seinem größeren Wirkungskreis der treueste Hüter und Pfleger. Bei allen WohlthätigkeitS-Anstalten war er Mitglied, hei vielen ein« der ältesten; auch in streng wiffenfchaftlichen Kreisen bewegte er sich gern, in früherer Zeit mit besonderer Vorliebe. So war er seit dem Jahre 1887 Mitglied der geographischen Gesellschaft, seit 1845 der Erfurter Akademie, seit 1841 im Wetzlar'schen Verein für AlterthumSkunde. Auch manche wissenschaftliche Arbeiten außer seinen vielen Jahresberichten har ee verfaßt, wie einen Leitfaden der Physik, geographisch« Schriften, ein« Betrachtung der Mose« - Statue von Rauch u. A. Uederall hin suchte er seine Ideen zu verpflanzen und zu befestigen. Und in der That, die Waisenpflege und Erziehung hat mir ihm einen großen Fortschritt gemacht, nicht allein theoretisch — er schrieb zuerst für

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