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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 37 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
37 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksvlatt. Zur JSelcöriiHiI hhö UnterOftHu HerauSgcgcd Rabbiner Dr. Ludwig ti] auf jtiöifWjcfii HeK iete. it von Rhilippjoa in Bonn. rrti Opt ioPi l 8cn Md« 3dtfÄn»t ertönt »ct&entlirt et e‘Jlnmnet. frei! fce# 3a|t. rj4 . , n . , , VlO. Ol. lof)4. sang« 1 rdlr. ädrig 7* »rtr. eui «uLbanMnage». Pcstäml« t 1. Ärrnro. O. ^'UNrirtl.1 v«. unv Ac,rung»rrjl>eMlione» nebm« «eftelltinge» au.' L * x* i> 4/4 u<“ U*‘,J Ueber das Lesen der heiligen Schrift.*) Don David,. Friedländer. I (Fortsetzung.) In den Jahren 1822 und 1823 kamen drei Hefte einer „Zeitschrift für die Wissenschaft de- Judenthums" lon Zunz redigirt wurde. In derselben sind heraus, die Briefe des verewigten Friebländer'S unter obigem Titel enthalten, die wegen, hier Briefes, der noch heute des Lesens und der Beherzigung werth sind, md die wir, der Seltenheit jener Zeitschrift wiedergeden, mir Hinweglassung deersten ür den' Gegenstand nicht von Wichtigkeit ist. I Dritter Brief. „Rach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, da- Gute wollen, das Beste thun, ist die Bestimmung des Menschen." Sie wissen, welchem Weltweisen wir diesen goldnen Spruch verdanken. Undkwahrlich, mein wißbegieriger Freund, dieKräfre, die vazu erforderlich sind, bleiben die treuesten Gefährten de- Menschen i Widerwärtig wenn — d nd führen unsicher durch alle Gefahren, eiten und Verschlingungen de-irdischen Leben-, ese» ist die unerläßliche Bedingung — der Geist de» Menschen in früher Jugend nicht unterdrückt oder benebelt, oder vorsätzlich irre geführt wird. — Ueber die unendlict en Schwierigkeiten, die Sie bei dem Studium der heil. Urkunden angetroffen, konnte ich Ihnen sagen: Wer w.iß! — Vielleicht ist es Wille der Vorsehung, daß wir diese H ndermss« antreffen sollen, damit wir sie überwinden lern n. Gottes Gedanken sind nicht unsre Gedanken, seine D ege nicht unsre Wege! Wer darf sich erkühnen, in das Heiligthum der ewigen Geheimnisse zu dringen und an der Feuerfäule der Gottheit seine winzige Fackel zu entzünden! — Aber alles in der unbelebten wie in der belebten Natur gibt uns einen Fingerzeig. Alleführt auf Wachslhum Entwickelung und Fortschritt. — Erst Keim, dann Blinke, dann Frucht. — Kein Blättchen verwelkt, kein Würmchen vollendet seine Laufbahn, ohne vollkommener auS der Welt zu gehen, als es gekommen ist. — Und der Mlensch! Gehet nicht er, gehet nicht fein ganze» Geschlecht Viesen Stufenweg der Natur? Auch alle seine Kräfte und! Fähigkeiten, die körperlichen wie die geistigen, müssen geül^t werden, wenn sie vollkommner werden sollen. So wie wi . durch Fallen Gehen lernen, so gelangen wir durch Jrrrham und Fehlschluß zur Wahrheit. Dieses gilt N. ') 3n gente einleit 34 ist durch Schuld der Druckerei diese hier s»lnde Bemerkung weggelaffen worden. »on allen imfan Fertigkeiten, in den mechanis hen wie.in >en bildenden Künsten, dieses gilt nicht minder von unsren öestrebungen in der Philosophie und in den ern >1en Wissenchaften der Natur- »nd Seelenlehre. — Dieses ist wohl ine unbestrirrne, von der Erfahrung täglich bestätigte Wahr- »eit. Unter andern den Menschen auszeichne »den Eigenchaften ragt der Vorzug hervor, der alle übrige i verdunkelt, »aß er freien Willin hat. Diese Freiheit der Wahl ann er aber yhne Verstand und Urtheilskraf nicht ausrben. Beweises genug, wie hoch wir dies« Gab? des Geiste» chätzen müssen. Die Verdienste, die der Me isch auf der Welt, als dem Sc! auplatz feiner Thäligkeil n, -erwirbt, nüssen daher auch Flucht feiner Anstrengung, f iner Emsigkeit, seine- Fleißes st n, oder esind keine Der »ienste. Es nuß stldsterworbenes nicht ererbte» Gur stin. Eben dazilt auch von unsren Handlungen. — Hab' ich eine tugendhafte Handlung begingen, wenn-ich durch ärßere Gewalt gezwungen werbe, n «inen Beutel zu offnen »nd Almosen zu spenden? Habe th Menschenliebe bewiesen, wenn mich Peitschenhiebe jn den Strom jagen, um meini o Mitbrudec aus der Flur zfi retten? — Muß nicht freie Wchl, gegründet auf Pflichtgefühl, hinzukommen, um mene Thar zu einer edlen Thdr zu machen? Und bei der Laverbung der ewigen Wahrheiten sollte «» -nicht eben der! Fall sein? Muffen sie nicht audie Feucht der Ueberlegung, der Prüfung und der Ufver eugung sein? — Wie nun, wenn der Gottheit in ihrer Weisheit ,» beliebt hat, dem Aolke, dem sie /ich offenbart har, durch Propheten sich zu ioffrnbaren, deren Sprache noch nicht ausgebildet war, un » die ewigen Wahrheiten auf diese Weise in Schleier und Dunkel zu verhüllen? wenn die Gesttze, die sie ihm durch diese begeisterten Männer mitgetheilr, uns zwar nicht alle einl^uchten wollen, dem. damaligen Erdensohn aber nicht allein genügten, sondern auch-zu seiner Erhaltung nothweadig waren? Wie, wenn aber diese Bor- , welche zum Wohlsein und zur Glückn der damaligen Zelt, auf jener Stufe Erkennrniß, durchaus erforderlich waren, fortschreitenden Menschengeschlecht nunmehr Gegenstand dfr Betrachtung und der Untersuchung werben sollten? Wie, wenn dieses nun bei elweiterten Einsichten daraus lernen sollte, welche Mittel, welche Veranstaltungen eS zu treffen har, um seinen Lebenswandel danach einzueichten Welch ein neues Feld hat nun der Nachkömmling jen r rohen und ungebildeten Juden zu seiner Bearbeitung i gewonnen I Wie viel Objecte zur Betrachtung, zur Urffiag seiner moralischen Fädigkeiten, zur J schriften und Gesetze seligkeit des Volkeder Bildung und der dem erneuerten, ewig

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