Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 36 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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143 nit viel wrftJmDcn; d'rum bat er wieder gefrägt. Hat man ibm gesagt: Das ist doch di, Erklärung von der heil. Tbvra. Und wie er hak gesek'n, wie genau es wird genommen jedwidesWort ln der heil. Thora, wieder hak er gemußt innerlich lobpreisen die Frömmigkeit vom jüdischen Volk. Nach dem Lernen har man gedawent (gebetet) Maariw bismanoh (Avcndgebet zur'gehör. Zeit d. h. mit dem Erscheinen der Sterne). „ii$a3 ist daS^" — „Nu sag'r mir nur, Ihr Züd', von woher >'eid ihr denn, daß ihr wie vom Himmel herab kommt und -frag't solche leichte Kasches (Kragen), was jedwedes Kind weiß — wiss't ihr denn nit, daß es ist die heil. T'sillah liebet), was Zakow owinu (unser Stammvater Jakob» hat meffaken"^ewesen i" — Immer mehr und mehr har sich der Maloch gemußt wundern, walitt ein groß Ol (Last) die Juden haben auf si h genommm, wie ne halten jedwede Kleinigkeit. Wie alle sind schon gewesen rausgegangen, ist der Row allein geblieoen und hat sich wiederum vorgenommen dieGamoce und hat gelernt und gelernt. ^.Oi, hat der Maloch zu sich gesagt, ,.der Row da muß doch schon sein auf der Erd)ein Maloch. Oer Roip nat hernach zugeklappi die <)>amore, hat inbrünstiglich geküßt die heit. Mesui'e und ist heiingcgangen. Oer Maloch hat ein Bischen gewartet und hat sich hernach auf den Wig gemacht, den frommen Row zu besuchen. Vor der Thur angekemmen, hört er: ,,M:'chpotim, T e r u m o h , T c z a w e h. K i s s i s s o, W a j a k v e i l P e - k'u.dci." Sobald wie der Maloch har das vernommen, da ist ihm überquellen sein Her; vor Nachaß'(Wonne). Da hat er doch vernommen was aus der heil. Thora, wie sie der Haichem doruchhu hat gegeben, aus der heit. Tbora, was er hat gekonnt ln- und auswendig. hat er wieder gesagt zu sich „Der Row muß doch kommen lebendig in den Himmel — dort Thora, da Thora, richtige Thora, wie sie steht geschrieben, wie sie ist geworden gegeben auf dem Har (Berg) Sinai. Die Weil soll sein, schlecht — die Welt schlechte großer Königvüber alle Wellen.-— Aber wie er so steht im desten^Sinnen, kommt raus eine Iüddene mit Thränen in den Augen.! Der Maloch (gebt 'rein (hinein).— da schreit der Row :! „Iyr Iüddene, seid mauchel (verzeiht), kommt nur zurück, ihr seid noch schuldig R'wochim (Interessen für eine Woch'; denn WajakKeil und Pekudei sind besund (besonders) gegangen.') Und die Iüddene mit dem Mafchken (Unterpfand) unter dem Arm kommt zurück und legt mir Weinen auf den Tisch, was er hat schon gelegen voll mir Geld, noch sauer erworbene zwei Gülden. „Wie der Maloch sieht, was da vorgeht, steht er mit einem Mal wie versteinert da, und zornedik (zornig) ist geworden sein Gemüth, und er hat geschrien" — hierbei wandte sich der Maggid mit blitzenden Augen gegen den heim. Row und sprach mit aller Kraft der Stimme: ,.Oi", hat der Maloch geschrien, du Ocheir Zisroeil, Scheir Iisroeil (du, der du Betrübniß bringst auf Israeli dazu gebrauchst du *) Mancher richtet sich auch beute noch bei einer Berechnung nach den Wochenabschmttni. Zuweilen werbeuXjwei Abschnitte 'ugleich in der Synagoge verlesen, und bitke gelten natürlich nur für eine Woche. Der Row hatte sich also anfänglich in seiner Rechnung geirrt, indem er die beiden letzten Abschnitte für nur eine Woche rechnete, während sie in diesem Jahre jede av einem besonderen Sabbakh verlesen wurden, folglich sür zwei' Wochen galten. > i di heil. Thora <— R' wochim (Zinsen) nimmst: ^u von de heil. Tbora — apsgetilgt soll werben dein Name von der Welt — Gott ist gerecht, wie Gott ist gerecht!" — Man sah de» Row bei dieser Anrede gewaltig erzittern ui b beinahe aufspringen, als wollte er in seiner Angst der gerechten Strafe entstielten. Aber, er kam für diesmal mit de n bloßen Schreck davon; denn die letzten paar Worts diS MaggitzS waren mit solcher Macht gesprochen, daß auf" er nge Augenblicke die lautloseste Stille eintrat. -B4lb aber se amte man (ijb1 seinier Schwachheit, und bis^Juf den N ow sing alles tan zu^ lachen, welcher Umstand mir, dem chreiber, gewiß! sehr angenehm sein muß; denn es hätte n ir in der Seele! leid sethan, den Leser bei emer socr'chüt, t/nden Stell« stehen bissen zu müssen. Zum Lode vier Gesellschaft aber sei noch schU»ßlsch--crwabnr, daß m.in bei all der Unterhaltung nicht vergaß, d m Allmächtigen lfiir. Speis' und Trank ^zu danken. Oer Ä laggio wurde inist dein Mesum'men - Benschen ^das Gebet n ich dem Essen aut zit verrichten) beehrt, und als er am Schluß im feier ichen Tone gesprochen.:;D<r Herr beglücke u is und ggnz srjacl mit Frieds, Amen', da sprach drauf d e ganze Gesellst >aift: L'(in?n. verließ .b.nd den Tn'ch u rd zerstreute ste r,s jeb^r, wohin estgehörle. Auch ich b'in zu Enke und verlasse den Tr(ch, an dem io wohl mehr geschritten bade, als dorr gesprochen wurde. Z wch ehe ich noch qnn; scheide — der. Himmel-verleihe d r, du freundlicher kfs.r, der. du so l.inge geduldig oder ulgeduldig zugehlört, ferner Kraft und Ausbaues, vor allem a >er seinen bestes Segen, Amen.!!Blir»ch Auerbach. Am 22. Januar d. I. verschieb zu Berlin Herr Lar.uch Au.rrid ach,! Gründer und Direktor >.er jüdischen LZai'en-Erziehungs-Anstalt. Er war es, der nicht allein n Gedanken diese termüdlichen Eifer ju lichen Gefühle die da lieber '252,00(1 Thle. 3-.Jahre, von denen g:oßes Haus des Anst; ehung von bereits 1 Anstalt faßte, sondern auch durch id geschickte Benutzung der meni'ch- ,u drnökdigten Mittel ierbeischaffte. ammelte er zu diesem Zwecke binnen ' ■SS,000 Tblr. baarer § »nd und ein X alt gehören, da» Uebrige auf die Ec- 7 Zöglingen verwandt!wurve. 3(1 naben und 14 Mäcchen.^verden jetzt in der» Anstalt erzogen. Sein Nachfolger ist sein Sohn, Ul. Leonhard i uerbacb^-Jjer statutes mäßig gewählt und von der k. Reerung bestätigt worbet. In dem oben erschienenen Iabreebierichi gibt öfc' Sohr eine Biographie seines Bakers, die ,'ir hier zum größten Theile roprodu^iren, das ein Mann, - brr so Großes für Mjt- und Nachwelt geleistet, sicher ein l leidendes Andenken »rdient. Baruch Auerbach, geboren zu Jnosvraelaiv im ljroßherzogthum Poftt am 14. August 178S^wao der kohn dedortigen Rabbiner« Lewin Jsaac Auerdäch : nd dessen Gattin, Mittel Auerbach ged. Salo m on. Die achte Frömmigkeit, der edle Charakter, sÄwie bie-,tiefe Gelehrsamkeit de- VwterS, die innige Liebe, die rührende Sorgfalt, der emsige Fleiß der Mutter, da»- waren die Eigenschaften der Eltern, welche, der verklär^ Sohn mit nniger Begeisterung m Munde führte und denen er in