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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 36 (1864) · p. Seite 144

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
36 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 144 (sequence 4)
Language
German
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144 seinem Hinzen Leben nachnferte. Die zär lichste Pietät gegen seine Ellern war der Grundzug sein - Charakter-, und >o oft er von ihnen «prach, geschah er nur mir der größten Ehrfurcht und innigsten Liede. N ich dem ec in deersten Jahren unter der Aufsicht der "Eltern ezzogen uiu desonderS im Hebräischen gedilder wa! , erwachte in ihm der Trieb, nicht mehr seinen Eltern;ur Last zu fallen, sondern im Vertrauen auf Gon selbständig für fid) selbst sorgen. | So verließ er, kaum 13 Zabu all, bas elterliche Haus^ oöne alle Hilfsmittel und begad sich n.rch Lissa, um im Hebräischen, besonderim Talmud sich grüaoi.cbe Kenntnisse zu erweroen. Mit groß.m Elfer lag ec d esi'm Studium oo und erlangte eine so bedeuteüde sertigkeii im Verstäk)bnrä dr.'er Schrift.N und eine Belesinhcil, hm sie nur selten zu nnden war. Je Tüchtigereer ln öi.fer, Zach« leistete, -um o g.ringer waren aber s.ine übftgen X 'Mlnisse; doch sein kräftiger G-iil strebte nach Höoerem; e. lebte in ihm die Zde., Großes zu leisten und sich nac allen Seiten hin auSzubiloen. So beschloß er denn, na Berlin selbst zu g.best, um die vielen wissenschaftlichen Hilfsmittel, die dorr geboren wurden, zu benutzen. Woh hatte er kern Vermögen; nur. auf sich ang.wieien, lebte e^ .in Nolh und örüd.iner Sorge. Avec er besaß einen grqßen Schatz in sich, der ibn nie verließ, er oesaß einen Rcichlhum, der mm au.s gewähren konnte. Se:n leuchtender Stern war «ern uner'chütterlich.S G o rrv e r trauen; irr baute auf Gott all.in, nicht auf Menschen, sein lief religiöse-Gemüth fühlte sich zu Gott und der göttlichen Vorsehung. ft,tS hingebogen. Und diefts Gottvertrauen, oas den Züngling veftelce, es ward auch sein Leitstern für die Zukunft; es gab ihm in den trübsten Stunden Mutt» und. Festigkeit und ducchdrang alle ihn umgebende Finsterniß. Mil diesem Sckatzr ausgerüstet, konnte er rcodl darden unb'Ndlh leid.n; sein materielles Wohl lag ihm nicht am Herzen; er wollt« sich nur bilden, «einen Geist veredeln und feine Fähigkeiten entwickln. Um aber diesezu erreichen, bedurfte er cindr leitenden- Hand von Lehrern und vieler Hilf-- minel. Von seilirn Eltern mochte er nichtnehmen, ja wenn er etwaersparen konnte, sandte er c« ihnen. Er errheilre daher für «ehr geringe- Geld Unterricht im Hebräischen und den Erlös verwandte ,c dafür, sich selbst durch tüchtige Lehrer unterrichten zu lassen. So suchte er sich allmählich in der deutschen Sprache und in den übrigen Wissenschaften tüchtige Kenntnisse ,u erwerben, unb aler-durch unermüdlichen Fleiß, der ihm eigen war, eine feste wissenschaftliche Grundlage gelegt hakte, ließ er sich an der hiesigen Universität am 24. Decemder 1817, unter dem Recrorar Marbeineke's, um Theologie und Philologie zu itudnen, immatriciUiren. Hier Erschloß sich ihm eine n.u.Weft; ein Reich ungeahntkn Wissenzeigte sich seinem wißbegierigen Geiste, und sein höchster 'Genuß wurde nun da- Studium. Inzwischen halten sich aber auch seine äußeren Verhältnisse ordrulend gebessert. Jetzt konnte er in fthr vielen Familien auch in andern Wissenschaften Unterricht «rtheilen; man navm den strebsamen jungen Mann gern al- Ledrer an; feine'gewinnende Persönlich; keit. sein reines. Gemüth schien auf die Kinder sehr günstig zu wirken. Illnd die Liebe seiner vielen Schüler, die Achtung aller dieser Insehnlichen Familien ließen ihn die schweren Leiden der prüderen Zeit vericssin. Zn dem Kreise ber Professoren her Universität fand er bald Anerkennung und Förderung. tEs «öffneten sich ihm' die Häu'er der verstorbenen Professoren Marheineke, Strauß, Tölkcn und andere. Ec warb befreundet mit dem Geheimen Ober-Regie>ungs-Rath Nicoloviu-, mit Eli«', "on der Recke, Tiebgc, David Frieblander, Ai^a :c B^rer,' Ge«. Rach Dendemann, Sara Levn und vielen anderen bekannteil Familien. Und neben diesem ge. sillschaftlichev Umgänge, welcher ihm die Feinheit der Sitte und des Benehmen-, wodurch er sich später «'o vieler Herzen gewann, gab, war er von wissenschaftlichem Sinne und dem etnsigsten Fleiße beseelt. Er besuchte di. Vorlesungen aus bas eifrigste, dörre auch solche, welche, nicht zu «'einem speriellen Fache gehörten, um sich in allem Wissenswerlken Kenntnisse zu erwerben. Nach dem Ablauf feiner Studienzeit!H;f er sich noch einmal, im Jahre 1822, um sich zu vervpllkoinmnen, immatriculiren. Als er die Universitär verließ, erhielt er das Zeugniß, daß er „mit rühmlicher Beharrlichkeit, großein Fleiße und ali-gezeichnekein Erfolge die Vorlesung.n besucht habe.".— Bald daraus, im Zabre 1824, wurde ihm das preußisch, Skaatsburg.rcechr errheilk? - (Schluß folgt.) I Curioslim. Jüngst wülhere wieder in Konstamin^pel eine große FeuerSbrun r. E« kam hierbei zu einer ziemlich interessanten antiquarischen Entdeckung, indem daS Fe^er eine Masse Häuser w,-räumte, die ein bisher wenig gemerktes,- wichtige- Denkihal der byzantinischen Geschichte verdeckt hatten, nämlich dep KronungSsaal der Kaiser von HerakliuS abwärts. Da- Gebäude steht im nordwestlichen Wistkel der Stadt, m der Näke des sogenannten Adrianopeler Thorcs, auf dein Puncft, wo die Stadtmauer des Herakliu« mit der de- TheodosiuS zusammenstößt. Elag hier, an da- Sumpfland im Norden der Stadt angrenzend, eiaeder ärmsten Quartiere, nämlich der Hauptbezirk der Zuden, und d,e Zudeahäustr, welche bei dem letzten Brande zu Grunde gegangen sind, waren wirklich in die groß« Krönung-haU» der byzantinischen Kaiser hineingebaur. D»S ganze Innere der Halle mit einer Reihe stattlicher Bogen ist nun bloß, gelegt. Laioer sind aber die Pfeiler und alles Marmor- und Ornamentalwerk durch da- Feuer z«, stört, aber auch dadurch ist nicht ganz die alte Schönheit und Zierlichkeit de- Baueunkennbar geworden. A l l g i nt t i Inhal Schriftkritil bericht. - Zeiru ii e Zerruug res Iudenrhumb. 'Jlo. 35. Leitende Artikel: Da- Ju:enthum und die — Zerstreute Bemerkungen.— Li erarischer Wocheugönachrichlen: Deutschland ßen: Berliv. Aus Mitkelichlesien. Oesterreie! staat: Krakau. Aus Mähren, Pesth. Italic Zu bestehen durch iede« Postamt und Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich Tbaler. Speier. Preuischer Kaisern: Rom. ede Buchhandlung Verantwortlicher Redacteur: G. vertag ven «‘ufrbantlBng n vcipu« - Itzsche. ruck von S- 8 r e x> * i n 4 in Setrue-

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