Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 33 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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130 religiöse Unduldsamkeit und Verfolgung ist der Haß und daS Unrecht, ali'o bas Gegeniheil von Religion. Im Namen der Religion also Hader und Zwietracht wecken, Parteikampf anfachen, Spaltung Hervorrufen, das ist unreligiös, religionSrvidrig, ein Hohn auf die Rekigion. Wer sieht nicht ein," daß hierdurch die Existenz der Gemeinden, der Bestand * und die Wirksamkeit ihrer Anstalten völlig gefährdet «erde, daß hierdurch die Feinde Israelden'besten Triumpf ge- - meßen, daß nichts Frömmigkeit und Religiosität^ Anerkennung und Liede zu unsrer Religion so gründlich zerstört wie dieser Hader * 1 Wenn also der neunte Ad die Synagogen ihres Schmucke» , beraubt und von den alten Traucclredern wid.roasten läßt, so mag er Euch nicht nur zuruken: Jerusalem ist gefallen, der Tempel zerstört — 'ondern er weile Euch aif das, wodurch jenes gefallen, diestr" zerstört worden,, un. r fe Euch ins.Httj: ballet Fried.n untereinander. Ibr Mänrec von Juda, vertraget Euch und ledec m Geiste der Ver und des Friedens! öhnung Ter phönizischjüdische Handel Lcstfrüchte von Julius Philippfen. Fortsetzung., Die Ausfubr war aber bedeutend, da die D enfchen menge Pyö'nizicnS viel verorauchre. Wir crseb.n, daß Z alomon für die beim Tempeldau gelieferten Materialien dcrlHiram 20000 Kor Werzen im Wecthe^von 34>OCMH> T >lr. und. ebenso viel Gerste ad^ec.n mußte, und . eine geri lge Berechnung läßt uns die Getreideausfuhr auk 12'^ 2 killionen Tbaler jäbrlich mindestens ''ckätzen, wie sich i ies auS Jolepbus Anrigu. 10 ll) 6. ergiok. Bei ble'en großen gemchlen Ädzu^ war der- Pre.S des Weizens ziemlich de». nach der Mischna Erudun kosteten 4 Sea , (gegen des pr.uß. Sch.ff.7s) 1 Schek.l oder 25 S,r., und noch früher, bei der Belagerung Samariens^verkÜ! dere ein Plopber, daß 2 Scah Gerste einen Schekel, und inSeah W.iz.n ebenso v>.' kosten würden, was so unglaublich erschien, daß man r'hm cnrgegneke, seldst wenn Iebcva Z chleußen am Hrmmet machte, konnte solches nichrgefchchen. 2) ön. 7, 2. 16 1-. 19- — Etwas würdiger ist die Schätzung wonach 11 Ao: oder 4.» Seak Gerste dem Werlhe nach 15 Schekeln - Iz!'^ Thlr.) glrichkommen. Hol. 3, 2., -et Seah Weizen doppelt fo hoch, viel hö'der, als je die Greife in Griechenland waren. Dem entsprechend war nati rlich der Wertb der Ackerlands. Ebenso vorzüglich war das in Palästina erzeigte Olivenöl auS dem Lande Juda, denn oaS ganze Hügelland zwischen dem hoben Bergrücken, auf dem Jerusalem und Hebron liegen, ist das eigentliche Olivenland. Im Binnenlande war. die Eonsumrion gering, die Ausfuhr fei r bedeutend und der Handelsgewinn bei dem geoßen! tuft des jüdischen Oels beträchtlich. Hosea 12, 2. Zes 5.7, 9. 2 Cbron. 2, 10. 1 König 5, 2b. ES wk» de nach Syrien und besonders nach Aegypten, dessen Ol orn nur ein übelriechendes Oel gaben, ausgeführt und m> chle von den Phöniziern an die Saldenfabciken Babvloniens ui id'Aegyptens verkauft l^owie im südwestlichen Spanien un schweres Silber umgefttzt werden. Bristol. 6e mirsd. ausc c. 147, Der Wein Judäas, welcher beim ersten! wie beim zweiten Tempelbau, Esra 3, 7., den Sidoniern und Syriern geliefert wurde, war als Handelsartikel nicht bedeutend, da Phönizien dessen selbst genug gewann. ' Beträchtlicher war die Ausfuhr des Honigs, und zwar des sogenannten OattelhonigS und Traubensyrups, wovon noch im .origen Jahrhundert gegen 300 Kameellabunr gen jährlich nach Aegypten ausgeführt wurden. Warnekras hedr. Allerthümer S. 271. 2 Aufl. Zu den Gütern, die außer Getreide, Oel und Wein Israel an Gold und Silber reicher gemacht, rechnet der ProphetHofea Cap. 2, b. Ü. 9. Wolle unbl Leinwand, da Phönizien seldst diese Probucle nicht erzeugte. Einzelne Stämme des jenseitigen Iordanlandrs befaßen daselbst zahlreiche Herden, entrichteten ihre Abgaben an Molle, so wie auch daS südliche Juda die Schafzucht vorzüglich delricd. 2 König 3, 4. Ies. 16, 1. Micha 7. 14. 1 Chr. b, 9. 2 Sam. 12, 2. Amos 1, 1. 2 Ckr. 26, 10. Schon die Feier des Passafestes schuf für Jerusalem, einen starken Wollhandel, da nach IosepKus B- I. VI. 9. am Osterfeste einmal 156,500 Passalämmer verzehrt wurden, und in der Neustadt Jerusalems, in der Nahe des Kleider-! Marktes, wird auch einWollmackr erwähnt. Den Flachs! brachte Galiläa hervor. Allein Wolle und Flachs kamen sü)vn zu Kleidungsstücken meistens verarbeitet nachPvönizien,! denn cs war eben Geschäft der jüdiichen Hausfrauen, zu «pinnen und zu weben, und die^gewebten Stoffe zu verkaufen. „Die Hausfrau sorgt für Wolle und Flachs, streckt ihre Hände zum Rocken, ihre Finger fassen die Spindel," heißt es anmukhig in den Sprichwörtern, „sie bereitet feine Hemden und gibt Gürtel dem Kananiter". Prov. 31, 13. 19. 27. Während in Galiläa sich der Handel blos auf Flachsgewebe erstreckte, betrieb man in Judäa nur Geschäfte in Wollengewebe, wie dies Baba . kama X, 9 den Frauen alldort gestattet. Die Leinwand der Juden hatte einen bedeutenden Ruf; sie war fein wie Bnssus, man zog sie oft der ägyptischen vor. Der Preis eines Hemdes wird im Talmud von einem goldncn Denar (15/6 Tblr.) ad bis auf 1^. Schekel (1^ Tblr.) angegeben. Die Buntwirkereien genossen bis in die spätesten Zeiten großen Ruf, Jerusalem und Askalon liefert.« besonders kostbare Gürtel. Mischn. ' MeNah VI, 4. Mischn. Kevin 23, 2. 1 Auch Baumflachs oder ByssuS, aus einer kraukähnlichen Baumwollenstaude gewonnen, wuchs in einigen durch große; Wärme begünstigten Gegenden und wurde durch die soge- nannten Byssusardeiter schon in frühester Zeit, (1 Ehr. 4, 21.) i verarbeitet. Auch der Talmud kennt noch die B.rumwyllenj staube und Baurywollenbändler in Juda, und der Grieche Pausanias zeichnet den Byssus der Hebräervor dem in EliS wachsenden aus. Von alters her lieferte Palästina Harze, die theils als Parfüms gesiicht, theils zum medizinischen Gebrauche, in Aegypten besonders zum Einbalsamiren, vielfach bezogen wurden. Dazu gehören der sogenannte Balsach aus Grlead, Ezech. 27, 17. Jerem. 8, 22. Genes. 43, ll. 37, 25. 46, 11. 51, -8. (resina judaea der Alten), ßerner Styrax, endlich Ladanum und Asphalt, (hedr. Zori). Der Balsam war ein Abfluß von Har; ober Gummi auS dem Mastixbauin, bei Wunden ein gutes Heilmittel; . zum Einbalsamiren in Aegypten gebraucht, erscheint er des- « i