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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 32 (1864) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
32 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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— 127 — 4000, von denen 9200 in Bordeaux selbst wohn«; der von Marseille mir >200, in Marseille selbst 2000; in de» Spwngel von Algier wohnen 7000, von Orem 600V und von Konstantiwe 4-60. Diemacht außer de« Sprengel von Pari« Im europäischen Frankreich 66838 und in dm afrikanischen Besitzungen 17,-60 Juden. Man »üb also die jüdische Gesammtdevölkerung Frankreich« auf c. 110,000 «schlagen können, so baß der Staat pro Kopf jährlich 2 Fr. für ihren CultuS ausgtdt- (In Belgien gibt der Staat 10,060 Fr. für eine jüdische Bevölkerung von 1060 Seelen aus.) Wie allgemein bekannt, ist Paris ganz Frankreich und dies Utft sich auch aus nnserm kleinen Kalender ersehen. Unter den sämmrlichen Mitgliedern aller Consistorien, Geist, tichen wie Laien, sind zehn mit der Ehrenlegion becorirt; neun davon gehören dm beiden Konsistorien von Paris und nur einer der Provinz, nämlich Marseille, an. Ebenso find von all« Rabbinen nur die beiden Großrabdinen von Paris damit versehen. Sieden kommen auf bas Central» consistorium, zwei auf bas Consistorium von Paris- Wie aus dem Obigen schon hervorging, ist ganz Frankreich, einschließlich Algerien, in zehn Consistorialfprengel getheilt, über welche dann ein Centralconsistorium gestellt ist. Außerdem gibt eS 38 Gemeinbernbbin«. Daß es außer den vom Staate salarirten 64 Bordekern noch eine große Menge solcher, «eiche die Gemeinden selbst bezahlm, gibt, versteht sich von selbst. So hat auch der Großribdiner von Parts noch drei Adjungirende. Paris besitzt dis jetzt nur zwei Synagogen, die vom deutschen und die vom portugiesischen Ritus. Jede Synagoge hat', wie dies in ganz Frankreich der Fall ist, «inen besondern Verwaltungsrath. In dem Centralconsistorium finden wir die bedeutendsten Rainen: Oberst Cerfberr, Professor Franck, Munck, Anspach, der Deputlrke Javal, Alphons von Rothschild, Albert Cohn; Präsident des pariser Consistoriums ist Gustav von Rothschild. Auch Paris ist reich an wohlthäeigen Stiftungen und Vereinen, an deren Spitze ein vom Consistorium gewähltes Comite der Wohlthätigkeit steht, welchem von Albert Cohn präsibirl wird. Ein HoSpiral und AlterversorgungShaus ist von Baron James von Rothschild gegründet, sowie ein Waisenhaus von Salomon von Rothschild. Die vor» züglichsten Vereine sind: der Handwerkerverein, der Damen, verein für Belehrung und Ausstattung junger Mädchen (Präsidentin Frau Baronin James von Rothschild), für Wöchnerinnen, für moralische Obhut (zum Besuche der Gefängnisse); eine Stiftung Bischoffsheim mit einer jährlichen Rente von 7800 Fr. zur Unterstützung jüdischer junger Leute, die sich den Wissenschaften und Künsten widmen; Darlehnskasse für Handwerker und kleine Kaufleure, Kasse zu gegenseitigen Vorschüssen (jährlicher Beitrag 3 Fr.); Verein zu Sicherung eines Grabes für alle Zeit; Verein für talmudische Studien, zur Verbreitung guter religiöser und moralischer Schriften; 23 Gesellschaften zu gegenftiti» gen Unterstützungen, und 13 solcher für bas.weibliche Geschlecht. Was das Unterrichtswesen betrifft, so ist seit einigen Jahren das israelitischeSeminar von Metz nach Paris versetzt und steht an dessen Spitze der Rabbiner Iren«!; außerdem lehren noch 6 Professoren an demselben. Für das Seminar bereiter auch eine besondere Schule vor. Außerdem gibt es zwei Knaben-, zwei Mädchenschulen und zwei Ki'ndrrdewahranstallen. Zehn Mohelim find berechtigt, diesen religiöstp die 9U zwei (Srtn neunzeh > bekannt1 eben Alters» MC S zur Un Handw In Alg Oran, Tlemcer Schule, rarioner Act zu vollziehen, und vier Bäckereien liefe« zzoch. Zu dem Sprengel von Paris gehör« noch einden. Zu hem Sprengel voaKolmar gehör« Rabdinate und ist in Mühlhausen die rühmlichst Ardeits» und HandwerksschNle hervorzoheb«; äm che Schule hat auch Straßburg, das auch eine rsorguagsanüalt und ein Waisenhaus besitzt. DerLetz» Grengel har 16 Rabbinare unter sich. Gesellschaft« * erstützüng junger Leute, die sich den Künste« und rkeu bestimmen, gibt es auch uoch an andern Ott«, rien gibt es jetzt geordnete Grmei'ndeschulen zu Algier, nstaarine, Bona, Serif, Mascara, Mostaganem und In Algier auch eine Talmud —. 2/>ra — — In Paris gibt es jetzt zehn jüdische Restau» worunter 3 Tadle — d'hotes^ Jo Der phömzisch-jüdische Handel. Lesefrüchte von Julius Pdi'lippseo. De> große Handelsverkehr, an de» »ach de» Vorbilde der Phönizier auch die Juden sich lebhaft berhettigt«, hatten' a den erst« KÜst«, und Handelsstädten am Mittelmeeve and im Linaeatanbe Niederlassungen jüdischer Kaufleme tt i Leben gnrnf», die an dies« Orten für ihre religiöse i Bedürfnisse LersammkungShauser und Synagog« begrünt eten. Dieser Handel Palästinas erweist also auch die cul urgeschichtliche Bedeutung des Handels überhaupt, denn er hat dem Judencbume, wie nach ihm dem Christ«» thume, die Wege in heidnische Lande gebahnt, die Idee eines e nlgen Gottes dorthin verbreitet. Für den sinnigen Forschei hat es einen großen Reiz, den Einfluß zu belauschen, den fei: der Vorzeit der Handel auf die Gesittung der ' Völker ausgeübk hat, da dieser Einfluß meist unbemiertbar vor fiä> gehr und d« Bemühungen des fremden Kaufmannes selbst in «chgeschloffene Rationalitäten und Land« der Segen oder de; Flnch fremder Bildung folgt. So wollen wir den» heute die Spuren des Handelt in Beti acht ziehen,'der die Juden mit den Phöniziern ver» band u rd der nur dann bedeutend wurde, wenn die Jud« durch Eroberungskriege die Schranken durchdroch« hatten, weiche die gewöhnlichen Land,sgrenzen ihrer Thätigkeit hemmend entgegensetzten. Waren dies« politischen und commer» ziell« Hindernisse überwunden, welche die Juden von »« Rachdafvölkern trennten, dann war das Reich ein grvhes, von zahlreichen Karavanenstraßen mit ihren einträglich« Zollstäk en durchzogenes HandelSgedier; Silber und Gold häuften fich, die Prnse aller Dinge stiegen. Rar wenn die Gr nzen des palästinensischen Gebietes das Mittetläa^» dtsche f steer, den arabischen Meerbusen und di« Euphrat» ländec nicht erreichten, waren alle Produkte billig, Gold und Silber hoch. Deshalb war in dm Zeiten der Richter Jftiel arm an Gold und Silber und erst Salomo erwarb . durch seinen Handel mir Tyrus groß« Reich» ihümer, die Einkünfte betrugen an 666 Talente Gold oder 11316800 THaler an Silber, der Grundbesitz stieg, »nb bl ti «ehrte sich noch zur Zeit der Hasmonäer, «14 dt« Ge »ietserwrittrung den Handel günstiger gestaltete, ss baß Hrrodes zuletzt 060 Talente bezog. Beim Beginn des R iches waren die Juden von erbfeinblichen Stämmen umwoi nt, die dem hebräischen Handel keinen Zugang nach

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