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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 31 (1864) · p. Seite 122

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
31 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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122 Maschinen. Dennoch schlugen die Tamalenser die mil furchtbarem Verluste zurück, ^lder ihre Haupt wurden von einem unkerminirten Lhurme z^rfü und die Stadt eingenommen: B--— gaben sich selbst den Lob- und von GamalaS blieben nur zwei Madche gehalten und denen das Leben gesch« sich Titus mit einer großen Heer Stadt Gischala. Eie hatte nur e theidiger und diese benutzten eine kamen, Johannes an der Spitze, »00 kamen um der ganzen Bev l n übrig, die sich nkt ward. Jetzt smachl gegen ne geringe Anz Gelegenheit, zum Theil glü Jerusalem an. So war das fruck tbare Galiläa d l von Josephus angerichtere Parceiu tg und Spalt» :r kurzer Zeit in den-Händen der Römer. Auch widerstand^ nicht lang« und so conüenlrirte sich der in Jerusalem. Werfen wir nunmehr einen Blick inner» Zustande der Stadt. (Forts, folgi Römer > nführer! mettert j 5,000 1 ckerung | versteckt, wandte \ letzt« i hl Dern und i Irlich in! rch die J g nach! Judäa j Kampf | kie flöte ächflen grauer; kommt Hchwar; acz zu en zu nahe rach "cn r trueine Roth- Ans h dvl) clS Der Dos salomon votz Rothschilds. Bor kurzem erlitt die Familie > des LaronS ach es v. Rothschild in Paris einen hirb.n Verlust Su ch den Tod seines Sohnes Salomon. ^Die „Presse" enthalt hierüber eine Correiponden;, die wiis hier, mittheilel, weil sie auch einen interessanten Einblicks in das Fainil enlebe.n dieses hochgestellten Hauses gewahrte „Ehemals trugen die Israeliten nur für ihre Anverwandten: für Vater, Mutter oder Gatten, in neuester Zeit machen sie es jedoch wie wie. So eS, daß, weil die Familie Rothschild in tiefem einhecgehr, viele jüdische Familien gleichfalls Schr» ihrer Leidfacbe erkoren haben, um sich so daS geben, als seien sie mit ecsterer verwandt oder befreundet. Es erinnert dies an die Manier, wo früheren Zeiten hohe Herren um einen Fürsten Trarse gen, als dessen Vettern angesehen zu werben sie besondere Ehre anstredten. Und ist drnn nicht Baroi schild der größte Fürst Lsraels?^ Die unglückliche Mutter ist noch immer eine Beute der tiefsten Verzweiflung und die schaurigen Einzelheiten, von denen der grausame Verlust, de, sie erlitten, > egleitet war, scheinen die Schrecklichkeiten desseldennoch zu vermehren. Oer junge Rothschild erkrankte am Geburtstag Schwester, in dem Augenblicke, als sich bei dieser ganze Familie versammeln sollte, um ihre Glückt darzubringen und den Empfindungenj der Freude A zu geben. Ec empfand ganz plötzlich reinen heftigen i und ein Blutstrom entquoll sofort ssinem Munde. „Meine Mutter darf um keinen Preis davon erf ihren," sagte er zu seiner jungen Frau; „sielwürde erschrecken und Charlorrens Freudentag getrübt weoben; nur wem die Speisestünde herannahr, wirst Du eine Zeile an sie schrei» den und sie benachrichtigen, daß eine leichte Unpa lichkeit mich vom Erscheinen abhält; daß wir jedoch abends kommen werden. Auf diese Art werden Isie sich alle beruhigen? Wie gesagt, so gethan. Dessenuügeachrer ecschr« k man bei Empfangnahme des Briefeheftig; denn die gaize Farn die l eren! seiner die ünsche erdrück chmer; milie Rothschild lebte stets in der zävtllchsten Eintracht und die beiden Brüder ließen eS sich nicht nehmen, noch d.vor sie sich zu Tisch setzten, zu threm the>iren Kranken zu eilen. Sie fanden ihn von Aerzlen umgeben und in schreckhafter Weise entstellt. Die Aerzte befchwi«)tigten sie jedoch mit der Versicherung, daß keine Gefahr vo handen^sei; die Herzkrankheit, an welcher der junge Mann schon seil längerer Zeit litt, sei eben in eine Krise getreten und es komme nun hauptsächlich darauf an, daß man nicht die Baronin JameS davon in Kennlniß setz«, da bei der außerordentlichen Verehrung Mr. Solomon's für seine Mutter das Erscheinen der letzteren in diesem Augenblicke ihm eine Aufregung verursachen könnte, die eine verderbliche Wendung herbeizuführen geeignet wäre. Die beiden fungen Leute gehorchten der an sie ergangenen Aufforderung, heuchelten eine Ruhe, die sie weit entfernt waren zu empfinden, und beruhigten auch vollständig ihre Mutter^ sobald jedoch die Soiree beendet war, begaben sie sich wieder zu ihrem geliebten Kranken, um die Nacht bei ihm zuzudringcn. Sie trafen ihn noch immer in seinem Fauteuil liegend — es war untersagt worden, ihn zu Belt zu bringen — und einen zur Beobachtung angestellten Arzt bei ihm; er war sichtlich noch schwächer und hinfälliger geworden. Die Nacht verstrich ruhig; bei Tagesanbruch schlief er ein und — erwachte nicht mehr. Jetzt blieb ruchlS mehr übrig alS der unglücklichen Mutter das Vorgefallene sv schonend als möglich mitzurheilen. Sie stürzte herbei, warf sich in Thranen aufgelöst über ihr Kind hin, daS des friedlichsten Schlummers zu genießen schien, und wendete sich dann plötzlich zu den Aerzlen um! mit den Worten: „Sie'irren sich; er ist nicht todt.I Wir haben in unserer Familie schon mehrfache Beispiels von kode-ähnlicher Erstarrung gehabt. Die Schwester seines Mannes ist sieben Tage wie todr hingelegen und ist doch wieder zu sich, gekommen . . . Salomon ist nur von einer Lethargie umfangen... ich versichere Sie... ich werde bei ihm bleiben unb niemand soll an ihn rühren, denn er ist nicht todt... ich sage es Ihnen ... ich sehe es ... ich fühle es." Trotzdem aber sie so sprach, bedeckte sie doch fortwährend ihren Sohn mit Thränen und Küssen. Da nun alle-, waS sie bezüglich der zeitweiligen Lethargie ihrer Angehörigen sagt«, sich tharsächlich so verhielt, so gab siH die ganze Familie allmählich wieder einiger Hoffnung hin und wachte mit der größten Sorgfalt über denjenigen, den sie begierig war, wieder dem Leben zurückgegeben zu sehen. Während zweier Tage verharrte sie so, abwechselnd der Verzweiflung und der Hoffnung sich hingebend, denn nichts änderte sich auf dem friedlichen Antlitze deS so heiß Beweinten — als plötzlich der Tod in all seinem Entsetzen sich wahrnehmbar machte. Man mußte die bejammernswerrhe"Mutter mit Gewalt von diesem schrecklichen Schauspiel forlbringen. Was ihren Schmerz mit jedem Tage noch zu steigern scheint, ist der sie quälende Gedanke, daß eS ihr nicht vergönnt war, ihren Sohn vor feinem Hinscheiden noch einmal zu umarmen."

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