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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 31 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
31 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Kelehrung und ttnterhaftung Htrau-gcgebcn von Rabbiner vr. Ludwig Philipstson aus jüdischem Gebiete. i in Äonn. l 31. 1864.] Von dirier ^citfctrih eri&riiit ttoAtntliA eine 9himiket. Preis des Jahrgangs i Zifix. Vieneljahrig 7 'X JJgr. Alle Buchh« nblungtn, Postäml», und Zei»ung»erveLitiönen nehmen «eftell mgeu an. [11. Jahrg. 3. Quartal.] Der neunte Ab. Eine Mahnung zum Frieden, (Fortsetzung.) , VI. 1 ' Der große Römerkrieg, dieser unsterbliche FreiheitSkampf des kleinen JudaS mitten in einer entarteten Welt gegen die Universalherrschaft der Römer, umfaßt zwei Katastrophen, die Unterwerfung Galiläa« und den Fall Jerusalems. Der Aufstand, der sich anfangs auf Jerusalem beschrankt harre, breitete sich über daS ganze Land au«. In allen Sräoren Syriens wurde die Niederlage der Römer in Jerusalem durch das Hinfchlachren der dorr wohnenden Juden gerächt. Wo eine gemischte Bevölkerung lebte, stand sie wider einander auf und der Kampf bei Tag und Nacht bauerte so lange, bis der schwächere Theil niedecgemetzelt war. So viel vergossene« Blut entflammte die Gemüther in ganz Judäa immer mehr. Hierzu kam, daß der Statthalter CestiuS von Syrien ein Heer von 30.000 Mann gegen Jerusalem führte, wo aber der Sturm der Römer von den Patrioten so glänzend abgeschlagen wurde, daß «CestiuS den Rückzug antrar, auf welchem an 0000 Römer ihr Leben einbüßten. Dieser glückliche Erfolg berauschte alle Herzen mit Siege-hoffnungen und der Aufstand wurde allgemein und mit außerordentlicher Thäligkeit rüstete man sich zum Kriege. In Jerusalem wogte eS in unsäglicher Weise. DaS Volk stand auf Ser Seite der Zeloten. Die Friedenspartei unter den Aristokraten und' den Resten der Sadducäer mußte sich verbergen. Ader eben diese innere Spaltung gereichte zum Verderben. Es harre sich in der hasmonäischen Zeit eine Art Adel, eine Reihe Familien von großem Ansehen gebildet und daS Volk konnte sich auch jetzt noch dieser Autorität nicht ganz entziehen. Waren also die eigentlichen Anstifter und Träger des Aufstandes Männer aus dem Volke, so vermochten diese dennoch nicht das Volk ganz zu beherrschen. Hierzu kam,^b/»ß die Zeloten ihrerseits es zu weit trieben, daß sie in einer Synode die strengsten und drückendsten Vorschriften aus der Schule des Schammai - gewaltsam zur Geltung brachten und viele Hilleliten tödteten. Aus diesen beiden Gründen kam eS wohl, daß bei der Wahl der An-' führer, der Feldherren und Statthalter die Ultrazelvten übergangen und Männer gewählt wurden, welche der gemäßigten Partei angehörten, die selbst früher Römerfreunde waren, unter dem Drucke der Verhältnisse aber freilich sich. zum Theil in arger Verstellung dem Sturme gefügt harren. Zu die en gehörte-der bekannte Geschichtschreiber JosephuS, der zun Statthalter von Galiläa ernannt und nik unbeschrank er Vollmacht auSgestattet wurde. Dieser JosephuS, der früher Rom besucht und viele Gunstbezeug ingen der Kaiserin Poppäa erfahren hatte, war in seinem.-erzen ein Römer reund und verriekh in dieser seiner Gesinnung sein Valerl. >nd. an die Römer. Galiläa war die Prc oin; vom Mittel neer diS zum Jordan, von Syrien dis ur Ebene JeScee!, von erstaunlicher Fruchtbarkeit und sehr zahlreicher Bevöll erung, durch! die vielen GedlrgSzüge zur Ver heidigung besonbl kS geeignet. Es zählte über 200 Städte und über 3,000 000 Seelen, so daß die Quadratmeil« von fast 60,00) Menschen bewohnt war. AlS JosephuS l ie Führerschaft I daselbst übernahm und dahell aufloberrde Feuer in best Herzen^d«7 Galiläer erkannte, thar er tl1eS,^um dem Volke die Meinung beizudringen, daß er «I mit der Verteidigung gegen die Römer überaus ernst n cine. Er schuf ein Heer von 100,000 Mann und zeigt sich von so religiös zelokifchem Eifer, baß er einen Palast i i Liberias zerstör«» ließ, weil darin Thierbilber angebraä t waren. Im Grunde aber schnitt er der Bewegung den Nerv ab, trat h«n eigentlichen BolkSführern, z. B. d«, rapfern Johannes von GiSchaloh hemmend entgegen, i erhinberte viele entscheidende Maßregeln, verschonte die Stadt i 5epphori«, welche, meist von, Fesrstden bewohnt, römisch geblieben, spalte« die Galiläkr ist Parteien, trieb die Stadl-ÄiberiaS zum Abfall, bis dst Römer und VeSpasian mit mehr als 50,00|0 Mann erprobtester Krieger im Lande erschienen. Der Komische Feldherr ging von dem Gedanken auS, von den Grenzen her das Land nach und nach eil zunehmen und so in immer engere und engere Kreise Jeruälem einzuschließen und eS aller Hilfsmittel und Com» mnication mir »em Auslande zu berauben. Er wandte sich daher zurrst I gegen Galiläa. Die Festungen in Nordgal läa waren unbe^tzr, Jotapata fiel nach erbittertster Verlheidi; ung durch den Äerrath eines UebaläuferS. JosephuS, der n ider seinen Willst» unterden Belagerten war, ging zu de» Römem über stnd wurde üon VeSpasian mild« aufgenomn en. Wer sollte! nun die Veslheidigung Galiläa« übernehmt»? Joppe wurd^ erobert, die Einwohner von Liberia«, durch Jofiphu«' pfiffiges Spiel entmuthigt, ergaben sich ohne Sch vertstreich. Die Patrioten warfen sich nach Tarichea. Ade die Einwohner stimmten mir ihnen nicht überein, ei trat eine Spastung zwischen ihnen ein, die die Eroberung d a Römern leicht machte. 10,000 Patrioten wurden gesi ngen und niedecgemetzelt. Roch; hielt sich Gamala. Drst Wochen stüraste daS römisch« Heer und brach die M»uern mit

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