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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 21 (1864) · p. Seite 83

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
21 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 Re$burgo“ endlich 1820 madte Furore in Venedig chen Bühnen.- ES ist Emma von Leicester" irr besonderzu gefallen. und die Runde über alle italieni dieselbe Oper, die unter dem Titel auch nach Deutschland gelangte, ohi Diewar die Zeit, wo C. M. Wieder über die Abtrünnigkeit diese- „großen, echten, desttschen Trents" klagte. Bei einem kurzen, herzlichen Wiedersehen in Deutschland (1813) scheint Weder feinem Freunde tüchtig zu Gewissen geredet zu haben, und ganz ist, wie spätere Jahre zeigen, die Exhorte an Meyerbeer auch nicht verloren gegangen. Im Jahre 1820 schrieb Meyerbeer die „Mar* gherita d’Anjou“ und 1821;,L’Esule di Roma" für die Scala in Mailand. Wir finden Meyerbeer, nach schwerer Krankheit Erholung suchend, im Jahre 1823 in Berlin, wo er eine deutsche Op!er „Da- Brandenburger Thor" für da- Königstädtec Theater schrieb, welche auunbekannten Gründen nicht aufgeführl wurde und spurloverschwunden scheint. Den Gipfelpunkt zugleich den Abschluß seiner italienischen Periode bildet die Oper „II Crociato“ (1824 für Venedig), die nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland („Die Kreuzritter in Egypten") sich lange mit glänzendem Erfolg erhalten hat. Wer je diese Musik undefaqgen geprüft hat, mußte über die ganz ungewöhnliche me odifche ther Größe und Eigen- ^rociato“ sind Musik- und dramatische Begabung Meyerdeer'S im Reinen! fein. Allerdings steht der Eomponist hier noch immer irrSchacht Rossini'-, aber er ist darin zu demerkenSw» thümlichkeit heranqewachsen. Im „ stücke, die schon vollständig Meyerd er'scheS Gepräge tragen, mit einer Selbständigkeit erfunden» die nicht entfernt eine Verwechslung mit Rossini zulaßt, von einer dramatischen Energie durchglüht, wie sie Rossini zu jener Zeit nirgend« erreicht hatte. Die „Kreuzritter" bilden den deutlichen Uedergang zu Meyerdeer'S zweiter oder (wenn man bi« deutschen Jugendversuche gelten lassen will) dritter Periode. Nach dem „Lrveiato", in welch,m die grünen Feldzeichen einer anbrechenden Revolution sich schon überall hervordrängen, macht Meyerbeer eine lange Pause. E« ist eine Pause der Sammlung und inneren Einkehr; unser Tondichter fühlte sich in tiefster Seele unbefriedigt und zu Besserem, Größerem berufen. Diejenigen, wtlche immer bei der Hand sind, Meverdeer kleinliche, eigennützige Motive unterzuschieben, mögen sich erinnern, daß Meyerdeer'S Ruhm in Italien damals feststand und die Erfolge feiner italimlschen Opern nichtzu wünschen übrig ließen. Auch wir bedauern die Jahre, die Meyerbeer den Italienern geschenkt hat; chule bei Gluck und engegen die Meyert le Diable“ beendet allein wem die italienische Vor Händel recht ist, der sei wenigst beer'S billig Im Juli 1830 war „Robei^ und der Großen Oper in Pariüb ergeben. Diese Novität, welche da- Theater wie keine andffe vor — oder nachher bereichert hat, kam erst am 21! November 1831 nach einem wahren Guerillakrieg gegen Mißgunst, Jntrigue und Indolenz zur Aufführung. &re\ beispiellose Eifolg de- „Robert" ist bekannt; er verschaffte der Großen Oper zum erstenmal die Bekanntschaft mit Einnahmen von 10,000 Francs und bildet noch jetzt, nach 33 Jahren, eine der unentbehrlichsten Stützen ihres Repiertoires. Ins Deutsch,. Italienische, Englische, Holländische, Russische, Polnische, Dänische rc. re. übersetzt, wurde ^Robert" überall gespielt und hat sich überall erhalten. In NeworleanS gaben ihn monatelang zwei Theater zugleich r in Havana, siKexico, Lima, Algier, von den Hauptstädten Nordamerikanichts zu reden, entzückte er, wie er in Europa entzückt hatte. Meyerdeer'S Weltruhm konnte durch die „Hugenotten" (1836) kaum noch vermehrt werden; dem Kenner ließen sie aber Meyerdeer'S Bedeutung noch ungleich größer erscheinen. Dies« beiden Opern — so sehr man mit Recht gegen ihr theilS gräßlichetheilS frivole« Sujet, gegen manch« Bizarrerie und Ueberladung der Musik eifern mag — werben immer den Namen höchst eigenthümlicher genialer Produetionen verdienen, in welchen ein. ungemeiner Reich, thum an melodiöser Erfindung mit einem ebenso ungemeinen Kunstverstand Hand in Hand gehr *). £ reizeh« Jahre verflossen nach dm „Hugenotten", ehe M yerdeer ein neue« Werk an der Großen Oper aufführeo li, >. Er mag nicht mit Unrecht gefürchtet haben, daß sein §ulmi, nationSpunkt mit den „Hugenotten" erreicht sei; lie Be, sorgniß, sich selbst nicht wieder einholen zu könne», ließ ihn bis zum Jahre 1840 mit seinem „Propheten" z rudern. Inzwischen war Meyerbeer königlich preußischer Mu ikdiree» tor geworden und hatte ,»<bft vielen kleineren Geleginheil-, Eompositionen („OaS Hoffest zu Ferrara", „Fackettanz" rc.) auch eine Festoper zur Eröffnung, des neuen Hofiheateri« Berlin (7. Oec,mder 1844) Unter dem Titel „Ein Feldlager in Schlesien" geschrieben. ES w»r die- (von Meyerbeer'S verschollener Jugendarbeit „Ad mcltt"' abgesehen) die einzige deutsch» Oper, die wrr Meyer, beer verdanken. Leider sind wir auch um diese (de r Wienern alS „D ielkla" in bester Erinnerung) gekomn en-, da der Eomponist sie!, ihreallzu preußischen Sujetwegen, cafsirte und später ihr« Musik in dem „Nordster," auf» gehen ließ, der unsere- Erachtendafrühere ,.F e l d > ag e r" n icht erreicht. In da-Jahr 1846 fällt dre Com; osirio» der vollständigen Musik zu dem Trauerspiel „Stru,nsee" von Michael Be^r. Meyerbeer wollte damit den Ruh» seinefrüh verstorbenen Bruderauffrischen und befestigen; in der Thar har t|.i6 Stück seine Wiederaufnahme an vielen Bühnen nur der brüderlichen Musik zu verdanken.! (Schluß folgt.) Geschichte der Märtyrerin Suleika. In dem soeben au-gegedenen Bande der „Zeitschrift der >Deukschen morgen^ändifchen Gesellschaft" (Bb. 18 Heft 1 u. 2) theilt!tzerr Professor Fleischer unter dem Titel „Jüdisch -Arabischeau- Magred" Folgendemit.. „Die nachstehende Erzählung von d-m Märtyrertode einer magredinischen Jüdi^ irz doppeltgereintten, aber unme, r! *) Die Direktion der Großen Oper fürchtete, Meyerbeer machte mit der Vollendung der „Hugenotten" zu lange zögern, und setzte eine Eonvenrionatstrafe von 30.000 Franc« fest, falldie Partitur nicht am bestimmten Tage überreicht sei. Meyer» beer, der noch vielean seinem Werk zu bessern fand, erbat sich an dem Verfallstag noch einige Monate Frist; als man ste ihm nicht gewährte, zahlte er ohueweiterdie- 90,000 Francuab behielt dje Partitur. Lin Zug von künstlerischer Gewiffen«» strenge, wie er fetten vor komme» dürfte.

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