Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 20 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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79 I Eine amerikanische Predigt. B< : unS liegt eine soeben in Philadelphia im Druck erschien ne Predigt be< dortigen Rabdinm Nr. David Einh rn, gehalten am 18. Marz, d. i. am 1127'v szum Besten der Sanitär;' Fair), auf den Text 2 Mos 17, 16.: ,Gott« I ist der Krieg gegen Amalek von Geschlecht zu Gcschle yk!" Die Predigt ist mit einem so seltenen Feuer, mit ei er so eminenten Kraft aus dem reinsten Geiste, auS de 7 glühendsten Herzen abgefaßt, baß wir uns nicht versage können, hier etwas näheri darauf ernzugebm. O«U Redner erklärt zunächst »aS Verhältnis Amalek» zu ^ic sie sagt, innerster die am der chri eid und Repudli ein drei würden Y ei und sagt: Infolge dieser Erzfeindschafr gegen Gon änd sein Volk ist Amalek in Israels Mitte zum AuSdrr k des bösen Pcincips geworden. UederaU ist tue Saat smaleks, wo das Schlechte und Böse waltet, wo namenl ich wohlfeilen Muthe« die rohe Gewalt gegen die wehrlos Unschuld zu Felde zieht und wo die Majorität im Di aste der Lüge mit frevelnder Faust der schwachen Minori al ins Angesicht schlägt. Und so ertönt heute noch der Ru : Gottes ist der Krieg gegen Amalek von Geschlecht zu Ges stecht! Sehen wir nun, wie dieser Krieg jetzt in unseren Lande unter den obwaltenden Umständen zu führen." Zu -st zeigt er nun die Nothwendigkeir des-Kampfes gegen lie Race n k n e ch t u n g, gegen die Sclaverei der Reger. Er zeigt mit den lebendigsten, einschneidendsten Worten, daß kein „historisches Recht" dieses furchtbare Unrecht decken und baß keine Sophistik es möglich mache, die Sc lorrei als gerechtfertigt aus der Bibel zu demonstriren. Ab« auch ein zweiter Kampf gegen Amalek ist uns in unsre r Tagen nicht erspart, der Kampf gegen Gewissensknecht rng. Oer Redner geht hier auf die neuesten Versuch einer gewissen Partei ein, die bereits einen förm» lichen 2 nkrag bei dem amerikanischen Senate eingebracht hat. S Ro. 17 der A. Zeit. b. Jut^ntk. Er sagt hierüber: „3a, \ ceunde! so unerhört eS anch in dieser Republik tlrngen ^nag — es ist nichts destorümiger wahr: eine An» zahl vc»r Geistlichen einer gewissen christlichen Secte — die Me rheit der christlichen Geistlichen in .diesem Lande verdamr n solches Streben sicherlich nicht weniger alS wir — geht mit nichts Geringeren^ um, als unsere Constitution die Schutzfeste der Glaubensfreiheit. in eine Zwing» bürg di GlaudenStyrannei zu verhandeln; sie will, wie die Verfassung verbessern, ijt der Thal aber ihrem Geiste nach vernichten durch das Anhängsel: titanische Ration fei eine christliche, der Stifter lichen Religion werde, als Beherrscher der Völker und dessen Wille als höchstes Lanbesgesetz anerkannt, und dieser C cundsatz solle als Maßstad dienen für den Amts» alle übrigen Gegenstände l Würden die Väter der könnten sie sich auS ihrenjGrädern erheben, nicht rches Weh über ein solches Unternehmen auSrufen, sie den Urhebern eines so verwerflichen Planes nicht zürnend und donnernd zurufen: Kinder haben wir erzogen und erhoben, und sie sind zu Frevlern an uns geworbenl? Könnte ein solches Unternehmen gelingen, so würben nicht nur wir, die Bekenner des Ewig »Einzigen, sondern auch die Tausende, ja Hunderttauseade, die. zwar den christlichen Namen tragen, gleichwohl aber dem Stifter der christlichen Religion eine göttliche Autoritär nicht. zuzuerkennen vermögen, ganz und gar unfähig sein, den Eid auf die Constitution zu leiste» und somit auch nur Bürger zu werden; so würde Amerika nicht dlos ein christlicher Staat, sondern ein^ förmlicher Kirchenstaat werde» und Washington in ein zweites Rom, der Präsident der Vereinigten Staaten in eine» Padst und der Congreß in ein 'geistliches Tribunal sich verwandeln! Ja, es würde, ist einmal eine solche verderbliche Richtung eingeschlagen, früher ober später unausbleiblich zu einem Kampfe auf Leben und Tod selbst zwischen dm verschiedenm christlichm Seelen kommen. Auch da würde die Majorität die Minorität knechten wolen, zumal die Staatsamter als geistliche Pfründm erschienen und die Gläubigstm, wofür die numerisch Stärker« sich immer ausgeben, mindestens die fettesten Pfründen für sich in Anspruch nähmen, rmd diesi» 'Land, bi6t)ef; der Stolz und die Zierde der Welt, müßte über kur; oder lang einen Bürgerkrieg erleben, dessen Greuel zu denen des gegenwärtigen Krieges wie wüthmde Orkane zum leisen Wehen eines säuselnden Blattes' sich verhielten. Die Bürger-würden bann, in der einen Hand die Bibel, in der andern den Revolver tragmd, an der Wahlurne erscheinen und die blutvriefmdm Sieger ihre Triumphe unter dem Freudenfeuer drmnmder Kirchen feiern. Und nach dem allen mtdlöden sich jene Männer nicht, ihre sogenannte VerLesserung der Constitution zur Befesti, gung des Friedens, der Ruhe, der Gerechtigkeit und Wohlfahrt der Vereinigten Staaten zu fordern! Als ob der gegenwärtige dlulgetränktt Hader und die herrschende Coerup» lion dem Mangel am christlichen Glaubensbekenntnisse ihre Entstehung zu verbankm hätten, als od die Prediger des Südens nicht eben sowohl für die Sclaverei, tvie die Prediger des Nordens gegen die Sklaverei auf das Christen» rhum sich beriefen, als ob überhaupt die Religion dadurch an veredelnder Kraft gewinnen könnte, daß ma» denen, die ihren Himmelstkau trinken jolle», da« Fett »er Erde als Köder hindält, »aß man sie zur milchenden K rh, zum Netze für Amtsfischerei, kurz zu einem Hand lsartikel erniedrigt, um auch, auf diem heiligstes Gebiete der Schmuggelei Thür svrd Thor zu! öffnen! Und welch, Zeit erwählt man sich für solche Umftnrzpläne? Dieselbe Zeit, ir in Europa ein-Staat um dm andeon die verroste seln de- Glaubmszwangelt von sich w!irfr, denselben blick, in welchem Amerika sich rüstet, die alten Ne^ zu zertrümmern!-Während die Tobten auferstehei, solle«; die Lebendigen begraben werden; an! die Stelle ter sogenannten Söhne Ham'S sollen die Söhne Abraham', treten, die Söhne Schem's, in >erm Zelten Japher wohn!" — (Schluß fol< erwählt welcher en Fes. Augenerfessela -> i Notizeo des Tages. Aus den letzten Moüaten. Die ungerechte Gefangensetzuag zweier Juden ir in Marokko, nachdem bereitein anderer auf die Beschuldigung einer Vergiftung und ohne daß ssgmd eia Beweis gebracht werden konnte, hingerichlet worb n, ver- Safi bloße