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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 20 (1864) · p. Seite 80

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
20 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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80 anlaßre Sir Mose- Montefiore nach Maro reisen. Er bewirkte nicht dlos die Freilassung fangenen, sondern überreichte auch in einer feierlichen dem Kaiser ein Gesuch, auf welchedieser einen erließ, der auch den Israeliten seine- Landerechligkeit verheißt. Der edle Greis ist von seiner lichen Reise glücklich wieder in London «ingetroffea streu,e b ' fo zu Te- ^Utzieaz irman Gechwer» bej' «n arj a > Ja Wien war der bekannte Schriftsteller Dr «egen einer Stelle in dem von ihm hecausgegebenrr» buch für Israeliten", in welcher die Messia-lehre war, der Schmähung gegen daorthodoxe Judenrh der Rrligion-störung gegen da- Christenthum Der Gericht-Hof sprach ihn von der ersten Ankla, verurtbeilte ihn aber wegen dezweiten Vergeh vierzig Gulden Strafe. Vielleicht batte die zweite ihn auch hiervon fceigesprochen; Herr Kompert evor, um Weiterungen zu verm-iben, die Sache beruhen zu lassen. In Würtemberg wurde ein Gesetz über die völlige Gleichstellung der Israeliten von den Kammern vor rl und von der Regierung erlassen. In der Schweiz sind in diesem Jahre zwei Professoren jüdischen Glaubenzu Rectoren der beiden Universitäten Zürich und Bern erwählt worden. Hompert Jahrrochen und etlagr. e frei, nzu »stanz ec zog uf sich U! :■ In Dänemark wurden zwei Israeliten in den neuen Reich-tag gewählt. In Leipzig hat eine neuangelegte Straße den Namen Mendel-sohnstraße erhalten. ajliten od bete delcher furch Dr. ttv Adr che» Dr. i! er Einen schmerzlichen Verlust erlitten die Baiern- und dieseganze Land durch den Dr. Arnheim, Advocalen, der seit 1848 Abgeorch Wahlkreise- Hof und Münchderg war und sich a viele Verdienste erworben hatte. Nicht minder wurden die Israeliten Berliy den schnell aufeinander gefolgten Tod de- Pre-i Michael Sach- und deal- Schriftsteller, Stab« geordneter und Gemeindevorsteher vielfach wirkst»! Morltz Veit in riefe Trauer versetzt- Die israelitischen Gemeinden Italiendad n sich, nachdem sie durch Vertreter einen Congreß zu Ferrara gehalten, zu einem Verbände geeinigt, der ihre I »teressen nach innen und außen wahrnehmea soll. Auch in Neu-Seeland blühen israelitische Keinemden auf und werben Synagogen gebaut. Der Erwerb von Grundstücken ist den Juden in Galiziennoch nur an Bedingungen geknüpft. D» rch ein vom Reich-rathe volirte- Gesetz wurde jener für die Israeliten in Czernowitz völlig frei gegepen. Die k. k. ungarische Statthalterei hat ein Commission berufen, um über die Verwendung debiauf anderthalb Millionen Fl. angewachfenen ungarisch-israelitischen Schulfond-, namentlich über Grüadupc eine- Radbinerseminar« eia Gutachten adzugeben. Unter den österreichischen Soldaten, wel h wegen Au-zeichnung indem schl«-wig»holsteinisch,n Krie e Tapferkeit-medaillen erhalten haben, sind auch mehrere Jaden. ------; ----- I Querzuge. Em Knabe steckt die Finger zwischen die Stangen de- Käfig«, darin ein Kanarienvogel. Dieser bläst sich auf, schlägt mit den Flügeln, streckt den Hals, offner den Schnäbel und fährt — wie bijtzen die kleinen Aeuglein — auf den Finger de- Knaben los. Dieser schreckt zurück und zieht den Finger schnell zwischen den Stangen heraus. Tbörichte- Kindl Hätte dein Finger einen Augenblick still gehalten, du härtest gefunden, daß der zarte Schnabel de- Vogeldir kaum eine Empfindung verursacht hätte, und wie schnell der Vogel zurückgewichen und in die äußerste Ecke de- Käfiggeflüchtet wäre. Ader wies sind wir nicht alle solche thörichte Kinder durch unser ganze-Leben hindurch i Und wenn ein Gegner oder irgend eine Lage unnur ein drohende- Gesicht zeigt und einen Angriff auf uns versucht, fahren 'wir voll Schreckenzurück, unsere Einbildungskraft vergrößert die Gefahr hundertfach und unser Herz pocht hörbar an die Wand der Brust. . . . Bleiben wir aber fest, schauen wir muthig dem Angriff in- Gesicht, und siehe da, sie weicht zurück, immer geringer und unbedeutender wird sie, und wir gehen vorüber, ohne nur die Erinnerung davon zu behalten. Anekdote.! Eine Jüdin, die in der jüdische» Volkssprache zu reden i gewohnt war, fühlte sich feit längerer Zeit unwohl und ' befrug einen Arzt, der Christ war. „Seit wann fühlen Sie sich denn unwohl?" frug dieser. „Seit Tischebow", lautete die Antwort. „Seit Tischebow? was ist die-?" frug der Arzt. „Herr Doctvr,. ich fühle mich unwohl seit Zerstörung Jerusalems", erwiderte die Frau. Allgemeine Zeitung de« Iubentbum«. No. 19. 1864. Inhalt: Leitende Artikel: Da« ungarische Rabbiner» seminar. — Zustande in Mizau. (Schluß.) — Einige kritische Blicke auf Zweck und Grund der Gesetze nach Maimoaide«. (Schluß von v l.) — Spenden-Liste für die Rießer. Stiftung. — Zeirung«aachrichkeu: Deutschland: Frankfurt am M. Preußen: Berlin,Thorn,Berlin. Oesterreichischer Kaiser, staat: Wien, Wien. Lemberg, Au« Oberungarn, Au« Galizien. Nordamerika: Philadelphia. JLaT Zu besirhen durch I«de» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich V* Thaler. Berantwortljcher Redakteur: G. Fritzsche. vertag »a 9« ■ ■liiticil — Dr,« eea ». »r«, t,, ia grf»|ia.

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