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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 15 (1864) · p. Seite 58

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
15 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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58 und den Strom zu wieder etwa- .senkt, von beiden Geilen aber adfällt und hier von Strauchwerk und Gehöl besetzt ist. Ewurde daher beschlossen, da die feindlichen Rilizen auf dem Plateau standen, da« uuionistisch« Corps in drei Abtheilungen zu trennen. Die stärkste unter dem ui mittelbaren Befehl de- General- Burtler sollte rasch, wonöglich mit dem Bajonett auf den Feind lo-stürmen, r »ährend die linke Adtheilung unter dem Befehl Robertmd die rechte unter dem Commando eineandern tüchtigen 2 »fficiermöglichst unbemerkt an den beiden Seiten de-? lareauhinaumarschiren und zur rechten Zeit und an rechter Stelle dem Feinde in die Flanken fallen sollten Eine furchtbare Entladung aller Geschütze würde ihn m da- Zeichen zum Angriff sein. Zu diesem Zwecke sol ten die l beiden Adtheilungen drei Stunden früher als da- Mittel» treffen aufdrechen. Man kam überein, daß, wer n auch der erste Angriff unter Bultler den erwünschten Erfolg nicht ganz haben sollte, doch der Ueberfall von beiden Flanken stattfinde, um den Feind in Unordnung zu ' ringen. Der Plan wurde ganz der Verabredung gem | auSgeführt und schon zwei Stunden nach Mitternact t brach Robe« mit seinem Detachement auf und marschir e links von der Hauptstraße ab. Er gab die strengsten befehle, soviel wie möglich jede- Geräusch zu vermeiden, un > führte feine Soldaten in einem großen Bogen zu der St lle, wo er den Angriff zu thun beabsichtigte, um etwaige D'cposten der ConföSerirlen zu umgehen. Bei dem ersten . Grauen de- Morgens war er an Ort und Stelle angelai gt und harrte nun de- Signals. General Bultler ma;tt zur bestimmten Zeit den Angriff von vorn und ßür nt« mit seiner tapfren Schaar auf die Feinde lo-. Di« e aber, ihn erwartend, hielten dem Sturme wacker St»nd und eröffnten hinter Verhauen und Barrikaden, die sie st leunigst während der Nacht aufgeworfen, ein mörderische- Newehrteuer. Buttlers Soldaten wichen zurück, die Conf »beritten in ihrem SiegeStaumel ließen sich verlocken, ai - ihren Verschanzungen heraus ihre weichenden Feind« zu verfolgen, und nun ließ Buttler durch eine Kanonade auall n seinen Geschützen den detachirten Corp» da- Zeichen zum Angriff ihrerseits geben. ES war ein stiller Morgen und die Luft trug den Schall de- Geschützdonnerklar bizu d, r Stelle, wo Robert stand. Sofort schwenkte er feinen Degen, rief mit gewaltiger Stimme: „Drauf und dran, Brüder, die Union für immer!" und stürzte mit seinen Jägern 'durch das Gehölz, da- Plateau hinan und auf d e Feinde los. Einige Zeit spater geschah dieauch von de andern Seite und zugleich rückte Buttler von neuem v>r. So waren die Milizen von New-Orlean-, tapfre, legeisterte Männer, aber de- Kriegewenig gewohnt, vor dreien Seilen angegriffen, überfallen, eingeschlossrn; sie s chen ihre Glieder zersprengt, ihre CorpS in Unordnung gebracht, wußten sich kaum zu vertheidrgen, wichen vor b m Mörderischen Angriff zurück und lösten sich bald i l wilder Flucht auf. Dies war e-, was Robert erwartet hatte, und indem er seine Leute, statt sie zu kämpfen auf »fördern, nur in die Mitte der fliehenden Feinde immer mel r hineinzudrängen suchte, kam es, daß er zugleich mit di sen durch die Wälle und über die Brücken hinweg daS! 5hor der Stadt erreichte, eS besetzte, die Feinde, die hi tter ihm waren, zurückschlug und sie nöthigte, recht- und intum die Stadt zu fliehen, woran sie freilich durch l ie beiden andern Corps vielfach verhindert wurden. Bald langte auch General Buttler an, die Unionisten zogen siegreich in die Stadt ein, deren völlig« Einnahme ihnen bei der grenzenlosen Verwirrung, die der Flucht der Milizen folgte, leicht war. General Buttler setzte Richardson zum einst» welligen Commandanten der Stadt ein und zog mit einem großen Theile seine- Heere« sofort weiter, theilum die flüchtigen Milizen zu verfolgen und sie zu verhindern,' sich zu sammeln, theils um ein CorpS zu vernichten, dasich weiter oben am rechten Ufer de- Mississippi al« Reserve aufgestellt hatte. Welche Gefühle unsren Rodert beschlichen, aldie erste Aufregung de- Kampfe- und Siege« vorüber war, können wir unleicht verstellen. Und doch waren sie nicht dlv« freudioer Natur. Die Hoffnung, die ihm von Anfang an beseelt und aufrecht erhalten hatte, die Sache der Union siegreich in sein« Vaterstadt wieder einziehen zu sehen, hatte sich glänzend erfüllt. Und ihm selbst war ein so bedeuten» der Aarheil an diesem Triumphe zugefallrn. Ader mußte er sich nicht selbst wiederum alden vorzüglichen Urheber aller der Leiben und Drangsale ansehen, die jetzt über seine Darecstabt heraufkommen mußten, die sie vielleicht so tief linken lassen würden, daß sie sich niemals wieder erheben könnte t Und war nicht daihm versagt geblieben, waer sich als den Höhenpunkt feine- Glückeerträumt? So kam e-, baß bald eine tiefe-Traurigkeit seine Seele erfüllte. Er sagte sich, Antonie sei für ihn auf immer verloren, auch wenn ihre Verbindung mit Seldom jetzt nicht mehr stattfinden würde, und da er sie al« die BraulfeineS anderen ansehen mußte, nahm er sich vor, sie nicht zu sehen und zu sprechen. Doch die Stunde der Rast, die er sich nach so großen Anstrengungen gestatten mußte, war schnell vor» über und der Andrang der Geschäfte so groß, daß er alle anderweitige Betrachtung von sich weisen mußte. Er hatte nach kurzer Ueberlegung den Entschluß gefaßt, all« diejenigen Maßregeln zu treffen, welche nothwendig aus der neuen Lage der Dinge entspringen mußten, alles Weitere aber seinem Chef vorzubehalten, der nach wenigen Tagen zurück» kehren mußte. Er ließ den Belagerungszustand über New» OrleanS proclamiren, besetzt« alle Ausgänge, öffentlichen Plätze und wichtigen Punkte der jStabt, gebot, niemanden ein- und auSzulassen, vertheilke die anwesenden Truppen in die verschiedenen Quartiere, setzte Offieiere zur Hand» hadung der Polizei und Gerichtsbarkeit ein, belegte die öffentlichen Kassen mit Beschlag, befahl den Einwohnern, Waffen und Munition bei strenger Ahndung einzuliefern, und schrieb die nöthigen Requisitionen zum Unterhalt« seiner Soldaten au-. Seine genaue Ortskenntniß machte es ihm möglich, diese »umfänglichen Arbeiten in wenigen Stunden zu beenden. In irgend welche Privatverhältnisse einzugreifen, oder über verdächtige Personen Strafen zu verhängen vermied er aufs sorgfältigste. Erst al< er so! seinen Pflichten genügt hatte, gestattete er sich die Freude, i seinen treuen alten Cock vor sich zu lassen. Der alt« Mann war wie närrisch vor Freude und er, der sonst so ruhig, : gemessen und kalt, vergoß Thränen und umarmte wieder» I holt seinen jungen Herrn, den er nicht gehofft, jemal« wiederzusehen. Als ihm aber Robert nun gar mittheilte,; daß von den damals mitgenommenen Capitalien noch drei , Viertel unberührt in New »Port stünden, konnte er sich vor Vergnügen kaum halten. Er überreichte als Gegen»

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