Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 13 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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51 baß wir damit nicht eher hervortreten dürfen, all bis Antonie darauf vorbereitet ist. Jetzt erlauben Sie mir wohl, derselben meine Aufwartung zu machen." De Castro nickte mit dem Kopfe. Die Worte seines neuen Schwiegersöhneharten ihn nicht auf das ange« nehmste berührt. Aber die Dortheile, die diese neue Der? dindung namentlich in der zu erwartenden Zeit der Unruhe und Schrecken für sein Haus bot, und die Befriedigung, die durch diese« Geschehniß seinem Aerger auf Rodert wurde, Hoden ihn bald darüber hinweg. (Forts, folgt.) Anhaltische Juden. (Schluß.) Oer Königlich Preußische Sanitäl-rath Ür. Phöbu» Philippson, der Verfasser „der Marannen", de« „unbekannte Rabbi", der Mitarbeiter am Bidelwerke seines Bruders, und der letztere, der um das Judenthum hochverdiente Heraus» geber diese- Blatte-, sind Söhne des Vorgebachken. Beide sind zu Dessau geboren. Auch Gonhold Salomon, geboren am 1. November 1784, der berühmte Prediger am Tempel zu Hamburg, der gegen die Professoren Rühs und Fries so wacker und warm für seine Glaubensgenossen stritt, ist ein Sanders» lebener. nicht minder der noch heute im gesegneten Andenken lebende Raddiner Meister und dessen Sohn Di*. Jeremias Hememann, früher Consistorialrath in Kassel, bekannt durch seine Erdauung-schriften, Uedersetzungen, Almanache, jüdischen Lesebücher, die Zeitschrift Jedibja und die Samm» lung der die religiöse und bürgerliche Verfassung der Juden betreffenden preußischen Gesetze. Sein Bruder war Rad» biner in Gothenburg; ein anderer hat verschiedene Rechenbücher «dirt. Auch der Neffe des Meister, der Prediger I. Wolf, war ein Anhaltiner . (im Jahre 1782 zu Dessau geboren). Ec hat mit M. Philippson, Salomon und Neumann (geboren zu Brody, dann Lehrer an der Franzfchule in Dessau', später Oberlehrer an der Jsr. Wilhelmsschule in Breslau,Verfasser des nxp mpo N7 D'nban min ivv, eines Programms über Hiob, einer Abhandlung über die Massora rc., später Mitglied der Gesellschaft zur Berbrei» lung de- Christenlhums in London) die 12 kleinen Propheten unter dem Titel r Reines Speiseopfer, übersetzt und im Jahre 1808 die erste deutsche Predigt in Deutschland gehalten. Oer Lehrer der Mathematik Isaak Wolf zu Berlin war sein Bruder. Schon vor Mendelssohn- Geburt hat in Dessau eia Rabbiner Wolf gelebt, von dem ein Werk iro'ja vy civitas Benjamin oder Eiposiüo AggadMh existirt. Und um beim verwandten Namen -u bleiben, so stammt auch der tüchtige Hamburger Arzt Dr. Ludwig Wolff aus dem Dessauifchen. Er hat über Schutzpocken und chronische Entzündung de» Rückenmarkes geschrieben, und feine Dissertaüo de organo voeis mammalium gehört zu den elegan» testen, die je auf Akademien erschienen sein mögen. War Dr. DavidFränkel auch zu Berlin (im April 1770) geboren, so gehörte er doch seiner ganzen Thätigkelt und Geist,-richtung nach Anhalt und besonders dem Kreise jener Männer an. welch« den Namen der Jsr. Haupt »(Franz») schule in Dessau über Deutschlands Grenzen hinaustrugen. Er war Oirectordieser Anstalt, Ec har da- Buch Jehoschua übersetzt und ist als Herausgeber! der Sutamirh, einer Zeit» scheift zur Beförderung der Cutter und Humanität unter den Juden, von segensreicher Wirkung gewesen. Der Medizinalrath Dr. Frankel und ein Bruder desselben, länger« Zeit hindurch Arzt in der Krim,! jetzt Irrenarzt in Dessau, beide von wissenschaftlicher Bedeutung und der eine poetisch sehr begabt, haben dem Judenthume leider! den Rücken gekehrt, gleich dem berliner Justkzrath Dr*. Friedheim, der zu Köthen geboren ist und eine Dissertalio de legibus, ei quibus paricidium hodie adjudicandum est, geschrieben . hat. An der Franzschule wirkten auch noch Levy Rubens, der Erzieher des Königlich Preußischen Legationsrathes Phitippsdorn, Lehrer der englischen Sprache, der außer andern Büchern einen Leitfaden für den Unterricht in der. englischen Grammatik geschrieben hat. — I. Louis, em geborener Dessauer, Professor und langjähriger Lehrer der französischen Sprache an der Franzfchule, «egen seiner Leutseligkeit beliebt und geschätzt alslHepau-geder französischer und englischer Lehr» und Lesebücher, französischer Theaterstücke, wie er auch die Vorrede zu Philipp Pung's „Alphabetisch-biographischer und chronologischer Liste aller gelehr» ten Juden, Jüdinnen, Patriarchen! und berühmten Rabbiner vom Anfang der Welt dis auf di« neuest«» Zelten" geschrieben har; Arnheim, bewähr/ als RtchMlehrer und Herausgeber! des '*09 ]*i«b q:*i rn«; Sal-mon Lax, als Lehrer der neuern Sprachen, Verfasser kleines Lehrbücher, verschiedener Abhandlungen, eine Zeit lang mit Dr. Salonton Heraus» geber der Erhvlungsstunben; auch Louis Lipmannssohn, Lehrer zu Landsberg an der Watt« (gab Predigten heraus), und Selig Lipmannssohn,vLehver m Mehle im Hannöver» schen, sind Sanderslebener, während ^er Privatgelehrte Marcus zu Paris, der Uebersetzer und Cpmmentator des 2. Buches der Naturgeschichte *drs Plinius (geboren 1803), und der Rabbiner Nathan, (gestorben 1785), der Verfasser des Pescher Dabor, eines Commeqrans über das Luch Hiob, geboren« Dessauer sind. — Anhalt» Berndurg, von bei weitem weniger Juden früher bewohnt, hatnur einige, aber vortreffliche Männer zu dem Gelehrtencontiagente gefielst. — Isaak Marcus Jost, einer [buj bedeutendsten jüdischen Gelehrten, wurde am 22. Februar! 1703 in meiner Vater» stadt geboren. Er ist ein Afteösgenoss« meines seligen Vaters gewesen, der mir oft von dem armen Knaben erzählte, der seinen erblindeten Vater, durch di« Straßen führte. Er ist der erste bedeutend« jüdische Historiker, als Pädagog, Herausgeber der israelitischen Annalen, eines Wörterbuches zu Shakspeaw, eines Lehrbuches der englischen Sprache. als vorzüglicher hebräischer Stilist, durch seine Streitschriften gegen Chiarini und Streckfuß berühmt und bei allen Frankfurtern (hier war er Oberlehrer an der Jüdischen Realfchulj) noch heute im lieben Andenken. ~ Ei« weiterer Landsmann ist Di*. Ephraim Salomon __ Unger, 1789 zu Koswig geboren. Er war im Hebräische» feh« bewandert, Privatdoceiu^- in der Philosophie zu Erfurt, wach Auflösung der Univer» sität Assessor in der Eichungseommission. Mit Forder