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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 11 (1864) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
11 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Seine Hände ballten ficd, seine Schritte beschleunigt n sich, unbewußt, feine.Brust athmete schwer, selbst Tbrän n drängten sich au» seinen Augen hervor. Immer wirier wurde es in seinem Geiste und lange rang er vergebens nach Fasiuag und feine Lippen stammelten: Wer sagt m r, wasich thun foll* Robert war unvermerkt bis an da» Ufer de- Hafengekommen, und als er hier, hart am Rande de- Waffe, -, stillstand und sein Auge über die Wasserfläche schweif e, bemerkte er in kurzer Entfernung ein englische- Sam; fr schiff, daauf dem Radkasten eine Tafel mit den Wort m in große« Lettern trug: „Abfahrt nach New - Dort morg'n 3 Uhr nachmittags." Robert wurde von diesen Wort« betroffen Er sah wiederholt, hin, wie um sich die Gewißheit zu verschaffen, daß er sich nicht täusche. Sie erschien m ihm wie ein Wink von oben, wie ein Wegweiser für b:n Entschluß, den er zu faffen habe. So war da« Mir el zur Flucht ihm gegeben. Zwar durfte er nicht wag«n, sich am lichten Tage auf da- Schiff zu begeben, weil er fürchten mußte, daß er von Spionen der Machthaber gesehm werde, die nicht unterlassen würben, gegenwärtig alle sei re Schritte bewachen zu lassen. Er beschloß daher, zu d, m treuen Agenten seines Vaters, der auch seine Angelegenheiten 'besorgte, zu dem redlichen William Cock zu eilin, damit dieser die nöldigen Vorbereitungen tc.ffe und 'best der« auch so viel Geldmittel wie möglich zu'ammemchaj 'e, um diele wenigstens aus den Trümmern seines Vermöge >s retten zu können. Der junge Mann wandte sich ba> ec zur Stadl zurück. Wunderbar schnell war unter dem E ndrucke dieses Vorganges sein Plan zur Entscheidung gere ft. Ec war sich bewußt worden, daß es ihm eine reine l nmöglichk.it sei, in die Reihen der Confödcricten zu trct n, daß er sich selbst verabscheuen müßte und daß er selpst seine Liebe für diesen Preis nicht erkaufen könnte. Sei, Seele lag jede Regung des Ehrgeizes fern und der Ge'ban U, durch die Einwilligung in Benjamin- Verlangen schr ell zu Ebren und Einfluß gelangen zu können, war nicht c nmal in ihr aufgetaucht. Jetzt aber, wo .er sich derr.tS entschi. den hatte, stieg auch die Zukunft schon in ein m Hellern Lichte in ibm auf. Seine Antonie würde i m treu bleiben, die gute Sache müßte, wie ihm bünkre, in kurzer Zeit dock siegen, ihr wollte er alle seine Kra re, welche die Gegner für sich erzwingen wollten, widmen; ,m Geleire ihres Triumphes wollte er zurückkehren, und da an würde ihm auch sei» väterliches Gut wieder zurücklal ea müssen. Mit di.srn Gedanken beschäftigt gelangte' Robert zu dem Eomroir des alten William. Cock. Er fand ihn zu Hausi. aber in einiger Unrud^um ihn. Er tbeilte i! m mir, daß lein Freund Selbcpn schon zweimal bagewc'en und nach ihm gefragt habe, ihn auch hatze aushorü en wollen, ob Rodert gegenwärtig bei ihm Kasse bade, die zu einer größeren Reife und längerer Abwesenheit genügen würde, und baß - er nörhigrnfallS mit einer, ziemiicten Summe aushelf,n könne, Fragen, auf die er, Cock, r ur ausweichend oder gar nicht geamworkrr habe. Rodert n ar hierüber. sehr erstaunt; er wußte es sich nicht zu deut n. Sollte Seldom wirklich ein DerrakbEzsein, im Einverstm dniß mit dem Senator Benjamin, voraussttzen, daß Rob-rt fliehen werbe und, um dierechtzeitig zu erfahren, Ire alten Cock haben überlisten wollend Eine furchtbare Biti krer' keit erfüllte Roberts Seele bei diesem Gedanken; aber er fühlte, daß es jetzt zu handeln gelte, und schlug alle anderen Gedanken gewaltsam in sich nieder. Der alte Cock war ein treu erprobter 'Diener seine- DaterS. Odschon eifriger Katholik und mit einem gewissen Bedauern über das verlorene Seelenheil seines Gönner-, hatte er dessen Geschäfte mit ebenso viel Umsicht al- Gewissenhaftigkeit betrieben. Reich belohnt und dadurch selbst zu großem Wohlstand gediehen, trat «. doch aus diesem Verhältnisse nicht heraus und dirwar ein Glück für Robert, denn nach dem Tode feines DaterS lag die schwierige Verwaltung de« großen Vermögens, die Oberaufsicht der Plantagen, bieVerwerthung der Ertrage allein in Cock's Hand. So umsichtig als. Geschäftsmann, so kurzsichtig war dieser in allen anderen, besonders politischen Dingen. Was um ihn vorging, ließ ihn gleichgiltig, sofern eS nicht auf den Baumwollenpreis und den Geldmarkt Einfluß hatte. Den Aufstand der Confkderirten hatte er daher vollständig gebilligt, da auch ihm die Phrasen der Nordländer gegen die Sklavenhalter bedrohlich schienen, denn er konnte sich «ine Plantage ohne Sklaven nicht denken; wenn nur der bevorstehende Kampf nicht die Industrie völlig zerstören und voraussichtlich das Vermögen der Südländer rusniren würde. Robert wußte, mir wem er es zu tbun hatte; er stellte daher seinen Entschluß sofort als unwiderruflich hin; nicht um Rath zu holen, sei er gekommen, ändern um Hilfe zu erlangen und durch die Gewandtheit und Treue des alten Cock zu retten, was zu retten sei. Der alte Cock war wie vom Donner gerührt; er sah den Untergang d-S Hauses Richardson vor Augen; er schlug die Hände über dem Kopfe zusammen und konnte nicht begreifen, was Robert zu einem solchen verzweifelten Schritte eigentlich triebe; er sah allen Vortheil darin, wenn Robert bliebe und gehorchte, allen erdenklichen Schaden, wenn er fortzinge. Doch Robert ließ ibm michr lange Zeit zu peroriren, sondern verlangte Aufschluß, wie viel Geld er mitnehmen und auf welche Weise er unbeachtet auf bas Schiff entkommen könne. Diebrachte den alten William zu sich selbst. „Ha, rief er aus, die Welt ist aus ihren Fugen, stben wir zu, was wir davon Zusammenhalten können!" Er öffnet, seine Bücher und nach kurzem Berechnen ergab e« sich, daß er seinem Schützling und Herrn eine geringe Summe daar, aber eine sehr bedeutende in guten Wechseln auf New - Dort milgebcn könne, da soeben der Baum» wollenertraa de- »origen Jahres völlig und zu guten Preisen verkauft woctzwk war. Er nahm sich vor, noch heute und morgen einige Operationen zu machen, um in der noch möglichen Zeit auf die Grundstücke, Vorrälhe und # nächste Ernte so Hobe Summen, wie geschehen konnte, zu erbeben, damit, wenn dieRequestrirung de-Richardson'schen Vermögens eintrate — und diese würde nach Bekanntwerden der Flucht Roberts nicht auf sich warten lassen — sie möglichst geschmälert wäre, und hielt bei dem großen Credit deS Haustden Erfolg für bedeutend. Doch müsse dieS alles sofort in andere Hände gelegt werden, denn daß man bei ibm zuerst Untersuchung anstellen werde, war einleuchtend. Wage er dabei auck etwas von der eigenen Haut, so gliche sich dies durch die zu erlangenden Vortheile im Richardson'schen Vermögen wieder aus. denn bas wiffe er, Robert wäre zu solide, um den Besitz so vieler Geldmittel zu mißbrauchen. Dieser sicherte denn auch den

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