Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
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Aufforderung zum allgemeinen Lode Gotte-, hier die Hin, «eifuag, daß wir G-tl aller Orten und aller Zelten lode». Mit dem Hallelujah, mit welchem der Sänger beginnt, schließt er auch, Drittehalb Jahrtausende find seitdem verstoffen, aber da- Wort de- Psalmksten gilt in feiner ganzen Kraft auch für un-, in dem volltönlgen Preise Gottes die höchste Bethätiguag unsregeistigen Lebens zu finden. (Forts, folgt.) David Sassoon, der indische Israelit. Ein« biographische Skizze. Wir enmehmen aueiner jüngsten Rümmer der „Jllu» strated London News" folgende biographische Skizze unsres hochherzigen Glaubensgenossen David Sassoon. Herr David Sassoon, Friedensrichter für die Stadt Bombay, wurde 1782 in dem berühmten und einst so reichen Bagdad geboren, wo sein Vater bas schwierige Amt eines Staatsfchahmeisters der Provinzialregierung bekleidete. Schon früh trat Herr Sassoon in ein Bank» hau-, in welchem er bizu seinem dreißigsten Jahre blieb; da brach jene schreckliche Geißel Persiens — die Pest — aus, und gleichzeitig wurde die Administration der Regie» rung so unsicher für Leben und Eigenthum, daß er von Bagdad nach Buschir ging, dem Sitz« der britischen Regierung; und nach einem kurzen Aufenthalt dort nöthigre ihn eine Geschäftsverbindung, Bombay zu besuchen. Dies« Reife bestimmte ihn, seine Familie nach der Hauptstadt des westlichen Indiens zu dringen, wo er sich bald als einer der unternehmendsten und geachtetsten Kaufleute nie» derließ; und in Schanghai, Kanton und Japan wurden Zweiggeschäfte «tadlirr und von Familienmitgliedern geleitet. Von dem Beginne seiner Uebersiedluna nach Bombay dis auf den heutigen Tag hat er nie vergessen, diejenigen zu unterstützen, die in dürftigen Verhältnissen sind; und eS ist ein demerken-werthe- Factum, daß selten oder nie ein Bettler seines Stammes auf den Straßen um Almosen j bittend gesehen wird, da sie wissen, daß sie bei Herrn Sassoon nur Hilfe zu suchen brauche«, um sie zu finden. Herr Sassoon hat sich seit Jahren mit den Interessen der'britischen Regierung identificirt; und als Beweis für seine strenge Biederkeit mag erwähnt werden, daß, als di« Nachricht von dem Aufruhr in den nordwestlichen Provinzen Bombay erreichte, Herr Sassoon, der feit lange als das Haupt seiner Gemeinde angesehen wurde, sich an den Gouverneur wendete und die Dienste der hebräischen Gemeinde in dem Militär anbot, was die sofortige Wirkung hatte, daß viele ander« sich bewogen fühlten^ ihre Dienste anzubieten; und bei einem Tastmahl, das Herr Sassoon bei der Gelegenheit gabals Ihre Majestät die directe Regierung über Ihre indischen Besitzungen «»«ahm, sagte Lord Elphiastone, als er ein Lebehoch auf seiiien würdigen Wirth ausbrachte, „daß, mit Gefahr bedroht, und während viele -von panischem Schrecken erfüllt waren, Herr Sassoon und seine Familie die ersten waren, welche der britischen Regie, nmg hilfreich entgegenkamen. Zu verfchkedenra Acten der Wohlthätigkeit hat er diauf 100,000 t. gespendet. Unter den hervorragendsten seiner ösftntlicheu Wodlthate» sind zu nennen: die Gründung und Ausstattung des höhere» Handelsinstituts zu Bombay; Schulen für'Knaben n»d Mädchen mit einer jährlichen Gab« von -00 L.; ei« Synagoge in Bombay und eine in Poonah, jede mit der jährlichen Gabe von -00 L. Auch har Herr Sassoon reichlich deigerragen zu den Matrosenhäusera in Bombay und Hong, Kong; zu dem Hungersnorhfond; zu dem Fond für Witwen und Waisen der in dem Aufmhr gerödtetea Officiere; und zu dem Lancashsre Unterstützungsfond. Seine jüngsten Schenkungen bestehen in 2000 L. für «inen bemalten Glockenthurm im Victoria, und Akbert» Museum; 2,-00 L. für eine Stiftung für verlassene In» I validen und andere Arm« ln Poonah; und I-,000 L. für eia allgemeine- Hospital ln Poonah, zu welchem der Gon» verneur, Herr Baute Frere, am 8. Oktober vergangenen Jahres de» Grundstein legre, wobei Seine Exeellenz einige angemessene Gegenstände besprach und Gelegenheit nah» zu sagen: „Mein Herr, Sie baden das Gesthl gezeigt welches Sie für den Segen empfinden, den Sie unter der britischen Regierung genießen, indem Sie Ihre Kinder nach der Art solcher Stände erzogen, welche Ihre gnädigst« Majestät und die britische Regierung für Männer anzusehen pflegen, denen man in öffentliche» und privaten Angelegenheiten trauen kann. Nicht jeder der eingeborenen Herren kn Bombay, selbst in den jetzige« Tage« des allgemeinen Wohlstandes, kann Ihrem Beispiele folgen und ein englisches Landgut kaufen (Afhly Park in Walton v», Thame«, für Herrn Sassoon» ältesten Sohn gekauft) und sich unter die Landbesitzer Englands einreihro; aber es gibt viele, die, wie Sie es gethan haben, ihren Sohn aus ble englische Schule und College» schicken können, um nicht nur zu lernen, was englische Gentlemen wissen, sonder» auch, was sie fühlen und denken über Dinh§ von dauernderem Interesse und größerer Wichtigkeit, als wie der Wohlstand des modernen Handels angehäuft und verwendet wird. Ich muß um Entschuldigung bitten, daß ich einen so persönlichen Gegenstand berührt habe. Ich konnte mich nicht enthalten, das hervorragend« und überwiegend« Gefühl der Sympathie zu erwähnen, welche- Sie stets I für die britische^ Regierung und die britische Ration bewiesen haben — ein Gefühl, welches noch vielfach das Interesse erhöht, welches das englische Volt fiir alles das fühlt, wa« Sie thun. Ich will nur hiazustgen, um diese« Gefühle Ausdruck zu verleihen — und jeder der Anwefenbe« wirb in diesem Gefühle mit mir übereinsttmmea — daß es Ihnen vergönnt sein möge, dieses Gebäude angemeffe» vollendet z«i sehest in Erfüllung aller Ihrer Menschenfreundlichea Absichten als eine fortbestehende Hilfe für die leidende Menschheit!/ und daß^Sie noch lange Zeit ei» lebe» des Beispiel von dem Segen fein mögen, von dem der königliche Sänger Ihres eigenen Volkes gesagt hot, daß ee den erwartet,'.der sich der Armen und Bedürftigen an» nimmt." Die Seele. Bor kurze« ist eine Schrift „lleber die Existenz der Seele" von des» berühmten Augenarzt« Professor 0r. Ruer« in Leipzig erschienen, in welcher er das selb»