Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 7 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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27 <B. 2) anzudeuten, daß esich zwar um die Befreiung eine- Volkevon schwerem fremden Joche DStt), aber doch nicht blo» um diese, sondern um die Begründung und Anbetung Gölte« handelt. Ebenso rühmen«» werth ist di« regelmäßige Form in den vier zweiversigen Strophen. Höchst poetisch ist wie der Dichter Meer und Berge selbst um die Ursache ihrer außerordentlichen Bewegung befragt, und vielen Eindruck macht hierbei die Wiederholung derselben Worte in Frageform. Ver« 7 und 8 können dann auch al« Antwort der Befragten selbst gelten, die in feiner Weife da- Nahen Göltenicht blo« alden Grund ihrer Bewegung angeden, sondern auch Hinweisen, daß ebenso di« ganze Erde vor dem Herrn erzittert, so baß einerseits ihr Thun al- Theil degroßen Ganzen, nicht al- Schwache erscheint, andererseits die Herr, schüft Gotteüber die ganze Welt damit angedeutet wird. Wie vor dem Willen Gottealle Gegensätze sich vereinen, der Felsich in Wasserdach, daharte Gestein in eine Quelle verwandelt, malt die Allmacht Gotte« in plastischer Weise au-. (Forts, folgt.) > Tischreden beim Beschneidnngsmahle. V. *) Gestatten Sie mir, meine Freunde, Ihnen einen sinnigen Midrasch vorzuführen, der in seinem Texte zwar nur mit wenigen Strichen gezeichnet ist, aber in weiterer Durcharbeitung also lauten möchte. Ein weiser und mächtiger König hatte drei Jünglinge alnahe Anverwandte bei sich und in gedeihlichster Weise erzogen. In feinem Reiche bestand aber ein Gesetz, daß niemand eine höhere Stellung erlangen dürfe, bevor er nicht eine weite Reise gemacht, wo er Erfahrung und Ausbildung erlangt hätte. Aldaher die Zeit gekommen, rief der König die Jünglinge vor sich, machte sie mit seiner Absicht, sie auf eine Zeit lang in die Fremde zu senden, bekannt und ermahnte sie, seiner immer zu gedenken und sich allerorten so zu betragen, daß er sie bei ihrer Rückkehr mit Freuden empfangen könne. Die Trennung war ihnen schmerzlich, aber sie s mußten sich dem Willen deliebevollen Herrscherunterwerfen und bestiegen dafür sie bereit liegende Schiff. . Nach einer längeren Fahrt bekamen sie ein« Insel in Sicht, welche der Schiff-hauplmana ihnen alihren nächsten Boj stimmung-ort zeigte. Sie landeten und gewahrten bald! «inen großen Garten, in welchen sie eintraten. An der! Pforte empfingen sie Wächter, welche sie herzlich willkommen hießen und ihnen zuriefen: „Geher in diesem Garten, wohin eeuch beliebt, und genießet, wasich euch barbieret, seid aber zweier Dinge eingedenk: baß ihr ihn wieder verlassen müsset und nichtdaraus mirhinwegnehmen dürfet. Die Jünglinge wandelten ein« Strecke Weges zusammen, dann trennten sie sich und jeder verfolgte seinen eigenen Pfad. Der erste derselben gewahrte all die herrlichen Früchte, die, eine köstlicher und labender aldie andere, an Bäumen, Sträuchern und auf dem Boden in größter Fülle und Mannigfaltigkeit wuchsen, die verschiedenartigen Flüssigkeiten, die au- Springbrunnen und in Becken aller Act sprudelten, den Duft der Blüthen und Blumen, die ') Siehe IX. Jahrgang 1962 S. 102. 105. 109. 125. d' : n Bä deschä i c kl.t der ft t würzige Luft, alledies in einenach de kühlen Scharr schlummern, u Der andere Ji zende« Kostbar « streut waren, Grunde der gen und Höhest traten, die f und Fel-ntzen Herz und zu sammeln; waten, riß er daraus Hüllen er scheute nich! und durch w« dem glänjendeti und Fel-kflllter und hinab mehren; er b kostbare Zeit Pfad schlug der herrlichen und in Mäßi« Edelgesteine feine Aufmerts, Schönheit de- Anlagen, die^ der Wesen in ihn beherrschte feinen unermeß kennen» zu len die Zwecke un machen. Dar Herrn und M der ein so weis her Weisheit Tage, und je rnehr wuchs se Fragen ihm men gelang, schärfen, sein werben an all Großartigen-u welche« sein Da erschieß König«, der Befehl die drei zur Leben-luft der Zukunft sich von allem gehorcht werde« eine Strecke; geworden, daß gen blieb, seinen Schätzen zu sollen , uni mitnehme» dö zu können, wä > t d A> i oh t a > Der n lieblichen Gefangner Bög!el. — Er faßte sein Herz und beschäftigte sich nur damit, andem zu genießen, dann gesättigt im n eine- Baume« auf weichem Rasen zu n erwacht nach neuem Genüsse zu suchen. — ngling gewahrte auf seinem Wege die gläniren, di« reichlich durch den Garten zer» die schimmernden Goldköraer, die auf dem che lagen, die Erzstufen, di« auden Ber» welche der Garten umschloß, zu Tage Ekelnden Edelsteine, die in den Schluchten sich vorfanden. Er faßte allediein fein fligte sich nur damit, die kostbarsten Stücke füllte damit feine Taschen. Aldiese voll die Gewänder von seinem Leide und machte und Säcke, um feine Schätze zu bergen; die Dornenhecken, die sein Fleisch zerrissen che er sich hindurch.winden mußte, um zu Gestein zu gelangen, nicht die Klippen die Klüfte und Abgründe, die er hinauf tern mußte, nur um seinen Reichthum zu lichte kaum an Trank und.Speise, um die ichk zu verlieren. — Einen ganz andern dritte Jüngling ein. Auch er freute sich Früchte und genoß davon nach Bedürfnis; auch für ihn harren dir schimmernden rn Reiz und manch seltener Fund «eckte mkeit. Vor allem aber bewunderte er die Gartens, di« reichet« und mannigfaltigen herrlichen Gebäude, die Fülle und Pracht ihm, der Thiere, Pflanzen und Gesteine; da- Verlangen, den ganzen Garten und ichen Inhalt immer naher und immer mehr en, deren Einrichtungen zu erforschen, sich Absichten de- Schöpferdesselben klar zu n wachte die Sehnsucht in ihm auf, den ister de- Gartenselbst kennen zu lernen^ r und gütiger sein mußte, da alleum ihn Güte alhmete. So verbrachte er seine mehr er sich in den Garten vertiefte, desto ne Einsicht, aber desto reicher strömten die deren Beantwortung ihm nur unvollkomresto mehr fühlte er seinen Verstand sich tzerz sich veredeln und heiliger Gluth voll dem Schönen und Herrlichen, an all dem Majestätischem, auf daer traf und für ge immer offener und lichter wurde. eine- Tageunerwartet der Bote des ie zurückberief. Wie verschieden traf dieser Jünglinge! Der erste, welchem der Genuß geworden, konnte nicht begreifen, wie er in « ihn bestehe^könue, konnte enicht fassen, dem trennen zu sollen. Ader emußte; er raffte sich auf und wandelte mühsam er er war so weichlich, verzärtelt und schwaH. er nicht weit kam, zusammenbrach und liezweiten ergriff der bitterste Schmerz, von und deren stetwachsender Menge scheiden ob er auch wußte, daß er nichtdavon ft, glaubte er doch die Wächter tauschen lte da- Beste und Kostbarste au-, verbarg rnd >