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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 7 (1864) · p. Seite 28

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
7 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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—. 28 es an feinem Leid« und schleppte sich so mühßim der Ausgangspfo.cte zu. Ader die Wächter waren ibenso scharfsichtlg wie unerbittlich, sie dynnerkra ihm zur Laß zurück, was blr nicht gehört! entrissen ihm alle-,!was er rpit sich führte, und jagten ihn mit Hohn aus dem Garten. Der dritte Jüngling trennte sich ungern vi n so vielem, was er tted gewonnen, zumal er noch lange nicht das Gode des Gartens erreicht, noch lange nicht ihn vollkommen kennen gelernt hatte. Bald aber erwlchre in ihm bas freudige Gefühl, seinen hohen und g lädigen Verwandten wiederzusehen und bei ihm, wie e hoffte, den Herrn und Schöpfer des Gartens zu schauen und die vielen Räthsel gelöst zu erhalten, die ihm in t verblieben waren. Darum lenkte er mit festem Schritt und aufgerichretrm Haupte seinen Weg nach der Pforte■ wurde von den Wächtern aufs herzlichste und ehrerbieti jste entlassen und bestieg wohlgemuth das Schiff, das ihi« zurückdringen sollte. So gelangten die beiden zu de: Pforte des Palastes. Ader als die Thürsteher des Königs den einen erblickten, dessen Gestalt so verkümmert, bess n Antlitz so entstellt und voll niebern und gemeinen Aussehens war, erkannten sie ihn nicht, wollten ihn nicht als einen Verwandten ihres Königs gelten lassen und trieben ihn via dem Eingänge zurück. Den andern aber hießen sie willkommen, offneren die Pforten und führten ihn vor de!» Thron des KönrgS, der ihn gnädig begrüßte, ihn zu si h berief und von Stuf« zu «Stufe erhöhete. Dies, meine Freunde, der Midrasch. D r Auslegung bedarf es nicht, denn wohl einem jeden bo: sie sich bar während der Erzählung. Der erhabene und mächtige König ist Gott, die Insel mildem Garte« unsre Erbe, die drei Jünglinge aber bi« Menschen in de, Verschiedenheit ihrer Bestrebungen und der Eharaktere. die sie sich aneignen; wie der eine sich der Genußsuch . der andere der Habgier, der dritte aber den edelsten und höchsten Zwecken deS Lebens.ergibt, fein« Kenntnisse j u vermehren, fnne Begriffe zu klaren und sein Herz zu veredeln. Wohl, «neine Freunde, auch hier List ein Mrnschenl ind auS dem unbekannten Schlummerlande an dem Eilands dieses Lebens gelandet, die Wächter an der Pforte had^i es freudig bewillkommnet undwir haben es heute ist den heiligen Garten des religiösen Lebens eingeführl. So belebt uns alle der heiße Wunsch, baß, wenn dieser Knlde auch einst . an den Scheidewegen diese« Leben« steht, er hie Kraft und Einsicht besitzen möge, den rechten Weg zu wählen, den Versuchungen zu widerstehen, die Mühsal« und Schmerzen de« Lebens mulhig zu tragen, dessen höheren Zweck niemals aus den Augen zu verlieren und so in Erkmntmß, Liede und Gottesfurcht durch den schonen, aber nicht ungefährlichen Tarten in gedeihlichster Weife zu war dein, um dereinst mir befriedigtem Herzen und aufgerit »tetem Haupte zur Ausgangspfone zutückzukehren! Doctor Markus Bloch und Friedrich der Große. AlS der 1779 zu Karlsbad verstorbene berühmte Ichthyologe Markus Bloch seine Naturgeschichte der Fische besonders in den preußischen Staaten herauszugeben ansing, übersandte er Friedrich dem Großen die ersten senken Bogen dieses epochemachenden und noch jetzt geschätzten Werkes, um ihn dafür zu gewinnen. Ec schrieb ihm, baß ein solches bisher nicht vorhandenes Werk von ihm unternommen und mit großem Kvstenaufwande in Berlin gedruckt werden sollte und fügte eine Menge Bitten hinzu, Bitte um Unterstützung und Pränumeration, Postfceiheit für das Papier aus Frankreich oder der Schweiz, auch um einen Befehl an bi« Kammern, daß diese ihm eine genaue Specrfication aller in ihren Disiriclen befindlichen Fische, allenfalls auch ein Exemplar der selteneren Sorten zusenden möchten. Der philosophische König, welcher für solche Arbeiten keinen Sinn und deshalb auch nicht Lust hatte, sich auf diese Gesuche einzulassen, gab dem Doctor Bloch folgende charakteristische Antwort: S. Königl. Majestät von Preußen lassen dem Doctor Bloch auf feine allerunterthänigste Anzeige von 25. d. und in Ansehung deS darin gethanen Gesuches hierdurch zu erkennen geben, daß eS nicht nöthig ist, von den Kammern eine Liste von den Fischen zu erfordern; denn das wissen sie schon allerwegS, was «S hier im Lande für Fische gibt. Das sind auch durchgehenddieselben Arten von Fischen, ausgenommen im Gtatzischen; da ist eine Art, die man Kaulen nennt, oder wie sie sonst heißen, die hat man weiter nicht. Sonsten aber sind hier durchgehend« einerlei Fische, die man alle weiß und kennt; und darum ein Buch davon zu machen würde unnöthig sein, denn kein Mensch wird solchekaufen. Potsdam, Friedrich.*) den 27. März 1781. Nichts destoweniger erschi'en das Werk in zwölf Banden und Bloch« reiche Sammlung von Fischen wurde nach seinem Tode von der preußischen Regierung angekauft und bildet einen Tbeil deberliner zoologischest Museums. K. SnUg »ob SonngjTtK *) Oeuvre« de Frdddric le Grand, XXVII, 3, XVIII, XXVI. Allgemeine Zeitung de- Judenthums. No. 6. 1864. Inhalt: Leitende Artikel: Einige Nachwehen de- £om» pert'fchen Prozesses. — Einige kritische Blicke auf Zweck und Grund der Getetze nach Maimonide«. (Schluß.) — Spenden- Liste für die Rießer-Stiftung. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Würtemberg, (Schluß.) Preußen: Bonn, Breslau, Kleve. Oesterreichsscher Kaiserstaat: Die». Frankreich: Paris. Italien: Ferrara. Rom. Schweiz: Aus dem Aargau. Amerika: New-Dock. Palästina Jerusalem. yy Zu beziehen durch jede» Postamt uud jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich A Thaler. Der« atwortlicher Redacteur: <5. Fritzsche. *’• SuÄfrantlang ui VeiViig. — Dr»ck »es #> ftt c0 iing ür SriC}ig.

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