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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 7 (1864) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
7 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 Best immunals Festgesang bei der Feier de< Peiachs im Tempel (116, 19.) deutlich. Die Synagoge aber erkannte früh den -roßen Werth dieses Lobgesangs, b hnte seine» Gebrauch in der oben dezeichneken Weise aus und setzte ihm einen Segensspruch voran, der das Absagen dieses Halle!» sogar als ein göttliches Gebot bezeichnet. Die Adfassungs,rir dieser sechs Psalmen läßt sich am fü siichsten aufdie Zeit des neuen Aufschwungs des israelil schen Eulrus im zweiten Tempel in der Periode von Esra und Nechemjah verlegen. Dahin weist vaS Ganze wie[Sin* jelnes, wie IehudaK für Israel, die ironische Schilderung der Götzen, die bei Iesaias II. noch Ausspruch des Propheten. hier im Munde des Volkes ist. das besondere HUvoctreten der Priester als alleiniger Letter dem Volke Hegen» ärder, da die Eoncurrenz des Propheten- und Kenigrßums geschwunden ist. — — Psalm 113. Hallelujah. Lodet, ihr Diener des Ewigen, Lodet den Namen des Ewigen. 2. Es sei des Ewigen Name -priesen Von nun an dis in Ewigkeit. 3. Von der Sonne Aufgang dis zum Niedergang Sei gelobt der Name beS Ewigen. 4. Erhaben über alle Völker ist der Ewige, - | Ueder die Himmel feine Herrlichkeit. 5. Wer ist wie der Ewige, unser Gott, 6- Der doch thront, der tief schaut,; Im Himmel und auf Erden? 7. Er richtet auS dem Staub« auf den Armen, 1 Erhöhet au» dem Koch den Dürftigen, 8. Neben Fürsten ihn zu setzen. Neben Fürsten seines Volkes; 9. Des Haui'eS Unfruchtbare macht er wohnen Als fröhliche Mutter von Söhnen. Hallelstjah. Der allgemeine Aufruf zum Lob« Gottes, gerichrjer an alle „Diener de» Ewigen"- d. h. an alle, die den Ejvigen erkannt haben und anderen, ohne Unterschied der Nationen und Zeiten, spricht in seinen drei dreiversigen Skrdphen (1—3 4—6. 7—9.) zuerst diesen Aufruf in lebhaftster Weise aus, indem dieses Lob, unbeschränkt von der seit, alte Ewigkeit zu durchhallcn (2) und, ebenso unbeschränkt vom Raume, das ganze Weltall zu erfüllen bade (3). Denn dieses Lob muß ja dem Wesen Gottes enrspt ichrn, das erhaben ist nicht dlos über die Erde und all ihre Menschengeschlechter, sondern auch in sein» unenklichen Herrlichkeit «der alle Himmel (4), Gottes, der Erd'und Himmel geschaffen. Erd' und Himmel erfüllt, aber noch inend» lich über sie dinausreichr, alS der üderweltliche Gott, der alles Seiende durchschaut, also in allem Seienden ist aber nicht von ihm begrenzt wird, der darum einzig, vollkoi »men, heilig ist (5 u. 6). Ader das ist die wahre Größe <2 ottes, seine Unendlichkeit, daß seine Mellregierung nicht dlos l ie Geschicke der Völker und Welten leitet, sondern mir demselben Weisheit, mit derselben Lieb« bei dem Niedrigsten. L« veadften. Mißachtersten ist, ihn aus seinem Elend erhebt und Freude und Glück das Her; des Traurigsten burchst «nun macht (7 — 9). Was ist herrlicher, was bezeichnend r für die israelitische Gotteslehre und den israelitischen € änger als der unmittelbar aneinander gerückte Gegensatz v, n der < Herrlichkeit Gottes über all, Himmeh und wie er aus dem ■ Sraube den Armen aufrichter, den Dürftigen erhöht und die trauernde Unfruchtbare zur fröhlichen Mutter von , Söhnen machr! Zartsinnig läßt der Sänger den Dücfri, : gen seinen Stuhl nicht nur neben Fürsten setzen, sondern „neben Fürsten feine- Volkesweil eS beS Niedrigen höchstes Glück ist, unter denen hoch zu werden, die idn in feiner Erniedrigung gekannt, und weil dies um so schwieriger ist. Erinnert man sich ferner, wie die kinder- . lose Frau im Morgenland« in größter Mißachtung, die kinderreich« in hohen Ehren stand und steht, so wird man den feinen Zug am Schluffe nachfühlen. Oie „Unfruchtbare des Hauses" deutet an, daß eine solche Frau fast dem Hau>< nicht angeköriq, nur wie in ikm geduldet erscheint, nun aber, da sie fröhliche Mutter von Söhnen ist. im Haus« als die rechtmäßige Gebieterin fest und sicher wohnt. Hier ist lauter Licht, kein Schatten; nicht wie Im Liede der Hannah wird Gott gepriesen al» der belebt und lödtet, erhöht und erniedrigt, reich machr und arm, sondern hier nur als der allliedende Spender de- Glückes und des Heils. Wenn es dem 'öedräischen Sänger Ehr« macht, so den Preis seines GorreS nicht allein in seiner unmeßdaren Höhe im Weltall, sondern auch in seinem stillen Walten in Haus und Hütte zu finden und beide Momente mit gleicher Innigkeit und Erhabenheit zu umfassen: fo gereicht es noch mehr dem Volke zur Ehre, bas ein solche Lieb zum Ausdruck seiner Festfreude und seines Festjubels in seinem Rarionalheiligthum wählte. — Psalm 114. Als Israel zog aus Egypten, JakodS Haus vom Volke fremder Zunge: 2. Da ward Jehubad Ihm zum Heiligthume, Israel Seine Herrschaft. 3. Das Meer sah's und entwich. Der Iarden floh zurück: ' 4. Di« Berge hüpften wie Widder, Hügel wie Lämmer. 5. Was ist dir, Meer, daß du entweichest, Dir, Iarden, daß du fliehst zurück? 6. Euch, Berge, daß ihx hüpfet wie Widder, Hügel wie Lämmer? 7. Vor dem Herrn erbebe, Erde, Vor dem Gotte Jakobs, 8. Der Felsen wandelt in Wasserreiche, Kiesel zu Wasserquell. Ein höchst lebendiges, die Geschichte echt lyrisch beherrschendes Gemälde von der großen Zeit des ägyptische» Auszuges und der Bildung Israel» zur Selbständigkeit: die ganze Natur in Aufruhr, alles zitternd und bebend; in der Verwirrung wird alles zuerst stutzig, so baß die Frage erschallet: woher eure Unruhe, Meere und Berge? Doch sobald deutlich geworden, daß der Ewige der Urheber sei, wandelt sich da- Erstaunen in Klarheit und Verehrung. So Ewald. Wir fügen hinzu: Wie bewundrungSwürdig versteht e< der Sänger, in einen so engen Rahmen, in so wenige« Zügen all« großen Momente zusammenzufaffe»: den Auszug, die Spaltung des Rothen Meere- und des Jordans, das Erbebe» der Berge (des Sinai), das Hervorquellen des Wassers auS dem Felsen, und dabei sofort

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