Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 29 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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115 Trug- und der Hinterlist ein, dieihm und seinen - Gründen gelingt, den Gegner au» seinem Schlupfwinkel j hervorzulocken und auf offnem Felde seiner Herr zu wrstden.! Die edle Form' 'einer Darstellung, mehr weltmännisch als gelehrt, verstärkte da- Gewicht seiner Gründe, und, war ganz da;u angerhan, ihm und seiner Sache die achtungsvolle Aufmerksamkeit der Gebildeten zu gewinnen,! da» Recht-dewußtsein und da- Selbstgefühl seiner Glaudest-genoffen zu wecken. Er stellte die Frage vom Gesicht-pstnkre deunveräußerlichen Menschenrechtauf, und hat sie izum entschiednen Siege gebracht, indem er die Wibersprüchk der Gegner darlegt,, sie ihresingulairen Charakterentkleidete und;u einer allgemein menschlichen erhob. Er stritt «inen schönen Streit für daunveränderliche Recht aller Menschen , die Unsittlichkeit erkannte er nur in b.» Upt.r: drückern, deren Bemäntelungen er in ihrer Nichtigkeit jdarstellte. sSchluß folgr^) Raphael Äästcubaum und seine Stiftungen. > Eine biographische Skizze '' von Z. Z. Rosenmayer in S. A. Ujhely. > (Schluß au« Rr. 23.) Am 28. November 1829 kam der Hau-freunb Kastenbaum« Michael Resko Tistül au- Nagy-Aszor nach Pelejke. Kästenbaum fühlte sein Ende, sprach an diesem Tage , viel von seinem bei der EomitalSbehörde nirdergeOgken Testamente, dar seinen Freund, sich für die gute Sache warm interefffren zu wollen und starb noch an demselben Abend in seinen Armen. Einfach wie da- Leben, war auch K'S Ende, schlicht wie er war, wollte er begraben werden und auf eignem Grund und Boden ruhen. Kein Rabbi folgte seiner Leiche, kein Leidtragender seinem Sarge, umgeben von einigen ^gemeinen Seelen, die da kamen den großen Tobten noch in 1 der letzten Stunde au-zuplündern, lag er da, der hievst; Reiche, der so schlicht und redlich gelebt und der Welt ein so schöne- Beispiel der Nachahmung hinterlassen )at. Oie Oeffnung de- Testamente-, die in Beisein sämmtlicher Comikalöherrrn nach 30 Tagen statthatte, entlockte bei dem Verlesen de- Testamenteden damaligen Zrmpltne, Dicegeipann und im 1881. Jahre gewesenen Hofkanzler Baron Nicolau- Day Thranen der Rührung und jdie Worte: „Ich stehe bei dem Lesen de- Testamente» beschämt; da, bewundere die so seltene Thal ein,- so schlichten Manste» und wünsche der guten Sache den Segen von Ödest." Unser Beruf war enicht, unserem Helden Weihrauch zu streuen, wir haben absichtlich seine Schattenseiten erwähnt, doch haben wir achtbaren Mütterchen und Greisen, sowie den bereitwilligst unvom lödl. Eomitate^tu Verfügung. gestellten Acten, mehr Glauben geschenkt^- alv. jungen Lebemännern, in deren -Augen Kästendaum weiter nichl» war, als ein närrischer geiziger Bauer. Mag immerhin die Bolk-sage Kästenbaum bespötteln und ihm die Worte, in den Mund legen: „Nachdem »S mein fester Wille ist, bei dem Auferstehen der Tobten mein Kapital wiederzusiadesl, i will ich, daß selbige» niemals angetastet «nerde, und sihd f nut .die Zinsen zu wohlthätigen Zwecken zu verwendest.! Wir wollen de< selig entschlafenen Geiste» liedestd gebenkön und zum Schluffe jene Institute eine» Manne» nahmhaft | machen, der sich für alle Zeilen in dem Herzen aller Confessiones ein dleidende- Denkmal gefetzt hat. Durch UnglückSfälle verschiedener Art konnten die im Testament« angegebenen Gelder nicht sammtlich «ingestobe» werden und mußte denn auch, um da» Stammkapital za kräftigen, die Eröffnung der Schule noch eine Reihe {von Jahren unterbleiben. Um die sonstigen Institute in» Leben zu rufen, müßten alljährlich. die Zinsen zum Kapital geschlagen werbe»!, so daß sich di» deute im Jahre 1863 ein Stammkapital'von 114654 fi. o. W. bilden konstte. Don den durchs die Kastenvaum'schen Kapitalien gegründeten Anstalten stellen wir in erster Reihe. ,' 1- Die Volksschule in S. A. U>h«lh. j Nachdem eine? ver intelligentesten Männer der Gemeinde. Herr Thomann, vom chassidischen Redben und-durch ,bea Einfluß der Behörde emannt, da» Jnspectorat übernahm, und dre vorzüglichsten Kräfte de» Comitateder Kä^end.rum'schen Stiftungen, sich angelegen sein ließ, konnte schon im Jahr« 1838 die Anstalt eröffnet werden und war denn auch bald trotz Agitation von mehr al» 100 Schülern besucht. Durch die Antipathie der chassidischen Partei gegen die Schule einerseits, und die üdertriebesnen Forderungen der anderen Partei andererseits, mußte isich jedoch die Anstalt in spateren Jahren immer mehr auf! die Zöglinge der Kastenbaum'schen Familie und auf ha- Proletariat beschränken, und war sie denn im Jahre 1851 dem Verfalle nah. In ein neue» Stadium trat die Anstalt, al» dir Gemeinde im Jahre.' 1852 eine Unrerrealschuie organisirte stnd die Kästendaum'sthe Schule sich mit der Gemeind,schule vereinigte.') Drstch die Energie der Gemeind, und ist», besondere de- Schulvorstande-, an dessen Spitze Herr Dr. W. Hchiin stand, eine« zeitgemäß gebildeten Lehrkörper-, Unterstützung ver hoben Regierung rc. gelang e» in kürzester Frist allen Parteien der Gemeinde gerecht zu werden, un^ konnte sich in der Thal die jung« Anstalt eine seltene Berühmheik insbesondere in de» Fach, rn der Realschule verschaffen. Insbesondere war ees der ebenso geistreiche, al-humane Schuldirektor M. Heilprin, weicher in dieser Anstatt die Wissenschaft pflegte und sie zur Musterschule für bi, Jstte» lilen Oderungarnerhob"). i Im Oktober 1859 wurde durch Beschluß Einebohm Ministerium» für Eultu» und Unterricht in Wien die Be» legung einer ^ei fünf Musterhauptschulen nach S. A. Uihely angeordnet' und letztere denn auch >m Frühfahr 1860 eröffnet. Die Apathie in der Gemeinde eine-lheilö, die nun einmal auS allzu großer Liebe zum Ehassibi-mukeine Schule aufkomm,n läßt, di«überspannten Hoffnungen dernn» deren Partei anderntheil» machten ein zweite» goldene»Zeitalter für die Schule biheute unmöglich, und ist trotz magyarischer Unlerrichl-sprache, trotz der häufigenConferenzen ui^d *. Len Zmpnl« hierzu gab Herr Znlin« Weinbcrgcr, d^r auch heute ale zeitweiliger Drrecwr jungirt. , . •*, Al» Ledrer fungirten in jener Am: Herr Da niel Eord» ögh^ ein Magyar«..für die vaierläadischr Sprache, Schreiber dreier Skizze für Mathematik und Starurwisjenichast. durch die Empfehlung Sr. Hochwürden de- H. Dr. Ludwig Philippsost berufen, nachdem da» Ministerium Hafsenpflug da- Kvanceme« in Hessen unmSglich machte: Herr Stern, für d«e deuilche Sprach«, Herr Goldberger jür da« Hebräische Fach.