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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 28 (1863) · p. Seite 111

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
28 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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die Berurtheilten zu 2vjährig»r Verbannung aus Späoim begnadigt wurden. Unter den Bkttstellern war auch! die Alliance isrsslite universelle zu Pari-, und deren! Ge» such in wortgetreuer Ueberfetzung wird unsere Leser luteres» siren. Die Redaktiotz. Das von der „Alliance isradite universelle“' aa den Minister der Gnaden und der Justiz, Ihrer Maststäj der Königin von Spanien, gerichtete Schreiben. , ExceUenz! Die „Alliance israslite universelle“ würde gegründet, um für die Emanciparion ihrer Glaubensgenossen zu kämpfen und um all Denen Schutz zu gewähren, welche als Israeliten der Bedrückung unterworfen sind. l Ader über diesen desondern Zweck hinaus, welchen «ihr« Statuten vorschreibrn, betrachtet es die Alliance israalite universelle als eine noch erhabenere Aufgabe, sich'.der Bertheidigung der religiösen Freiheit und Gleichberechtigung zu widmen, wo irgend diese heiligen Güter sich gefährdet finden, und deßhalb beeilt sie sich, im Verein mit f^ren' christlichen Brüdern, Ihnen ihre Wünsche und Hoffnuiwen zu Gunsten jener Unglücklichen zu unterbreiten, welche dßrch den Gerichtshof von Granada wegen religiöser Propagakda! verurtheilt wurden. , Schon bei mehreren Gelegenheiten, wo die Israeliten bei gewissen Staatsregierungen für ihre Glaubensgenossen! zu reclamiren hatten, find Christen, durch die Gefühle 'der > Barmherzigkeit und Menschenliebe entflammt, dafür eilige»! treten. In letzter Zeit haben Gemeinschaften, welche e^ne große Anzahl Katholiken zu den Ihrigen zählen, nicht an» gestanden, öffentlich zu Gunsten der unveräußerlichen Rechte de- Glaubens und der Familie zu reclamiren. > Seitdem, Herr Minister, ist uns eine heilige Pflicht, die Pflicht der Dankbarkeit auferlegr, und, gestehen wir es, wir, «ine so schwache religiöse Minderzahl, hoffen kaum, daß einst der Tag kommen wird, wo wir'Uns derselben gqnz entledigen können. Erfüllt von dem Gefühle einer heiligen Pflichterfüllung, nahen wir also heute, wir, «in Orqpn der über den Erdball zerstreuten Israeliten, um zu Gunstbn der zu Granada Berurtheilten Ihre allvermögende Verwest, düng anzuflehen. Ist dies,- nicht, Herr Minister, ein providrntielles Zeichen der Zeit? Juden legen dem katholischen Spanien zu Gunsten einiger Protestanten ihr« Bitten vor! Ist eine solche Tharsachr nicht beredter als alle Commemare? Ist sie nicht höchst ehrenvoll sowohl für ihre Urheber, gestatten Sie uns es auszusprechen, wie auch für diejenigen, welche sie betrifft, und ebenso für eine Staatsregierung, bei welcher eine solche Dazwischenkunft Statt finden kann? Heißt es nicht laut au-fprechen, daß wenn Juden und Christen aus ihrer Seel« Jahrhunderte alte Dorurtheile verbannen und sich vor Gott zu einer edle« und brüderlichen Gemeinschaft vereinigen konnten, Spanien fähig geworden ist, in feine« Schooße den Ausdruck so großmüthiger Gefühle zu btt günstigen? i Spanien, nach Jahrhunderten langer und schrecklicher Kämpfe hat sich, durch die Hand seiner befähigtesten Söhste geleiter, erhoben zu dem glorreichen Rang, welchen die Civil!» sation und der Fortschritt der Sitten und Ideen den freisinnigen Nationen zuettheilen. Möge ,S denn die Frei» heit zurück geben, möge es die Kerkerpforten öfssren den vemrtheilten Protestanten, möge es dieselbe« ihre« Famßlletz wiedergeben, welche sie beweinen, ihren Glaubensgenossen; welche von diesem Schlag« mit getroffen sind! Möte es die Wünsche der Israeliten erhören, welch» ehemals, gleich ihnen, verurtheilt waren, möge es der öffentlichen Meinung Geinüg» thun, welche von dem Spanien des Mittelalters appiellirt an bas frei» und erleuchtete Spanien unsrer Zeit! ' . Ihr «belfühkendes Herz, Ihre hohe Einsicht, Herr Minister, werben Sie die Gründe erkennen lassen, welch« uns zu diesem Schritte bewogen, unv es berechtigt uns Alles zu hoffen, däß die Regierung Ihrer Majestät, der Königin!von Spanien, geruhen wird, ,unsre Bitte zu Gunsten unsrer christlichea Brüder aufzunehmen. Empflrngen St«, Herr^Mlnister, die Versicherungen der tiefsten Ehrfurcht, mit welchen wir die Ehre habe» zu sein Epcellenz ergebenste und gehorsamste Dieser. Im Namen des Comitss bfr„Alliance isrsdite universelle“ le Bureau. Unterzeichnet: L. I. KönigSwartes, Präsident. Jüdische Fabeln und Parabeln, von Albert Rosrnbaum in Schöstland.! I Auf einem dichten röaume de« Waldes saß der Nachtvogel, — ihm tzegenüder die Wachtel. Beide er» hoben ihre. Stimme,' und während der Erster« fein hohles „jud, jud" hören ließ, rief der Andere: ,.gted, gied, gied." Da rief der Fuchs/ der gerade unter vem Baume vorüberlief, hinauf: „Das klingt ja fröhlich da oben! Aber, ich weiß, ihr singt nicht so,, weil ihr heiter se^d, sondern — ihr seid so heiter, weit ihr er singen müßt!!" 2.! Eine Raupe legte ihre Eier auf rin frisches Blatt, ihr Schicksal der wärmenden Sonne überlassend; | Dain spann sie sich ein in ein dichtes Gewebe. Die «ßrm^n i Sonnenstrahlen hatten aber die junge Brut in überraschender ( Schnelligkeit in die Höhe gebracht. Die Alte merkt^, baß die Jungen von dannen eilen wollten, und rief sie zurück. 1 Ader die Jungen antworteten: „Nein, hier in d!rc freien Luft akhmet man besser, als hinter dem picken Gespinnste!" „„Aber,"" rief die Alte, „„wisset ihr dmn nicht, daß ich hinter diesem GefpinNste ein Kleinod für ruck bewahre; daß ,S ohne diese« Gewebe mir nicht möglich ge» wesen wäre, mich so lange zu erhalten, und daß ich mich »roh dieser Einspinnung einst geflügelt zum Himmeß <i» hebe?" " . „Kann sein", sagten di« Jungen, „aber so hättest di» »ns vorher Augen machen sollen, mir welchen wir beit» Gespinnst hätten durchschauen können. So sehn wir ja »den nichts Anderes,' als «in Gespinnst, und dafür ist es besser im Freien zu bleiben. Willst du aber deine Unit, hüllung nur ein Wenig öffnen, daß wir uns von tenk Werth« ihres Inhaltes überzeugen, so werden wir zu di! kommen." „„Das geht nicht, da« thu ich nimmerrief die Alte „Gehr nicht? Willst nicht? Nun denn, abfe Muttert — Und si, zogen dahin. 3. Als Simson bif„300 Füchse elnsing, kam er bei Nachts an eine Höhle und griff einen noch ganfiungeri

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