Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 20 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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79 — im Jahre 1858 erfolgte, in Folge der von 8. an die Regierung gestellten Bitte um Unterstützung. In Erwägung aller obendezeichneren Umstände (der Verdienste Lewinsohn'«) erachtet e« der Herr Minister de« Innern für gut: daß 1) um die religiöse und moralische Umbildung de« jüdischen Volke« zu erzielen, da« jüdische Eomik« für nützlich erachtet hat, diese« Volk durch ver» schiedene im Geiste der Bildung verfaßt, Schriften zu bilden; 2) Daß die Verbreitung de« Werke« „B«Ük Jehudt“, welche« «in« ausgezeichnete Widerlegung der Verirrung der Juden, Aneiferung zue Ansiedluna, zur nützlichen Arbeit, Toleranz und Bildung enthält, könnte ohne Zweifel der Regierung al« wichtige« Mittel zur Bildung der Juden bienen. . deren Vomrtheile nur da» durch entstehen, weil sie ihre Religion schlecht auffassen und nicht ander« überzeugt werden können, al« mit Hülse der desserdenkenden Männer ihre« eigenen Volke«; und 8) daß in dieser Beziehung der rastlose Eifer de« jüdischen Gelehrten Lewinsohn hervorzuheben ist, der bei seiner Armutb und bei seinem kränklichen Zustande seine nützliche Thätig» teil zum Wohle seiner Brüder und der Regierung fortsetzt, welcher Letzteren er im vaterländischen Kriege de« Jahre«, 1812 Dienste erwiesen hat; er verdient um so mehr Auf» mrrksamkeit, weil <« dadurch auch ander, jüdische Gelehrte aneifern wird, dem lodenswerthen Beispiele diese« in seiner Art einzigen Schriftsteller« unter allen russischen Juden zu folgen. Nach allen diesen Erwägungen findet e« der Herr Minister de« Innern in Uebereinstimmung mir dem Herrn Borfitzenden de« jüdischen Somit«« für recht und billig, Herrn Lewinsohn eine zeitweilige Unterstützung von 3000 SR. zu erbitten; dagegen sollte Herr L. circa 2000 Eremplare seine« Werke« „Beth-Jehuda“ den Synagogen, Bethäusern und jüdischen Schulen schenken, um wenigsten« einige Mittel zu haben seine allgemein nützliche Arbeiten fortzusetzen." — Und so war die Vorsehung gütig genug, den letzten Moment seine« Kampfe« mir den schweren Widerwärtig» keilen de« Leben« zu versüßen, — einen Kampf den Senecra einen göttlichen nennt — um ruhig dem Tode de« Gerechten entgegenzugehen, der ihn ln Krzemenetz'am 3. (15.) Februar 1860 erreichte. AU er zu Grabe getragen wurde folgte die ganz« Stadt feiner Bahre — eia Zeichen der Popularität, die er genoß. Di« Erhabenheit seine« Geiste« wurde nicht nur nährend seine« langen, thätigen Leben« anerkannt, sondem sein Heimgang wurde aufrichtig beweint und de, trauert. *' Lewinsohn hinterließ keine Nachkommenschaft, die fernen Namen fortführen soll, aber seine edlen Thaten werden' ihm ein ewige« Gebächtniß in der Nachwelt bewahren; seine Arbeiten werden so lange fortledea, so lange die^ Juden ihre Sprache nicht vergessen. Da« Porträt Lewinfohn'« ln Oelfarben befindet sich in St. Petersburg im Besitze Ihrer kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Marie Nikolajewna, da« der Graf Dimitri Andreewilsch Toletoy ihr überreichte. Folgend,« schrieb einer von k'« Schülern und Derehrem, bei seiner Au» Wesenheit in St. Petersburg, dem verewigten: ,,E« wird Ihnen zweifeUohne angenehm sein zu erfahren, daß Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Marie Nikolajewna Ihre Aufmerksamkeit Ihrem Bilde gfwl^met hat, da« der Graf Tolstop ihr überreichte, und daß e« sich jetzt in ihrem Palai« befindet." — j Zum Schlüße wollen wir die Gradschrift bringen,! die er selbst in hebräischer Sprache für sein Denkmql verfaßt hat, und die wie folgt lauter: ('a tfb D'bhn) dLnvaee -nr« vnixai 'onv ^a« ,rrn «teab Vvdsv ,nv7 l|än . -ri-zin p'nr |8JV«i rn» ,nr ba ,0'“i»w 'Pönba 'a^i« o» ,0-noÄi y« •D'aVb Tina" nqw •o^on ob« -i.nch baO-ni ■+& •b*T iii»b rmrp “nmoa ain pnii' 'a«T D. h. „Au« Nicht« hat mich Gott zum Leben er» schaffe». Ach! mein Erdenleden ging dahin, al« ob «« nicht war, und wieder werde ich auf dem Schoße der Mutter einschlafen unter diesem Grabhügel: Zeug« davon ist — dieser Stein." „Ich habe gekämpft mir den Feinden de« Herrn, nicht mit der Schärfe de« Schwerte«, sondern mit dem Worch, U"d da« Recht der Juden habe ich den Völkern bewiesest: I Zeugen dafür sind — „BfaT-Dani»“ und „SarakabeL" Außer dieser Grabschk^ hinkerließ Lewinfohn nvt^ folgende« Gedicht auf den Tdg seine« Hioscheiden«: /"Wb t)p««*Ot' V? , .nsi' «Vas »Tja pah« Ina«' ,»15« DV! "Va*«'^ 4NVNP 05 j - pba«i i«*^ iiaja nb« ibbnri^,s'7,p ci-«av r»b«i ,on'at| ib?s« .orriwa-n« r« , , , 71VaÄ'-0'lS^gLV7 pn» ' -NONZ lwo -»^ '«Bnb «ibpn N'as ,jn ‘ pipea b» •*« qp'un ,hbhhn .aitjn’nrö-jp b» N:v ,1^7," b« .z/vb 'ns '»aii vn« oaw *n | Dh. „Am Tage meine« Tode« werden meine Freund« trauern und meine Feind« sich freuen: di« Einen werden »einen, voll Kummer, die Anderen werden fröhlich sein, sberauscht von Wein." i „Wenn aber Diese und Jene sich überlegen sollten, so j änderten sie ihren Sinn: meine Feinde hätten den bittem; Kelch geleert, meine Kreunde sich getröstet." j „Meine Seele verläßt abermal« da« Gefängniß und eilt in« Freie, schwingt sich höher. M> kehrt zum Zelte de« Allmächtigen zurück — Selä!" M