Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 20 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
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78 — Isaak Ber Lcwinsohn. Eine Biographie von St. Hau «ne Au« dem Russischen Le« „Zion" von Leon A. T r a ch t a b erg.) (Schluß.) VII. I In dey Mitlheilungen über Lewinsohn, welche sie»im Ministerium des Innern befinden *), lesen wir unt r Anderm folgende«: „Fm Jahre 1846 übergab 8. dem 3 linisierium de« Innern ein Derzeichniß der von ihm im Sinne der Regierung' verfaßten 17 Werke und ein Fes grdicht in Versen in hebräischer und deutscher Sprache zu - Vermahlung de« jetzt regierenden Kaiser« Alexander Nikol, jewilsch **) und indem er dabei seinen ärmlichen und krän Ilichen Zustand beschrieb, bat er um Unterstützung, um seine allgemeianützlichen Arbeiten fortzufetzen. Zu dies m Behufe gab der Chef de« Wolhynier Gouvernement« ein Z ugniß, worin gesagt wirb, daß Lewinsohn durch seine au« zezeichneten moralischen Eigenschaften,' durch seine vorzügli« >«n Fähigkeiten und durch viele nützliche im Geiste der Umbildung verfaßte Werke sich die allgemeinen Achlun , : sowohl unter den Beamten und Edelleuten. al< auch unter den Juden erworben hat; bei diesen Letzteren erzeigen seit e Schriften einen wohlthätigea Einfluß. Sein rastloser Eifer und sein unermüdliche« Streben verdient um so nrhr Anerkennung, da er fortwährend von schweren Krank! eiten heimgesucht ist und sich mit seiner Familie in ein r trostlosen Lage befindet." — Wir ersehen daraus, daß L. trotz fein m äußerst drückenden und kränklichen Zustande im Laufe v m ungefähr 23 Fahren (feit Ende 1822 di« Anfang 184k)- 17 große Werke verfaßt hat. Die« — ist eine seltene Erscheinung in der Geschichte der jüdischen Literatur. Bon diesen Schriften sind nur 4: „Teuda-be-larael*, ,',Efess- Damin“, „Beth-Jehuda“ und „Schorzche*L baDon"***) beim Leben de« Verfasser« gedruckt worden. Da« letzte Werk erschien im Jahre 1841 und enthält die Etymologie der alt-hebraischea Sprache, sl« Zweig der Sei «irischen, iu alphabetischer Ordnung; die exegetische Aul l'egung der schweren Stellen der heiligen Schrift und a, derer alten orientalischen Bücher im Geiste ber althebräisck en Sprache und ihr nahe verwandten orientalischen Ei rachen mit wichtigen historischen Bemerkungen. Hier de! ehr unserer Meinung nach da« Hauptverdienst Lewinsohn'! darin, baß er sehr passend die Mitlheilungen in Bezug der Mythologie der alten Völker und ihrer historischen Eatwic lunq hinein verwebte. In diesem Sinne dienten „Teudi -be-larael“ und „Beth-Jebnda“ fein Werk, welche« du Fortsetzung de« Erster» bildet) einigermaßen al« Bor ereitung zu feiner Arbeit „Schorsche-LibaDos“. Nachbe n er seine Glaubensgenossen mir dem Geiste de« Judemhl m« bekannt gemacht, bereitere er sie unmerklich zum Ein lritt in da« w r *) Eine Eopie dieser Mittbeiluugeu fanden Dokumenten vor, die beim Ableben?« rurückblieb^i **) Diele« Gedickt ist in .iäehkol-Hasaofer* •**) Diele« Werk, nach a^abetilcher Ordngo l gestellt, bildet den I. Theil von „Beth-Haozer. nutet dem Titel: „Toldoth - Schern1* ist noch n erschienen und befindet sich da« Manuskript bei, i Bersasier«, Zakob Z. Lew iusoh n in Odesia. Si he unter den ibgedrnckt. — zusammeu- Der II. Theil cht im Druck Reffen de« unten. I Gebier der Philosophie vor, und in dieser Beziehung war er nicht nur «in Nachfolger, sondern ein Nachahmer Mendelssohn'«. Alle übrigen Schriften Lewinsohn'«, deren Zahl 11 betragt, befinden sich noch di« jetzt im Manufcript. I) „Serubawil“ basiT in 6 Abtheilungen. Diese« Werk bildet den Abschluß von „Beth-Jehuda“ und enthält Antworten auf verschiedene Kragen über die jüdische Religion und religiöse Literatur. (Diese Arbeit, einzig in ihrer Art, 1 ist nicht nur für die Israeliten, sondern auch für jeden gelehrten Christen von Interesse.) L) „Taar-Haasofer“ “cbn -ur> über Karaiten oder Kara'i'men; in der Einleitung werben in Kürze alle jüdische Secten im Allgemeinen, feit dem zweiten Tempel, behandelt. 3) „Eachkol-Haasofar“ -»eiorr bi3ü» Enthält «ine! Sammlung verschiedener Dichtungen. Hier befindet sich da« Epithalamium zur Vermählung de« jetzt regierenden 1 Kaistc«. Dieses Gedicht wurde in feierlicher Weise in der Breat-Litowsker Synagoge von der jüdischen Gemeinde '<n Gegenwart der hohen Militär» und Civil-Behörden gesuflgen. 4) ,,1'oldotb - 8cbem" vD nvibin Die« ist der; zweite Band de« Werke« Betb-Haozer, aber bei weitem | größer al« der erste. Ein sehr inhaltreiche« Werk. ‘ 5) „JeHoschafot“ ODE^rr* Eine Rezension de« Buche« i „Tyrah und Philosophie" de« berühmten S. Reggio im Jahre 1827 in Wien gedruckt. 6) „Jemio-Zidki“ 'piL Eine Erwiderung auf das Buch, welche« unserer Religion und den radbinischen Schriften feindlich ist. 7) „Beer-Jizcbak“ pns' Eine Sammlung von Aussätzen, größtentheil« exegetischen Inhalt«. 8) „Bituebe-Obotiw" vriin °»ninv Enthält eine Antwort auf die Frage über die Commentare der heiligen «Lchrift und de« Buche« „8cba1sebe>et-IIakabbaIa" ein Urtiheil über da« Wort „Metatroo“ und Erklärungen verschobener dunkler Stellen der Bibel. 9) „Obeker-milim" Diese kleine Schrift enthält eine Kritik und Verbesserung verschiedener Stellen! de« bekannten jüdischen Lexicon«: -utitt von Bensew, von dem gelehrten Dr. M. Lerteri« herau«- gegeben. 1(1) „lareei" bees^r- Aufsätze verschiedmen Inhalt«. II) „Or-Iejad" -f'b ii« Eine Erklärung ber 14 agadischen Stellen im Talmud, al«. Erwidemng an einen christlichen Gelehrten. Unter den interessanten Papierea de« Heimgegangenen Lewinsohn'« befindet sich auch seine Correspondenz mit vielen Männern, die so glücklich waren, seine intime Bekanntschaft und Freundschaft genossen zu haben. Diese Papiere geben in ihrer ganzen bewunderungswürdigen Vielseitigkeit Zeugniß seiner rastlosen Thätigkeit, selbst in de« letzten Tagen seine« Leben«. VIII. Bi« in« Hobe Alter hörte Lewinsohn nicht auf, zum Ruhen seine« Volke« zu wirken und zu schaffen. Seine Arbeiten zogen die Aufmerksamkeit der Regierung auf ihn hin, wa« folgender Beschluß de« Minister« de« Innern beweist, der