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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 14 (1863) · p. Seite 55

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
14 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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\ Jf 5T Tillim, ich faste und kasteie mich dafür sotten ste mir aber auch gehorchen, dafür meinen Willen respekriren, dafür mich al» einen Heiligen verehren — oder ich ver, dämme und verketzere sie Allesammt. Wer mir widersprichk — der Cderam auf den!- B. Zwanzig Jahre alt): Ich stimme für Republik, wo möglich die rorhe. Alle Schranken sollen nieberfallen. Fes'ello» soll sich der Mensch bewegen. Er selbst soll sich Odngkeir und Gesetz sein- Hinweg mit Allem, was eine Autorität beansprucht! Nieder mit dem Reichthum, der die Armen dienstbar macht und knechtet. Alle Abhängigkeit soll aufhören, Jedermann sein eigener Herr "sein. Alle Unterschied« müssen schwinden, jede Arbeit der andern gleich ge, schabt werden. Wenn alle frei sind, werden Alle recht thun! B. (zwanzig Jahre spater): Die Traume der Jugend habe ich aufgegeben. Sie sind nicht zu verwirklichen. Die Menschen sind Noch nicht reif dafür. Es giebt noch so viele Dummköpfe und Söldner. Langsam, langsam — aber sicher. Daher Opposition, Aufregung, Kampf! das ist Leben. Kampf im Kleinen wie Großen. Das Volk in Spannung erhalten. Es muß geleitet, beherrscht werden. Sonst kommen wir nicht vorwärts. B. (noch zwanzig Jahre spater): Erinnere mich Keiner an die Fraubasereien meiner Jugend. Der Mensch ist zum Gehorchen bestimmt, und nur den Erfahrenen, Besonnenen, Weisen kommt die Herrschaft zu. . Daher müssen die . unreifen Jünglinge gebändigt werden; wo Einer jener VolkSverführer auftaucht, gleich beim Schlafittig genommen und eingesteckt — da wird er sich abkühlen! Von oben müssen die Befehle kommen, und Alles was unten ist muß gehorchen. Wer sich zu widerfehen nur die Miene macht, sofort abgeurtheilt und bestraft. Weg mit der Presse, mit der Tribüne, mit den Vereinen und Clubs. ES lebe die Autorität und der unbedingte Ge, horsam! .... ' (Wird fortgesetzt.) Ei» Fest in Leipzig. Leipzig, II. Mar; 1883. Gestatten Sie mir, hochgeehrter Herr Redacreur, heute abermals über ein Fest zu berichten, das gestern in unserer Stadt begangen wurde. Der in diesen geschätzten Blättern mehrfach erwähnte „Verein zur Ford, geistiger Interessen im Judenrhume" beging in den prachtvollen Raumen des Hütel de Pologne sein viertes Stiftungsfest. Die Vertreter der Stadt sowohl, "als auch die der Kunst und Wissenschaft, Dichter und Schriftsteller, hatten sich eingefunden, um vereint mir den Israeliten dieses schöne Fest zu feiern. In zwei, durch eine kurze Pause getrennten Theilen war den Festgenossen ein großer und mannigfaltiger Genuß durch Gesang und Vortäge der verschiedensten Art bereitet, und folgte diesen stetein allgemeiner und wohlverdienter Beifall. Fräulein Marie Hertwig, Herr Maximilian Meyer, Frau Marie Fränkel, Fräulein Clara Cohn', Herr Capellmeister Ricciu-, Herr Julius Gold« schmidt bewährten ihre schönen Talmte in Lied und Wort. Die! Festrede hielt der Vorsitzende des Verein-, Herr I. D^ar Fränkel, in trefflicher Weise und gab derselbe den Bericht über die Thatigkeit de- Vereinim verflossenen Jahre. Zuerst berührte der Redner die wissenschaftlichen Leistungen der Verein-Mitglieder, der Herren Hermann Bodek und Samuel A. Byk, die in Folgendem bestanden: Ersterer hielt einen Dortrag über Mendels, fohn'S Leben und widmete dem kürzlich dahmgeschi,denen Nestor der Kanzelrednec, dem verewigten Dr. Gouhold Salomon, einen warmen Nachruf. Letzterer sprach über die Griechen und Römer, so wie auch über den berühmten jüdischen Revolution-Helden Bar-Koch da. Unter Darbrinqung deinnigsten Dankean die genannten Herren, knüpfte der Redner die Bille an die Derein-genossen, die Zahl der wissenschaftlichen Vorträge auS der Mitte d«S Vereinmöge in dem beginnenden Jahre eine größere ftitj, welchen Wunsch degeehrten Herrn Vorsitzenden auch!wir vom Herzen theilen. Den geehrten Herrn Prof. Dr Äutlke, Prof. Roßmäßler, Dr. Paul MöbiuS, »«tf. de» Bar-Kochba, Pred. De. Golbschmidt, Rabbiner De. Ludwig Philippfon in Bonn, KreiSrabbiner Dr. S. Form stecher in Offendach a/M., Dr. Leopold Kompert in Wien, Dr. Moritz Rappaport in Lemberg, Dr. David Asher, 'LiviuS Fürst, Julius Goldschmidt u. v. A. stattete der Vorsitzende im Namen de- Vereinfür die Vorträge und Gedichte, womit sie so uneigennützig und bereitwillig dm Verein erfreuetm, seinen wärmsten Dank ab. Er gedacht« der am 4.Januar begangenen Gedachtnißfeier MoseS Mendelssohn'-, erwähnte, daß au« dem Schooße diesejungen Vereindie Idee zur Gründung der Mend/l-sohn-, Stiftung heworgiyg, deren Bericht sich unter der Presse befindet, und werden wir, wmn die verehrlkche Redaction uns gestatten wird, s. Z., darüber referiren. Femer erwähnte der Redner, d!aß dieser Verein es ist, der seit einigm Jahren da- Andenken Mendel-sohn's wieder wach rief, und ging danA zur Bibliothek, die mehr al- 200 Bände auallen Fächern der Wissenschaft besitzt, und zu den Zritung-wesen über, dasich in der letzten Zeit vergrößerte. — Äußer der statutenmäßig zu begehenden Todtenfeier M« hatte dert Verein dm Grburt-tag Schiller'» und da- Hinscheiden degroßen deurschm Dichtes- Ludwig Uhlan d würdig gefeiert. — Zu folgenden wohlthätigen und milden Zweckm trogen die Verein»: Mitglieder ihr Scherflein bei: zur Beer-Stiftung,kr Dresden, zum .Fichte-Denkmal in Ramenau zum Leffing-Denkmal in Berlin und Kamen; für die Deutsch,Katholische Gemeinde hier, für dH Elb-Ueberschlweinmten, für die Abgebrannter in Geyer u^ M. A. Schließlich stattete er oller Damm und Herren, die in hm DereinSabenden durü Declamation, Musik und Vorträge, wie allen Venen, di. Zm vorjährigen! Stiftung-feste mitgewirkt hatten, feiner innigen Dank ^b, und sprach die Hoffnung und die Ueher> zeugung au», daß dem Verein eine glückliche Zukunf devorstehe. — i )i« hierauf stvttstndmde Festtafel war vor vielen sinnigen und inhallreichm Toasten gewürzt. Der ersten Trinkspruch brachte der Schriftführer Herr E Löwengard au», indem er in wenigen, aber ist kräftiget und herzlichm Worten den Gästen dm üblichen Bewill kommung-gruß zurlef und ihnen wie dm Mitwirkender de» heutigen A enh» fein GlaS widmete. Der geistvoll, Toast de» ver htten Prediger» unserer Gemeinde, Hern

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