Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 10 (1863) · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
10 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4908862-5999384-6026583--2377-4910750
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

S9 — SchmutzeSki. Sie ir.ibm Handel und verdien» Geld. (Wird umarme.) PumpiuSti. Ei« leihen zu hohen Zinsen und wolle» stetS ihr Geld zurückgezahlt haben. (Wird umarme») SaufstetSki. Sie verkaufen Branntwein nur um schnöde» Geld, (Wird umarmt.) DuseiinSki. Ihre Weiber tragen bereit» Krinolinen. (Wirb umarmt.) StockfischowSkt. Und vor allem bedenkriz Sie, sind die Juden keine Christen! (Rufe: Bravo! Bravo! Der Redner wird zweimal umarmt, und die Dersanimluag vorirr ihm alsogleich Iv Leidjudcn und 2 Häuser bei der nächsten Jubenplünberung.) (Da ein weißer Rabe zu reden versucht, die Versammlung außerdem der Ansicht ist, nach der letzten Rede nicht» Bessere» mehr vernehmen zu können, so wird der Antrag auf Schluß der Debatte gestellt. Sackerlsttzki, DenkfaulSki. SchwachkofSki. Weißnitzti und SrockinSki haben noch da» Wort.) DenkfaulSki. « SchwachkofSki. Weißnitzki. SrockinSki. (Gegenseitige» Bravo, gegenseitiges Umarmen. Die Abstimmung erfolgt, und in Folge derselben werden die Juden wieder in den Saal gerufen, um jetzt definitiv hmauSgeworfen zu werden.) (Der Geist der Kirchenzeitung erscheint und segnet die Anwesenden. — Auf dunklem Hintergrund in zweifelhaftem Lichte^ erscheinen auch die ad, wesenden Gem'einderäthe Smolka und^ ZiemialkowSki.) — Hepp! hepp! hepp! hepp! Ueber die Erziehung israelitischer Dameu in Amerila. Aus „Drei Zähre in Amerika" (1850—1862. von I I. Benjamin II. Hannover 1862.) Bon allen den unabweisbaren Forderungen, welche die Religion und die Pflicht an'jeden Mann au» Israel stellt, ist dieerste und höchste, demKinde eine gute Erziehung zu geben, e» für da» Leben zu wappnen, ihm die Mittel zu reichen, durch da» Leben seinen Weg zu finden. Die amerikanischen Schulen, von denen wir hier zunächst sprechen, gewähren wohl nach einer Seite hin eine iDürgschaft; aber e» ist sehr zu bedauern, daß durch die, nicht ohne weise Absicht gemachte Ausschließung allerReligion und Confessio» da» Studium der h. Schriften namentlich, mit innigstem Bedauern muß ich da» sagen, unter den Töchtem Israel» sehr vernachlässigt wird. Jüdische Knaben werden, so ist e« stehende Ordnung — in ihrer Religion in einer Weise unterrichtet, «le da» mit den Söhnen und Töchtern der Christen auch der Fall ist; sie besuchen irgend eine jüdische Schule oder nehmen Privatunterricht; aber wie sieht e» in diesem Punkte mit den Töchtem Israel» au»l Welch' großer Unterschied herrscht hier! Auf welch' ein, traurige Weise ist der religiöse Unterricht dieser zukünftigen jüdischen Hausfrauen und Mütter bestellt, wie wmig erfahren sie von ihren Pflichten gegen Gott und Menscheu? wa» wissen sie von den, wa» unser Glaube erfordert, und «von! den < »edoten, welche ihnen al» .Töchtem Israel» oblieg«^. Sollt n diejenigen, welch» die heiligsten religiösm Pflicht«» oblieg», nicht gründlich zu deren Erfüllung vorbereitet werde«? Dieser Pflichten sind in der Thar viele ui hohe, und mit Bedaüem muß man staunen». baß nicht die Hälfte der amerikanischen Jüdinnen der Geg« im «lande ist, dt« Stellung im Lebm, zu welcher sie destiwsmr sinh, würdig «inzunehmm und au»zufüUea; d«a»osch ist e» leider nur zu wahr, und warum? D^r Grund liegt i» ihrer vernachlässigten Erziehung. diese pehauptung näher zu beleuchten und ihre Wahrheit zu »yhärttn, möge bi» Erziehung geschildert werbnf, welche amerikanische jüdische Damm heul zu Tage erhalte», um dann zu dem Punkte üderzugehm, wie dem Uebel adged »lfm werben sollte und könnte. ' I i u« Mutter eine» Mädchen», eine gutherzige, ziemlich »ohU abmde Frau, sucht in da» junge Gemüth ihr»» Kmd« i so viel Gute», al» sie nur immerhin kann, eich zuprä;en, diese Privataufsicht wahrt di» e» fünf Iah?« alt i|:. Dann muß da» Kind — da» ist klar — ta eine öffentlich« Schule oder, wa» refpectadler au»fieh^ »n «! a sog. „Institut" geschickt werdm. I» da» „Ir J stilnt' aufgenommen, beginnt e» da di« gewöhnliche Lauft ahn seiner Stubim, macht Bekanntschaften mir Freui binnen.von anderen Religivnsdekeanmiffm und mag ohne Anstoß und ohne Bedeutung wohl auch de» Morgen» beim Beginn der Schul« bei dm Geber», die für andere Reüjj ion«dekenn«r eingerichtet,' aiebectarem. Menu die Schulstuadm vorüber find, so lernt s ihr« Aufgabe» für den nächsten Tag, oder hielt, w e alle Kader thun. Beim Riederleg» und Aufstehen nn g sie a ohl vor ihrer Mutter einige hebräische oder eaglisil e Gedeir hersagm; aber von dem, wa» Juventdu« heißt, erfährt e» nicht» und weiß e» nicht. So geht «»mir der Erziehung de» Mädchen» fort di» zum IS. Jahre, dlt» mir dem unbedeutmden Unterschiebe, daß sie mit der Zeit da» Institut verläßt, um an 'eine Hochschule ob«, Colleze zu gehen. Mit dem 15. Geburtstage beginnt ea neue Ledm; der langersehnte Tag naht mdlich; Paza und Mama hgdea ihr versprochen, daß sie heute ih» Freij eit erhalt», die Schule verlassen soll, und sie „gr.aduir " zu i »rer großm Freude. Welche nützliche Kenntnisse h. 1 sie sich während der Zeit erworben? In der Thar äüßei A we»i »e! Eie har zehn Jahre ihre» kostbare» Leben» zwife >m Lüchem aller Att zugedracht, und sie ist da» a nicht um da» Geringste weiter; die Zeit ist verloren ui d fürimmer. Da» Erworbene nützt ihr nicht» und fmchtet t >r nicht«; sie versteht nicht die Radel zu gedrauchm, hat keine Kenntnrß vom Hauswesen und noch viel wentqer von höheren Ding». Frage sie, wer sie geschaffm hat, wer sie kleidet, wer ihr die täglich« Nahrung gtedr, und sie giebt villeicht die rechst« Arrtchott, aber r» ist wahrscheinlicher, daß fie sagt, „da» steht nicht in meinem Buche." ähr« gutm Eltem haben während dieser zehn Jah^e ihr» Reichrhum vermehn und haben den löblichen Vorsah gefaßt, baß ihr« Tochter nicht Alle» verzeffea soll, wa» . fie gelernt har. Sie »erschaff» ihr deshalb zu ihrer letzt» Ausbildung ein» Musiklehrer, einen Singlehret, ein» Zeichmmeister, eine Gouvernante, um da» Kranzöfische nachzuLben; dieselbe unterrichtet sie im Räh». Stricke» tu s. und um de» Ganzen ein» Besihloß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.