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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 10 (1863) · p. Seite 38

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
10 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 — 4 . batt/. Es war Alle« auf- Klügste berechnet > nt. würde man wider Erwarten Widerstand staden, fo war man auch darauf gerüstet und scheute sich vor keinem ' Zerbrechen. Joseph wurde sogleich sein Anrheil an dem Werke der Nacht zugetheilt und ihm ein verhälmißmäßig r Gewinn verheißen. Darauf legte man sich nieder. Der Schlaf dlied noch lange von Joseph'- Lager fern. E^ kam ihm zum Bewußtsein, daß er sich mit diesem Schrr kr verloren zede; die Bilder und Mahnungen Scheda'- und seiner Mutter traten vor ihn; einen Augenblick du chfukr idn der Gedanke, od er nicht durch den Verratb devorzu habenden Verbrechensich reinigen und Der;«i uag Oin«- Fehltrüterlangen könne. Aber zu tief wai die WutK gegea^Gefetz und Gesellschaft in sein Herz ged 'ungen, zu hoffnung-loerschien chm seine Zukunft, und so weit waren seine Begriffe schon verkehrt, daß er die Angabe seiner Gesellen für eine nicht zu rechtfertigei de Untreue hielt; endlich mußte er sich gestehen, daß er >!>nrn schwer entkommen könnte, da sie ihn argwöhnisch be> dachten und jeden zweideutigen Schritt mit dem Tode strc fen würben. Hatten sie ihn doch de-hald in dem innersten Winkel de- Hause« sich niederlegen lasten, wo sie ihn gar z umringten. Er ergab sich daher bald darein, wollte eganz darauf ankommen lasten, wie da- Schicksal weiter i der ihn verfüge. und schlief ein. Wir wollen hier nicht den Faden de- Verbrechen- Verfölgen und nur berichten, daß der Auszang für die Lharer ein sehr unglücklicher war. Ein öftei e- Eiakehren mehrerer, durch ihr Au-sehen sich verrathenrer Kerle bei dem Rittergutsbesitzer, um zu betteln, in bt: Thar aber, um die unentbehrliche Kenneniß der Oertliö keilen zu erlangen, harre jenen, einen muthigen und eutschloffenen Mann, aufmerksam gemacht, und da die P ovinz in den letzten Jahren durch mehrere Raubanfälle in Schrecken gesetzt worden, nahm er die nöthigen Borsi ht-maßregeln. Er bewaffnete fein« Dienstleute, postirle einen Theil derselben die Nacht hindurch in seinem Haas«, und verabredete gewisse Allarmzeichen, auf we che hin die Anderen au» ihren benachbarten Hütten her eieilen sollten. Gerade da« stürmische Werter ließ ihn an ehesten einen Einbruch befürchten, und so kam e-, baß die Diebe, die man klüglich erst ganz nahe herankommen ieß, von wohlgezielren Schüssen empfangen, auf ihrer j lucht von den herdeieilendea Männern abgekchnitten, und so t »eil-verwundet, theil« ergriffen wurden. Unter den letzter m befand sich auch Joseph; er wurde mit vor Gericht gestellt, verurtheikt und zur Adbuße dreijähriger Zuchrhau-strnfe nach seiner Heimatk abgeliefett. Sein offenereumüthwe- Geständniß, die Erzählung seiner ganzen Leben-schick ale und seine Jugend erwirkten ihm mildernde Umstänl s, sowohl wadie Dauer seiner Strafe, al» auch die H arte seiner Behandlung betraf, — Diewar di« Nachricht, welche Schema, die sorglose, hoffnung-volle Scheba. an einem Saßdathaachmirrage empfing. Sie hatte sich so schöne Bilder »on der Zukunft au-gemalt. Daß ihrem Freunde auf se ner dreijährigen Wanderlchaft keine Schwierigkeit und Ge ahr auseinem Namen-wechset und dem Gebrauche eine ihm nicht zugehörigen Urkunde erwachsen waren, h ttcc dem treuen Mädchen da- Gesicht der Sicherheit geg«»en; bald sollte der Geliebte znrückkebren: sie selbst würde ^i< dahin mündig . ^eworoea uao in den Besitz ihrekleinen Vermögengekommen sein, da-, so gering eauch war, doch zum > Beginn seine- Gewerbes dem jungen Mann« dienen konnte. > Sri» gutes Benehmen während den letzttn Jahren, bk« > treue Anhänglichkeit, die er ihr durch fein« Briefe erwies. / hatten jede Befürchtung au« ihrem Herzen verdrängt. > Uad nun wie ein Schlag auheiterem Himmel ti.se zermalm.ns« Kunde! Sie fühlte sich in der Thar wie vom Blitze getroffen, ihre S-ele war wie betäubt, sie wankte mehrere Tage wie bewußtlos umher, nahm küum Speise uno Trank zu sich und Chat nur mechanisch die gewohnten Geschäfte Aber die gesunde Kraft, die in ihrem Geist, wohnte, konnte diesen Zustand nicht allzu lange ertragen. - Nach mehreren schlaflosen Nächten veri'.mk sie in rinen tiefen und langen Schlummer, und als sie erwachte, war die Klarheit ihrer Seele wieder zurückgekehrt. Sie mußte sich die Verhältnisse klar darlegen und zu einem Entschlüsse kommen- Wie weit war Joseph sckmldig!k Die« war die erste Frage, die sie 'sich beantworten tnußre. War er rettung-lo« versunken oder konnte er au« dem riefen , Abgründe noch immer erlöst werdend Sfe ging im Geiste noch einmal sein ganzes Leben durch, ertvog, nachdem sie ' sich genauen Bericht über di, letzten Vorgänge verschafft, brr ganze Lage, in die er gerakhen war, stellte diesen sein pflichtgetteues Streben während der letzten Jahre gegenüber, und ihr liebend;- Herz zog daraus den Willkomm.nen Schluß, daß e- Sünde wäre, an ihm ganz zu verzweifeln. Sie fühlte, daß ihre Zuneigung und Standhaftigkeit noch der einzige Grund wäre, in welchem sein lecke- Schiff einen festen Anker werfen könnt», und daß, wenn sie ihn aufgede,; er unzweifelhaft von Stufe zu Stufe heradsinken müsse. , Ihre schwärmerische Einbildungskraft gellte ihr vor, baß es eine ihr von. Gon selbst gesetzte Led-n-aufgabe sei. den ' Genossen ihrer Kindheit und Jugend wieder aufzurichten und zur Heilung zu bringen. Nachdem sie diese Gedanken mehrere Tage mir sich herumgetragen und sie sich ihr wie ju einer fixen Idee gestalteten, stand auch alsbald ihr Entschluß fest. Allen Admahnungen zuwider, packte sie ihre seinen Hadseligkeiten zusammen und begab sich nach dem j zehn Meilen von ihrem Wohnorte entfernten Flecken, ist welchem sich da- Zuchthaus befand, in dem Joseph seinie Strafe abzubüßen harre. ' (Schluß folgt.) Hepp! HeppN) (Wahnfiaa«szene au« einem Miktelalterli^en Gräuelstücke. Im 19. Iahrhuaderte ausgefübrr vom Lembetger Gemeinde-Rath.) Sackerlutzki. Wir sollen heüle über die Gleichberechtigung der (spuckt au«) Juden berarben. Ich de» antragr zu diesem Zwecke, zuerst die jüdischen Gemeinderäthe hiaau-zuwerfen. (Der Antrag wirb mir Jubel angenommen 1 und sogleich auSgefirhrt.) i Sackerlutzki. So, damit wäre die Generaldebatte j geschloffen. Ich eröffn, bi, Spezialdikbatte. Krätzin-ki. Die Juden sind unrein. (Wird von den ’ Andern umarmt.) I *; Wiener „Figaro. Humoristische« Wochenblatt." Nr. 6. Der j Artikel perfiflin die Berhandlungeu des ßemberger Sladlrattz« N. A. Z. d. Int. Rr. 10.

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