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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 9 (1863) · p. Seite 34

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
9 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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— 34 — eder zu einmal b wendig Verdacht mir damais piel Rühmliche» von Euch." yiermit war die Sache wieder ins Geleite gebracht. Josei h nahm sich zwar vor. sich baldigst von dem Meister trennen, damit ihm der gefürchtete Schwager nick t über den Hal« komme, aber er fühlte, daß es no lei, sich ganz unbefangen zu stellen, um keinen zu erregen. Der Meister hingegen suchte nur dur b leichte, einem dritten ganz unverständliche Anspielungen sich die völlige Gewißheit zu verschaffen, daß er es n it einem ganz fremden Menschen zu tbua habe. Er best rach mir Joseph d Bedingungen, die er ihm für seiner Eintritt in die A beit gewähren wolle. über die VerKä misse in feinem Hause und seiner Familie, wobei Joseph c ne völlige Unkennmiß erwies. So kamen sie in die S adt und in das Haus des Schlossermeister», dieser t af ruhig mehrere nothwendige Anordnungen »znd wirs d« n Joseph eine Kammer an.. Dann verließ er unter dem einfachen Vorwände eines Geschäftes das Haus, begab sch eilend» zur Polizei. erzählte das Begegniß und seinen Verdacht, und kehrte ' znir einigen Polizisten nach sein im Haust zurück. Sie 'überaschren Jostpd' n> seiner Kammer, wo er feine Sachen noch nicht ausgepackt baru, sondern sinnend dasaß, wie er am angemessensten aus >,m Hause und Orte sich entfernen könnte. Die Polizist i ergriffen ihn ohne Weiteres und brachten ihn zur Ha> t. Vorher untersuchten sie ihn und fanden in seiner Brutrasche den Brief Schedas', der zwar auf der Aufschrift en falschen Namen trug, aber in seinem Eonrerre genuqsar die Wege vrrrietd, auf welchen man seinen wahren Nan m erfahren könnte. Joseph war in tiefe Verzweiflung versu ikrn. Das ganze Gebäude, das er mit so vieler AuSva, er, Umsicht und Pflichttreue während der letzten drei Jahr« aufgerichter war plötzlich in Trümmer gefallen und drohte, ihn zu zerschmettern. Nicht» war sicherer, als daß er weg n Fälschung verurtheilt, nach seiner Heimarb cranSporkir und dorr in den Keröer geworfen würde, auS welchem er nur als ganz verlorener Mensch wieder hervorgeken-koi nre. Auf's Leugnen konnte er sich nicht legen, der Br e» seiner geliebten Scheba selbst hatte ihn verralben. De alte @;tmm gegen die ganze bürgerliche Gesellschaft, ihre «Einrichtungen und Gesetze wachte in ihm wieder au» der Tiefen auf, in welchen er die Jahre -hindurch gefchlumme t hatte. Er sah sie gegm sich gerichtet, ja gleichsam versch vorm, sobald er sich nur zum Guten gewindet und in redlicher Weise seine Lebensbahn sich öffne« wollte. Un doch war wiederum dieser zornige Unmorh gewissermaß n seine Rettung, da er ihn au« dem dumpfen Brüten a ifstachelte und seine Kräfte spannte, um sich auS der ihr umgebenoen Schlingt zu reißen und sich durch irgend ine Thar zu rächen. Seine Aufmerksamkeit verdoppelte sich daher,' ob er nicht zu entfliehen vermöchte. Er war « ein große» Zimmer gebracht worben, in welchem sich mch andere Gefangeae befanden, bi, von Zeit zu Zeit du ch neue Ankömmlinge vermehrt wurden. Da sie ebev Alle erst in den letzten Stunden hier eingedracht worb« kt, war jeder mit sich selbst und seinem Falle beschäftigt, md kümmerte sich um die anderen nicht Die Dunkelheit brach eia und erfüllte da» nur mit einem einzigen, in de, Höhe befindj lichen Fenster versehene Gemach. Plötzlich en fiand draußen ' ein wüster Lärm; die Polizisten brachten eini,e kaldtrunkene junge Leute zur Hafk, die sich zur Wehre setzte^ und wilde» Geschrfi au-stießen. Endlich öffnete sich die! Thür, man stieß die Männer hinein, die aber fortwährend tobten; die Polizisten schrien nach Licht, einer von ihnen sprang hinau«, um es zu holen, wahrend die beiden andern mit den Gefangenen im Handgemenge waren. Diefj Gelegenheit nahm Joseph wahr, schlüpfte unvermerkt zur offnen Thüre hinaus. und gewann in der allgemeinen Verwirrung und Finsterniß, er wußte kaum wie, das Freie. (Forts, folgt.) j Äandcninsten durch die Wü^e nach dem Sinai. , Lstn Xcuno-nttn Ti'ck>en kor!i. (Sckiluß.) j Nach Westen sah ich über alle grotesk iaufgcchürmten Felsmassen ..lweg dis in die ferne weißlicd Umflorte Sanbedenr, die gegen Suez auSläuft; im Ostm glanzte mit fjnfbm blauen Schimmer der Meerbusen von Akaba hervor. So umrahmen Wüste und Meer!die Zinne des FelfentempelS. auf der wir stehen. Der noch höhere Kalharinenbecg begrenzt mit feinem Felstnrücken de» Blick nach Süden; aber von Süd nach Sübost umzieht unsem Gipfel jene» Thal Sedaijeh, da» mir sriner amphtthearralisch abgeschlossenen Ebene dicht unter ihm ruht. Der Sinai wird hier gleichsam zu einer bestimmten Persönlichkeit, die sich anrübren laßt. ' Der Gipfel selbst, der au» einem großen Granitblock besteht, bieter eine Fläche von beiläufig 60 Schritt Umfang. Robinson lagt, baß er mit dem Gefühls der Täuschung auf dem Gipfel de» Sinai gestanden. E^ blieb nicht der einzige, bet die» Gefühl hatte. Aber ganz stndere Eindrücke baden sich vieler anderen bemächtigt, diir gleichfalls ein prüfendes Auge mitgebracht hatten. Vor ^Uem fragt sichs, ob der Gipfel, auf dem wir stehen, einen, geeigneten Platz unter oder vor sich-Hab«, wo da» Volt Israel dem erhabenen Schauspiele der Offenbarung, wieget da» 2. Buch Most» schildert, beiwohnen konnte. Ein sslcher Platz ist in der Tbat neuerdinq» in der Sebaijeh - Ebene erkannt worben, die früher noch nicht hinreichend'für diesen Zweck untersucht worden war. Daß sie unmittelbar unter dem mit Kapelle und Moschee gekrönten Gipftl liegt, ist wol längst bemerkt worden; ich selbst bod in! der Beschreibung meiner Reise vom Jahre 1844 hervor,, daß diese Ebene wie geschaffen sei zu einem solchen Festaqle, daß sich auch der Ausdruck vom „Anrührm" de« Berges ganz rechtfertige, weil der Sinai von hier so schroff aufst^igt/ daß er vom Fuß dis zum Scheitel wie ein Ganzesvor Augen steht. Auch die Worte: „und das Volk trat unten an den Berg" erläuterte ich dahin, daß man selten so eigentlich „unten an den Berg" trete wie in dieser Eben« cm den Fuß de» Sinai, mit dem Blicke auf den gegm 2000 Fuß hohen Graaitgipfel. Wa» aber früher störend schien, ist erst durch neuere Beobachtungen erledigt worden.') §s schien *) Bergl. hierüber besonder» bei Ritter ©.596 sg. die Handschrisilichen Minheiluagen au» F. A. Strauß Tagebuch. Auch

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