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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 7 (1863) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
7 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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— 27 9 c war'-1 E r schloß den unheilbaren Riß. Bon seinem Licht erlosch die Finsteratß, Er' leitete mein Kind zur deutschen Fibel — Ihm dank ich'-, wie ich fühle, waich bin. Nach Dessau sehet. schauet nach Berlin — — Sschrieb mir Mendelssohn die deutsche Bibel. Dr. Leopold Kompert. Michel Goudchaux. (Au« dem Französischen in den Arcb.->iare^l.) Daverflossene Jahr bar eineder edelsten Herzen der israelitischen Gemeinde hinweggerafft. Michel Goudchaux starb den 27. Dezember v. I., einen unbefleckten Namen, eine Familie und Freunde, die ihn nt* vergessen werden, hinterlassend. Unsere Gesellschaft ist vergeßlich, weil sie gezwungen ist, zu leben und den vorigen Tag zu vernachlässigen, um an den andern Morgen -u denken. In dem Augenblicke, wo die Welkereignisse auf einander folgen, und wo alle Erinnerungen sich verwischen, ist ,- gut, hier die ganze Wahrheit über Michel Goudchaux aufzuzeichnen, damit sie nicht einst durch Jrrlhum verfälscht oder durch Der» gessen vernichtet werd«. Eist übrigeneine Act Huldigung, die wir der Vorliebe degroßen Mannebringen, den wir betrauem.' Michel Goudchaux liebte die Wahrheit über Alle-; er hat sie in allen seinm Handlungm bethatigk, und er empfand steteinen unüberwindlichen Widerwillen gegen Jeden, der nicht so wahr war wie er. Bersuchm wir denn an ihm dasselbe Prinzip der Wahrheit anzuwenden, welchediefortwährende Ziel und'gleichsam da- Ideal seine- Lebenwar. Er wurde am 18. März 1797 in Nancy geboren und war der dritte Sohn de- Banquier- Ga-con Goud, chaur, und er nahm nach dem Beispiel seine- Vater- Grundsätze der Ordnung und Redlichkeit an, welch« noch jetzt der Schmuck diese- Hausesind, und die ihm eine Art Adel inmittm der demokratischen Bevölkerung Israelverliehen haben. Seine Mutter, di« Tochter de» achtbaren Herrn Beer au- Zürich, dessen Andenken Nancy noch jetzt bewahrt, hatte ihren Kindern die Liebe zur Familie und zu der Pflicht eingeprägt, welche «inen der hauptsächlichen Züge de- Lebenvon Michel Goudchaur bildet. Man sieht, daß kr Jemand hatte, nach dem er sich richten konnte. Man wird sogleich in der Erzählung von dem, waer gelhan har, sehen, daß diese- Erdtheil von Tugmben sich unter seinen Händen noch vergrößerte. Wie er bin auch ich in Nancy geboren und erinnere mich nicht, daß, so weit mein Gedächmiß auder Kindheit reicht. Michel Goudchaur jemals von den jungen Leuten feiner Zeit aljunger Mann angesehen worden ist. Don Jugend an 'war er nachdmklich mit emsten Gegenständen sich deschäftigend, und fein edle- Gesicht, über daselten ein Lächeln flog, tmg von Anfang an den Au-dmck de- Emste-, aber »ine« Ernste-, welcher aichr im Entferntesten Menschenscheue,Indern stet- Sympathie «thmete. In Nancy Wählen zwei groß« Anstalten, welche zur Bildung der Juden auden niederen Ständen bestinmt waren, ihn mit unter ihrm Gründern. Diewaren die Primair, Schule und di« Schul« der Künste und Ha ad» werke. Um dies« Zeit — ewar während der Reftaurat on — schwärmte man für die Eröffnung von Lehranstalten für die Bürgerlichen, für den Sohn de- Armm und besonderfür die Kinder, welche nicht der Staat-relijion angrhörten. Michel Goudchaux zögerte nicht. Don w »hl, hadmdm Menschen unterstützt, schuf er die erste bekar nt« Anstalt für Künste und Handwerke, um unsere Arbeite, zu civilissren und sie dazu lehren, wasie noch nicht wußtm: Da- Geheimniß, ihr Glück zu haben, o-n^ i aufzudören ehrlich zu ifm, und zu arbeiten anstatt zu j schachern. Ich werdwbniemaldir Lektionen vergefen^! welche ich. dank ihm, Mi dem Her« Marchaad En«, ry, j meinem Lehrer in der Primair»Schule, und bei l«m l strengen Herrn Loui-. der mich zum Bikariuin der! Schule ernannte, halte. Angenehm« und cheure Lr» l innerungrn auder Jugend \ Sie stehen noch so lebl aft vor mir, al< wenn sie sich erst gestern ereignet Har en, I während die edlen Männer, welche mich damalanreg ttt, , die Herren Leer, Gompel, L«wi-rhal, Goudchaux, ni hti al- Staub jetzt sind.! Um da- Ende de- Jahre- 1827 gründete Michel [ Goudchaux in Pari- «in Fllialhanthaudr- Hausezu . Nancy; welchedamalsein ältester Bruder leitete. Er I zeichnete sich dort schnell au-und wurde zum Dicepräfideuren! de- Crncralkonsistoriumernanut. Dort begab «r1 sich I schnell an - Werk, um dazum Siege zu bringen, I er für gut hielt: die Emanzipation de- Cultuwie , uch zu gleicher Zeit die Emanzipation der arbeitenden Ela se». Um erster«- reüssiren zu lassen, berief er Herrn Marck and Ennery, dessen Beist, Liberalismus und väterliche- Wohlwollen wir immer annerkannt habest, nach Parillstd ließ ihn zum Großrabbiner ernennen. Um die zweit« erj folgretch zu machen, hielt er die Kinder unserer Akmqn ■ zum Besuche der Konsistorial-Schulen an, welche er t urch alle möglichen Mittel unterstützte. Die Julirevolutioa eröffnet alle Wege ganz nach seinen Wünschen dem Fortschritte in allen Formen. Er koame sich in dem politischen Gebiete jetzt versuchen, wie e c* didahin in Schul» und Religion-aa-elegenheiten gelhan halt«. Glückliche Krisifür sein« Seele, welche für »lle- Schöne und Gute eingenommen war. Dieser Enthusiast von dreiunbreißig Jahren zögerte nicht, nach seinen Grundsätzen zu handeln und sein l'eden-. auf den ersten Barrikaden, welchegegen die alte Regierung auf» gerichtet wurden, auf-Spiel zu se-en. Er ging ddi thln, um auf ruhmwürdige Weise zu sterben; er kam von da zurück mir dem Titelde- Bürgermeisterseine- Be.irte« und dem.Julivrden. Aldie Ordnung wietzr herg stellt i war, wollte man ihn zu neuen Diensten anreizen wid i bot ihm eine Präfektur au. Er war jetzt bescheidner! und 1 klüger; er rief der Regierung von Neuem in- Ged^chaiß , zurück, daß er nur ein einfacher Banguier »2re, ustd ec ' begnügte sich mit dem Titel «ine- Krieg-zahlmeiste«jin > dem Departement de- Niederrh«in-. | . I Dort trug er zur Gründung der Schute für Künste . und Handwerke bet, welche noch, heute blüht. Er verHffent» lichte dort drei Brochürrn über die Finanzen, und §ad

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