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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 52 (1862) · p. Seite 208

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
52 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 Im Barer vor dem Laad« triumphiren. Seit wann ist'- Sitte denn in Israel, Da- Töchter ihre- Barer- Thatea singen, So in deeig'nen Ruhm- Posaune blasen. Statt Elohim da- Knie in Furcht zu beugen. Daß sie vorbei am Altar ranzend jagen. Nicht achtend frommer Priester Vorbereitung, Noch alte Sitte stiller Häuslichkeit, Nur um de- Buhlen ersten Blick zu haschen? Zeruja. Die Girr' ist mein, denn Mein ist da- Verlängert, Ich ged' mich nicht dem Pciesterwort gefangen. A b i h u. O, leider ganz de- Daker- Ungestüm — Der Mutter Sanftmuth ward mit ihr begraben (Zn Athalia.) Sprich Du für mich, der Freundin wird'- gelingen. Akhalia. Du kennst sie nicht, stell' ein daweit'ce Dringen. Chor der Mädchen. Ihr Blick schon, Priester, sollte Dich belehren, Leicht magst Du Andre, nimmer sie bekehren! Abihu. Zum letzten Male, Kind, wie, auf den Knieen Beschwör ich Dich, bleib hier, laß Kein« ziehen. Leruja. Zeig Deinen düstern Gott der rohen Menge, Abihu! Liebe geht nicht Prftstergange. (Zn den Mädchen:) Folgt, mir im raschen Schritt, im muntern Reifen, Zeruja will, sie wird da- Ziel Euch zeigen. Chor (abziehend). Wir ziehen, wir ziehen, o wonnige Stunde, Wir öffnen den Reigen und tanzen die Runde. Abihu. Kind Zephra'-, auf Dein Haupt der Andern S inde. Mein ist da- Wott nicht, waich bebend künd^ Chor der Priester und Leviten. Fluch bringt de-Blut'genHand dem hau-und alleüSeinea, Der Stätte Friede winkt der Sühne nur, dem Reine»! Alle ab. VIII. S^ene. Freie- Fel d. Heerstraße. Zephra;ü Pferde, hinter ihm;n Fuße Ass an, hinter Beiden Truppen. Jephta, fichumweudend. Halt! sag ich. Schließt die losen Reihen dichtes. Zeigt Kriegerernst auch an de- Glücke- Schwell« Und Keiner weiche, diich Euch entbunden, Bei meinem Zorn! Die Biegung noch umschri ttn, Dann stehn wir schon auf der Gemarkung Mizpa's. Daß auch kein Führer mir am Altae fehle, — De- Tupfern Stirn zumeist schmückt frommes Sinn — Wenn dankerfüllt ich in der Priester Hände Da- Opfer lege, daich so gelobt: . „Kehr ich al- Sieger heim, o Herr, zu dieser (»teile. Da- Erste weih' ich Dir, wa« kommt aumeiner ' schwelle," «efang hinter der Scene. Ei, froher Gruß! eia Kranz von Madchenblmm^r Weiht un» der Seele Duft in Harmonie'». Verschleiert sind sie nach de- Lande- Sitte, Doch ihre Jugend zeigt der Schritte Anmuch. Der Freude, wenn daheim im eignen Kinde Nach Zähren ich die Jungftau wiederfinde! Chor der Mädchen erscheint. *° Strophe. Willkommen, willkommen siegreiche Schaar, Wie Hab ich ersehnt Dich so manche- Jahr! Gegeustrophe. Zebaoth den Dank und Jauchzen dem Herm, Er ist unser Himmel, Israel sein Stern! Zeruja (vortretend). Streut Blumen de- Ruhm,- dem Siegergrei-, Die Tochter singt selbst heut de- Vater- Ptti-! Entschleiert sich schnell, der Schleier fallt, Alhalia hebt ihn aus. .Jephra. Allmächt'ger Gott, de» Kinde- Tode-stunde, Der Traum wird Wahrheit, Jephta Du. der sNeiee! t Bei diesen Worten gleitet er vom Pferde, da» Gewand sich zerreißend und finkt einem Führer in die Arme. . Affan faßt die Zügel de- Pferdes. Zeruja. Bist krank, mein Vater, schreckb Dich meine Stimme? Jephra. Fluch sei den Tag defrevelnden Gelübde-, Dem Vater kam sein Kind al- Siegesopfer! Alle treten entsetzt zurück, außer Zeruja. Watrieb Dich auch de- Feldherrn Glück zu feiern, Vor allem Volk in mir Dein Lob zu singen? Im Hause dacht' ich Dich an Mirjam'- Seitt. Da war Dein Platz — wie hält' ich mich gefreut! Nun beugst du mich, mein tiaz'ge-, einz'geäfind. Und kehrest meine alten Tag' in Teübniß; Doch ist eS Gott gelobt, nicht kann ich ander-. Zeruja. Hast Deinen Mund Du aufgelhan zu Gott, So thue mir, wie audem Mund gegangen, Wie er sein Wort Dir hielt an Ammon'« Bplkera. Akhalia (vorttetend). > Nicht Sieg, nicht Barer, nicht die ganze West War' solcher reinen Blüthe Opftr werlh,! Halt ein/ Geliebte, flieh zur Stell, ich folge 4- Zeruja. „Sei Deinem Vater ebenbürtig, Mädchen," ' So sprachest Du — Zeruja wird esein. Gewähr' mir Ein-, Jephra die Bitte nur: Mit dieser hier und mit dem andern Mädchen Laß mich zwei Monde im Gebirge weilen, Zu rrauem, daß ich jung ohn' Ehstand-freude» Und kiadrrlodem Leben muß entsagen. Kehr' ich zurück - vollziehe Dein Gelübde! Jephta. So sei'« — zieh hin mit Deine« Vater« Segen! Läg ich erschlagen doch an Feinde- Seit«. Alkinderlos im eig'nen Hau« zu sterben! Ab. Ebenso die Krieger und der Ehor der Mädchen, außer Alhalia uud zwei andern Mädchen. Asfan. Nun blieb da- Kleeblatt von zweihundert Jahren. Allein mit Mirjam? — Gott soll mich bewahren! Ab.

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