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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 48 (1862) · p. Seite 191

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
48 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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191 rrchtlegen können. Der alte Salme erinnerte feinen Sohn an alles Da-, waer ihm, da er den Entschluß, unter die Freiwilligen zu treten, -gefaßt, vorausgesagt hatte. Er wollte ihn damit beschwichtigen, daß also gar nichts Unverhofftes eingetreten fei. Aber er goß hierdurch nur Oel ins Feuer. Endlich übernahm Rosa daS Amt, ihren Mann wieder zu sich selbst zurüctzurufen. Sie begann mit leiser, schonender Hand, redete ihm von ihrer Liebe, erinnerte ihn an die Schrecknisse, die sie selbst erlebt, rief ihm zurück, wie Gott sie nicht verlassen und in ihrer Unschuld bi« Kraft hatte finden lassen, allen Gefahren zu widerstehen, und kündete ihm endlich unter sanftem Errothen an, daß sie ihm bald ein Pfand ihrer treuen Liede unter Gotte- Beistand in die Arme legen würde. Liese Kunde ergriff Daniel mächtig. Er rieß feine Gattin an seine Brust, und weinte halb seinen Schmerz, halb seine Freude aus. Dann erhob er sich, schüttelte alle Weichheit, alle Verzagtheit von sich ad, und gewann seine früher« Energie wieder. Ec verreiste. Nach wenigen Tagen kehrte ec zurück, und zeigte den Seinigen an, daß er ein bescheidenes, aber durch Fleiß und Sparsamkeit leicht emporzudringendeS Materialgeschäft in der Stadt D. kaufen könne, und, wenn die Seinigen damitübereiostimml.n, erwerben wolle.Der Entschluß ward bald gefaßt, nach dem veralte Salme sich selbst nach Dbegeben, und die Verhältnisse mit eignen Augen kennen gelernt hatte. So vielen Schmerz es auch den greifen Eltern veru^'achte, sie beschlossen dennoch daS elterliche HauS, das von Geschlecht zu Geschlecht vererbt worben, zu verkaufe^ und mit dem Erlös sowie mir der Geldsumme, die Daniel auS Frankfurt mirgebracht, das Geschäft in O. zu erkaufen und anzufangen. Der Umzug geschah; und wir wollen nur noch hinzufügen, daß eS dem unermüdlichen und gewandten Daniel mit Hülfe seiner emsigen schönen jungen Frau gelang, sich recht bald eine bedeutende Kundschaft zu erwerben, so daß er nach einigen Zäheren zu Wohlstand gelangte, und mit dem Wacherhum seiner Familie sein Glück und seine Habe nur wachsen sah. DaS eiserne Kreuz und den Georgienorden legte er nie wieder an, sondern der wahrte sie nur alS ein Erinnerungszeichen an die Zeit beS ewig denkwürdigen FreiheitSkampfes, an welchem auch er einen rühmlichen Anrheil genommen. Wanverungen durch die Wüste nach dem Sinai. Bon Konstantin Tischendorf. (Fortsetzung.) Hier also erscheint das Manna als ein dicklicher honigartiger Satt, der gleich Thaulropfen an den Zweigen der dem LedenSbaume ähnlichen Tamariske hangt, und zwar an den Stengeln, nicht am Laude. Bei heißem Sonnenstrahl« schmilzt es und fällt von den Zweigen auf den Boden, der gewöhnlich mit dürrem Laube, vergleichbar den abgefallenen Nadeln der Nadelhölzer, bestreut ist. Sowol umittrlbar von den Zweigen als auch vom Boden weg wird das Manna von den Beduinen und den leibeigenen Halbbeduinen des Sinaiklosters wahrend der Monate Juni unff Juli in ledeme Schläuche gesammelt. Aus diesen Schläuchen füllen es die Sinaimönche in kleine dlecheme Büchsen, und in dieser Fassung wird es von den Sinaipilgem, wie schon 1483 von FSlix Fabri, häufig in die Heimath mitgenommen^).. Da die Manna-Ernten nicht allzurelchlich sind *), so gilt eS für kostbar unv wirb ziemlich hoch verkauft, wofem edie Beduinen nicht etwa selbst verzehren. Wenn VieS letztere geschieht, so wird ,S zu dem täglich frischgebackenen flauen ungesäuerten Brot genossen, wozu es sich hei seiner dim Honig ähnlichen Süßigkeit trefflich! eignet. j Woher diese- Üvanna sich erzeuge, darüber hat man sich in früheren Jahrhunderten sehr Wenig beunruhigt. Felix Fabri, der Ulmer Kaplan, erzählt vom Jahre 1483, daß Manna, da- Hi^nmelsdrod, noch immer ln den Klingen i (Schluchten) unv DhLlern um die heiligen Berge falle, in den Monaten Augustlund September. Es ist Thau, schreibt er (a. a. O. Bl. 143 fg.), süße, dicke und geffirbet wie Honig, und Hanges an dem Lapde und GraS, eben als Korianderkörnlein. DaS lesen die Mönche zusammen und die Araber, und wersn eS zusammenkommt, so wird eS eben al- Harz, doch bleiber es süß. Ee vergleicht «S sodann mit dem Manna der Israeliten; diesehabe aber, obschon eS gleichfalls gefall,si und ebenso gestaltet gewesen sei, viel, übernatürliche Eigenschaften gehabt, während dajetzige natürlich fei. Aller Thau in der Wüste fei nämlich entweder bitter »fe Salz oder süß wie Honig; der Thau um oie Sinaitischen Berge sei aber so dicke und sudstanzlich, baß man ihn fassen und behalten könne. Der französische Canonicus Morrison, bemerkt vom Jahre 1697 *), der Golk Israel habe dafrühere Wunder daselbst für alle Zeiten verewigen wollen; denn er lasse noch heute Manna regnen alljährlich in den heißesten Monaten Juli und August. Esei weiß wie Schnee, bestehe in erbsengroßen Kügelchen, und werde wie Honig auf Brod genossen; kalt erhätte eS wie Wachs. Er hielte-für dasselbe Manna, daS Israel genossen; «S schmecke ebenso, und > sei nur auS Noth und Hunger damals noch begieriger alheutzutage genossen worden. Erst in neuester Zeit har sich bl« Naturforschung genauer damit beschäftigt, und vor allen anderen ist Ehrenberg im Jahre 1823 in'S Geheimniß eingedrungen. Er «ndeckte, daß da- Manna von dem Stiche eine- Insektherrühre. Da- Insekt, eine wachsgelbe SchildlauS, von nur 3 Linien Länge, verwunde auf eine den bloßen Augen unsichtbare Weise die zarten Zweiglein de- Baume- oder Strauchs, N2ch selbst brachte im Jahre 1644, wo ich dafür Sinaireisende seltene Glück hatte, bei Beginn der Manaaperiode die Wüste zu durchreisen. mehrere Zweige mir ihren Mannaperlev in einer blechernen Büchse nach Hanse. Daweißliche glänzende Aussehen, dadiese Perlen anfangs hatten, vertauschten sie bald mit einem bräunlichen. Ast den biheule aufbewährten Zweigen ist noch immer die klebrige braune Sasimaffe bemerklich, sowie a»ch reichlicher Maunaaeruch vorhanden. Außerdem nahm ich wiederholt vom Sinaikloster Blechbüchsen mir anfaesammeltem Manna mit. Diese» letztere, eine weiche dickliche Masse, die beim Umkehr«» der Büchse sofort in langsamen Fluß geräth, hat sich.vollkommen, erhälleu. , Auf meinen beiden späteren Einaireisen kam ich zw frühzeitig durch'- Schsechthal — 1853 Ende tzebrnar, 1859 Anfang Februar — um neue Beobachtungen der Manna-Erzeugung aozastellen. , jr)Burckhardt schätzte die Summe einer Jahre-einsammlung 500>bi-600 Pfund, wawol für die jetzigen Ernten, seihst wenn fie.jut find, zu hock» gegriffen ist; doch giebt Wellsted den jährlichen Ertrag im günstigen Falle sogar noch höher a». nämlich auf 700 engl. Pfunde. tz) Siehe Ritter, a. 'a. O. S. 667.

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