Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 48 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4908862-5999374-6026527--2296-4910685- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
192 und in Folge davon trete, nach Vvrangeg ngeaem Regen, der klare allmählig sich verdickende Saft herpor. Rach dieser Erklärung dev Phänomens steht ras Siaairische Manna allerdings, wie schon Michaelis 1761 in den Fragen an Nieduhr und seine Begleiter rermulhet hatte, in Verwandtschaft mit den Manna unserer Apotheke«, das in Folge eines CicadensticheS aus der Mannae«he Südeuropas, besonders Calabrientz, gewonnen wird. Ma> che Zweifel sind bei derselben wol übrig geblieben; aber die : »auptsache selbst, daß die Tamariske und daS Infekt die beio n -Faktoren der Manna-Erzeugung seien, steht nach der Gründlichkeit der Untersuchung Ehcrnbrrg'S nicht in Zweifel. Unttthaltungs-Piller. Der berühmte Mitzdokb G. E. . . harre in seinem Kurzwaarengeschaft einen per Alle<zu besorgen hatte: Correspondenz, Packung, Ausgange, Hausarbeit u. s. n wahres Factorum für ihn war. Außerdem betrieb Jener noch ein Lorreciegelchäft auf eigene Rechn ing und so ge schah eS, baß sehr oft Leute kamen, die Störung verursachten, worüber sein Herr Eines Tages war die Nachfrage wieder thr lebhaft und G. E. hatte schon den 10. oder 11. Mi an weggeschickt, als wiederum Jemand zum Laden Hereinkan mir der Frage: „Sind Herr Maierfeld zu Haufe?" — exr Maierfeld! erwiderte der erbirterte Herr, „Herr Maierfeld sind oben auf dem Speicher und wichsen Schuhe, also eben keine Sprechstunde." — . in Frankfurt jungen Mann, Verkauf, Verkürz der «in ch ihm fragend oft böse ward. tu Ein Tuchhändler kaufte auf der Messe feinen sonstigen Maaren noch einen Rest feh! den er für sich selbst bestimmte und seinen henden Sohn mit der Bemerkung übergab, Maare einmal genau zu betrachten. Weisung, sah aber nicht die rechte, sonders Seite deS Stoffes mir größter Aufmerksa Barer, dies mit Staunen bemerkend, fragte: Dir-diese Maare? „Nicht so sehr," erwil e „Ja," sagte der Vater, „das kommt daher, Geschäftsmann nur die linke, Katt die Stoffes ansieht." „Das rhu ich sonst nie erwiderte der kluge Sohn, „aber da Du dies bestimmtest und Deine allen abgetragenen immer gewendet werden, so inleressirte n sächlich die linke Seite." - A. Wohin wird das noch kommen wollenkrisis, was werden wir da noch erleb' B. Die Baumwolle wird noch so rai man den für einen reichen Mann halt, Erkältung in den Ohren .trägt? A. Wirtlich, glauben Sie? B. Ganz gewiß! — Ler Äcrlag sott 9«ia(Sitn u Leipzig außer feinen Stoffes, neben ihm stedoch die schöne ieser folgte der nur die linke; akeit an. Der ,nun wie gefällt rte der Sohn, wenn man als rechte Seite des lieber Vater, Rest für Dich Nocke für mich ich hier Hauptes i sic der Baumn? — werden, daß solche wegen t er Kuriosa und Notizen. Au« einem Dorfe «ine Stunde von Güsten war ein junger Mann vor 2 Jahren in Berlin Jude geworden. Vor 14 Tagen hatte er in dem Orte, wo er geboren und erzogen und wo feine Eltern und Verwandten noch am Leben sind, feine Hochzeit gefeiert; zwei Schwestern desselben waren mit zur Hochzeit und halfen aufwarten, auch sein Vater kam gegen Abend und brachte rin Geschenk für die jungen Leute mit, 2 Paar Taffen und in jeder lag ein Pakhen-Thäler. Die Leute aus dem Orte kamen viele dem Trauacte beizuwohnen, und verhielten sich dabei höchst ruhig und anständig. Schön war mit anzusehen, wie der junge Mann sein Mincha-Gebet und die Al Che^S vor der Trauung verrichtete. — Den Chabbath nach der Hochzeit kam er nach Güsten mit feiner jungen Frau und hat rmru nbi* geworfen wie ein rechter von. Ich frug ihn, ob er denn gut fasten könne? und er antwortete mir: Im vorigen Jahre habe ich »um ersten Mal ausgefaster, de« Abend«, als ich zu Hause kam, trank ich nur eine Taffe Kaffee und setzte mich hin arbeiten bis den andern Morgen. — Junge Leute, die als fromme Jehudim erzogen, standen beschämt vor diesen Ger. In der soeben erschienenen Schrift: „Zur Geschichte der Juden in WormS von G. Wolfs" wird au« einer Urkunde aus dem Jahre 1567 mitgetheilr, daß es den Christm verboten ward, die jüdischen Bethäuser zu desuchm. Herr 0r. Wolff bemerkt hierzu: „Die Republik gibt ausdrücklich bei einem gleichen Verbote als Grunb an, damit die Christen sich nicht durch den schonen Gesang der Juden verleiten lassen. Merkwürdig genug, während sonst „Judenschule" gleichbedeutend mit Unordnung, Lärm und Geschrei war, fürchtete man nichts destoweniger, baß die Christen durch die Synagoge zum. Abfall von ihrem. Glauben verleitet werden könnten. (Man darf hierbei nicht vergessen, daß Lärm und Unordnung sich erst in den letztm Jahrhunderten in der Synagoge, heimisch gemacht hatten.) In derselben Urkunde wird unter Nr. 2 den Juden gestattet, eine Schule (Synagoge), einen Schulhof, ein Tanzhau« und ein Bad zuhalten, jedoch sollen diese Gebäude nicht „unlustig" und unsauber «u<fef)eikj ,4>e«yDr. SB. bemerkt hierzu: „Neben der Schule wird auch deS Tanzhauses gedacht und geht daraus Hervor, daß unsre Altvordern ln mancher Beziehung weniger strenge waren, als dieses später der Fall war." Allgemeine Zeitung des Judenthum». No. 47. 1662. Leitende Artikel: Lsra Vsror! — Professor vr. Alexander Haindors. -7- Da« Papstthum und das Judenthum. Zeitungsnachrichten: Deutschland; Dom Main, auS Baden, Mannheim, Hamburg. Preußen: Bonn. Oester» reichischer Kaiser staat: MaroS Bchärhely, S. A. Ujhely, Wien. Algerien: Algier. Eorrefponden;: Uaterstützangskasse de» Verein» israelitischer Elementarlehrer für Westphalen und Rheinprovin;. (Schloß.) JEy Zu bestehen durch jede».Postamt und jede Buchhandlung jährtsth 3 T Haler, vertieljahrlich yA THaler. < ntwortlich« »edacteur I. H. Lstdar. r'o «nchhanotnng in Leipzig. — Druck »ob s. »reyling in Leipzig