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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 40 (1862) · p. Seite 158

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
40 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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158 An seiiler Unschuld hält er fest, mit Nichten Versuchtest Du ihn wider mich zu richten!" — Der Kläger spricht mit schnöder Gebrrde: „3a, Haur um Haue! ES wird um'S Leben Der Mensch dies Allewillig geben — Doch rühre nur an sein Gebein, Bereite seinem Fleische Pein, Ob er nicht wird alSbald verzagen Und Dir ia'S Angesicht entsagen!" Der Herr spricht: „Also sei'S, in Deine Hand Sei er mit seinem Leib gegeben, Nur rühre ihn nicht an da- Leben." Der Klager hört'S und hat sich adgewandt. — Da siel auf Hiob Siechrhum nieder, Und traf mit Aussatz feine Glieder, Vom Scheitel bis zu Fußes Ballen Nichts heil an ihm, nur Schmer; und Quäler Da sprach sein Weib: „Halst Du noch immer Der Gott, der zu Dir sprach; Verdirb! Entsage Ihm und stirb!" Doch Hiob mir der Kräfte Rest: „Wie eine Thörin redest'Du! DaS Gute nehmen wir von Gott all' Tage, Und nicht das Bös' auch ohne Klaget" — Auf Asche« saß er, qualvoll, doch mir Ruh'. feftt Und drei Genosse» seiner Zugend, Allzeit Bewundrer seiner Tugend, AlS sie das Unheil, das ihn überkommen. In Thema«, Naamab, Schuch vernommen, Zieh« der, ihm Tröstung zu bereiten. , Und als sie ihn erschau n vom Weiten, Erkennen sie ihn nicht, und weinend Zerreißen sie ihr reich Gewand, Streu'n Asch' auf'S Haupt sich mit der Hand, Und mit dem Freunde sich vereinend, tz. Der Tage und der Nachte sieben. So sitzen sie mit Klaggeberden An seiner Seit' auf Staub und Erben, Vor seinem Schmerze stumm geblieben. Saod-Addaula, ein Israelit, Minister des mongolischen Chan's. (An» einer Abhandlung von 0r. H. Grä Wir haben in diesen Blättern bereits meh Staatsmänner in Spanien und der Türkei heute fügen wir diesen abermals einen solche, audem iranischen Chanat der Mongolen Hinz l ere jüdische vorgefübrt; und zwar *). 1; Wiener Jahrbuch für 5623. 2 L)r. Gratz bringt mit Saod - Addaula den Kabbr Matt von Rotbenburg zusammen, ohne irgend eine faktisch« Anlehnung, als daß Rabbi Matt zur selbigen Zeit audwandern wollte, d. h. nach dem heiligen Lande. Wir haben daher diese: Theil. der Abhandlung ganz übergangen. Dergleichen, wem Gray den eigentlichen Namen unsere» Staatsmannes au» euch tn Strophen eine» unbekannten Dichter» ziehen wollte, während « die Namen vieler Verwandten de» Staatsmannes selbst;itin, die alle Addaula heißen, so daß die« der wirkliche Familieunam sein mußte. Argun wurde Großchan von Iran (von August 1284 bi'S Mär; 1291) und seine Regierung war ein Sonnenblick für die in der Christenheit gesetzten Juden. Er hatte einen jüdischen Minist.r, Saod-Addaula, durch dessen Hand die RegierungSgeschäfre 'geleitet wurden. Saod-Addaula war, wie ihn selbst parreichchr Zeitgenossen schildern, ein Mann von vielen Kenntnissen, durchdringendem Verstand,, siaatSmannischer Einsicht und uneigennützigem Charakter. Er verstand aeden dem Arabischen auch die , Sprache der Mongolen, mit denen er verkehrte. Er besaß | eine schöne, einnehmende Gestatt, gefällige Manieren uno die Biegsamkeit eines Diplomaten. Er wurde von dem : Zlchan Argun, welcher im Gegensätze gegen seinen Vorgänger Juden und Christen bevorzugte, als einer seiner , Leibärzte angestellt und genoß seine besondere Gunst. Da ec in Bagdad wohnte, so beklagten sich sein« Kunstgenossen über ihn, daß er «in ruhiges Leben führte, während sie den Chan überall hm auf feinen Zügen begleiten mußten. ' Darauf berief ihn Argun in fein Zelt und behielt ihn stets um sich; da» war die erste Staffel zu feiner Rangerhöhung. Denn als Argun einst schwer danieberlag und durch die Bemühung seine» jüdischen Leibärzte» wieder genas, unterhielt er sich öfter» mit ihm ubex Staatsangelegenheiten; und erfuhr von ihm, daß die Statthalter sich bereicherten, ’ mir Willkür regierten und den Herrscher täuschten. Da- ' rauf wurde Saod-Addaula als Finanzkommissar nach Bagdad beordert, um den Stand der Einnahme zu untersuchen und die Beamten zur Rechenschaft zu ziehen. , E» gelang ihm binnen kurzem die Finanzen so zu i regeln, daß er Argun dedemende Summen abliefern konnte. Argun, welcher das Geld besonder» lieble, war so sehr mit i ihm zufrieden, baß er ihm hohe Gunstbezeigungen zuwandte.; E? reichte ihm den Becher — ein besonderes Ehrenzeichen bei den Mongolen — schenkte ihm ein Ehrenkleid und ernannte ihn zum Haupteinnehmer deS Bezirke» von Bagdad. Da Saod-Addaula uneigennützig sein Amt verwaltete, so war er im Stande, ihm noch bedeutendere Summen zuzustellen. Darauf ernannte ihn Argun zum Finanzminister de« ganzen iranischen Chanat», nachdem der bisherige Minister Dgielal-Eddin wegen Betheiligung an einer Verschwörung fernes Amtes entsetzt und enthauptet worden war. Von seiner Würde erhielt er seinen Namen Saod-Addaula, „Stütze de» Reiche»", sein eigentlicher Name lautere anders. Hatte der Chan Argun schon früher wegen seine» Hasses gegen die Mohammedaner nur Juden und Christen Aemkec anverlraut, so that er eS noch mehr, nachdem ein jüdischer Staatsmann an der Spitze der Staatsverwaltung stand. Juden und Christen, in Europa einander abstoßend, gingen in Asien wenigstens unter Argun'» Regierung Hand in Hand. Saod - Addaula ernannte einen seiner Brüder Fakho-'Abdaula zum Einnehmer von Irak; einen andern Amu-Addaula setzte er über die Gegend von Diarbistio (Mesopotamien) und feine Verwandten L edid, SchenoS- Addaula, Abu-Manßur über FocS (Persien), Toberistan und Adherbaigan. Uederhaupt hatten sämmriiche StaatSämler Juden oder Christen inne; bmn die herr- - Auf geschichtlichem Boden ist e» doch nicht gut, wenn man Ccm« billakionen und Hypothesen au» leichtesten und weuig faktischen Andeutungen zusammensetzen will. Die Redaktion.

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