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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 40 (1862) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
40 (1862)
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt. Z°r Rele^rung und Anterhattung auf jüdischem Hebiete. Herausgegebeu vou Mo. 40. 1862.1 Rabbiner vr. Ludwig Phili-Pso» Bv» dieser AetrsSE» erscheint wöchentlich eine Nnmmrr Prei» de« Sahr» gang« » Thir. Birnetzthns 7 Rgr. Mle vuchdand lnnge». PoßSnrter »nd Aei»»»o»erpeditwaen »eh»en Be-eün», e» nn. in Bonn. ^9. IaKrg. 4. Probe einer neuen Bearbeitung des Buches Hiob. Von l)r. Xuimng Philipps»«. Einleitung. An sein« Hab' und Lust, ob er nicht wird verzagen Und Dir in'» Angesicht entsage»!" Der Herr spricht: „Also sei^», in Deine Hand Sei Alle», wa» er hat, gegeben. Nur rühre, ihn nicht an daß Leben!" Der Kläger hört'« und har! sich abgewandt. — Im Thal« Uz, in Arabien» sonnigem Land Vor Alter» lebt' ein Mann, Hiob genannt, Im Wandel schuldlos, gerecht im Rath, Voll Gottesfurcht in Wort und That. Der Töchter drei, der Söhne sieben Erfüllet«» sein Herz mit Lust und Lieben. Und ob ihm weiden weit di« Heerden Der Rinder, Schafe und Kameele, Und größer, immer größer werden — Die Demuth bleibt in seiner Seele. E» gehen in der Jugend Lust die Söhne Und in de- Hause» Fülle, zu bereiten Ein Mahl, der Becher Klang, der Harfen Töne, Und laden ihr« Schwestern sich zur Seiten — Doch sind die Tage de» Gelag» zu Ende, Erhebt sich Hiob, heiligt sie, und brachte, Daß Gott sich gnädig zu den Seinen wende, — Sühnopfer dar am'Morgen, denn er dachte: Ob sie ln Freudenrausch und Mahle»lust Nicht Gott entsagten in der wirren Brust? — Und e» war de» Tage», da kamen die Söhn« de- Herrn Sich vor de» Ewigen Antlitz zu stellen — Und zum Kläger sprach Er: „Don wannen?" — „Don Nah' und Fern, Dom Durchstreifen der Erd' über Land und Wellen!" Der Herr spricht: „Sahst Du auf Hiob, meinen Knecht? Wie er, schuldlos, Gott fürchtet uüd wahret da» Recht, Betritt nicht Einer noch die Flur der Erde^" Der Kläger spricht mit schnöder Geberd«: „Und fürchtet Hiob den Herrn um Nicht»? Gesegnet hast Du da- Werk seiner Hände, Und feine» Reichrhum» ist kein Ende, Und seine» Hause» Räume voll Licht», Don Dir umzäunt vor Feind und Gefahr — Doch rühre nur an seiner Heerde« Schaar, 1) Ueber die Grundsätze und Zielpunkte dieser Bearbeüuog — nicht Uebersetzung — des Buche« Hiob behalten wir na« unsere Aeußerungen vor. Und e» war de- Tage», die Töchter und Söhne y Saßen beisammen beim heitern Mahl, Bei Becherklang und Harfengeiöne — Da kam zu Hiob ein «Bote zumal: Herr, bei der Rinder ünd Esel Schaaren Mit de» Schwerte» Scharfe sadäische Helden Schlugen die Knechte, so viel ihrer waren: Nur ich entkam, e» Dsr zu melden!" Noch redete dieser, ein Bote kam: „Vom Himmel, dem lichte», Unter die Schafe und Knechte fielen Flammen,! Und verehrten sie Alle mitsammen: ‘ Nur ich entkam, e» Dir zu berichten?" — Noch redete dieser, ein Anderer kam: ,Lur Stelle, Wo die Knechte weiden dik Kameele, Brachen die Easbim herein, sie Alle zu jagen: Nur ich entkam, e» Dir zu sagen!" Noch redet« dieser, ein vierter kam: ,,£> Herr! Ein Sturn wind von der Wüste her Stieß auf da» Hau», darin zum Mahle Deine/ Söhne faßen und Pächter alle Und de» Hause» kupfrrgedeckttt*Dach Fiel in da» lusterfüllte Gfmach, Du hast sie Alle zu beklagen — Nur ich entkam, e» Dir zu sagen!" — \ Da stand Hiob auf, zerriß sein Gewand, Und fchor sein Haupt, und warf sich nieder! j „Nackt kam ich in der Mutter Hand Uub nackt kehr' .ich zur Erde wieder — , —- Der Herr, Er gab, der Herr Er nahm. Gepriesen sei de» Herren Nam'!" — Und e» war de» Tages, da kamen die Söhne d 4 Herrn Sich vor de» Ewigen Autlitz zu stellen — Und zum Kläger sprach Er: „Boa wannenV* -- „Bon Nah' und Fi«, Dom Durchstreifen der Erd' über Land und 8eß«!" Der Herr strach: „Sahst Du auf Hiob, «eia« Knecht? Wie er, schuldlos, Gott strchtet und wahret da» Recht, Betritt nicht Einer noch! die Flur der Erd« —

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