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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 25 (1862) · p. Seite 98

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
25 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 9 ctm i nb rowirsch, der sich ins Mittel legt und di auf die gewöhnliche berüchtigte Weste geft» habe viele Wunderdinge in verschiedenen aber nichts hat auf mich einen so betrübet gemacht als dieser Hascher im Weiberrocke, Straßen zieht und Menschen' hascht, emsig sich an ihren Qualen zu ergötzen. Solche uns eigentlich auch, in den Koch herunter. Der junge MaNn lächelte traurig und le rte sein -Glas mir einem Zuge. Jakob Rovrigo Pereiro Ein jüdisches Lebensbild aus dem vorigen Jahrhundert. Ae Nach dem FrruzSsi'chrn von-Carn oli in dei un i ii . Jakob Rodrig Pereica, der erste Taubst 'in Frankreich und Mitglied . der. Königl. London, wurde im Jahre 17 lo zu Berta dura in Svanien geboren. Er haue von lagen für die exakten Wissenschaften erhalten, sie frühzeitig mir Erfolg aus. Der junge mitten in seinen Studien, als seine Fami zwei ihrer Mitglieder, auf den Scheitechausi sikion hatte steigen sehen, sich »ach Frank e um diesem schrecklichen Tribunal zu entgehen ihre Wohnung zu Bordeaux. In dieser Z sich unser Jakob in den Naturwissenschaften weife von den Fortschritten, die er in ihnen Einige Studien über den Mechanismus führten ihn auf die Möglichkeit, die Srumn^h zu verbessern, und zogen feine Aufmerksamk machte er, mit Hülfe einer von chm fe eigenthümlichen Methode, den Tauben die Bewegung oer Lippen verständlich und den S die Zeichen eines Handalphadtt's, das er, nannte, und welches ec sehr geistreich anwanh seiner geheimen Erfindung Wichtigkeit bei in seinen Manuskripten ausgezeichnet, die aber der Unruhen der Revolution zerstört sind. Im Jahre 1743 eröffnere er zu Bordea i. stummeaschule und hielt eine Privarpensiop ilcs Augn>tiiis. Zwei Jahre spater wurde er Aufenthaltes in Rochelle aufgesocdert, «in zehn Jahren, Namens Aaron Bcaumain, zeigen, das er in wenigen Tagen in den hatte, die Buchstaben des Alphabets zu nenn gewisse gebräuchliche Phrasen zu artikulirer suchte eS mehrere Male vor der Akademie kollegium; es erregte allgemeines Staunen, betroffen war davon d'Azy d'Etavigny, der direktor dieser Stadt. Er hatte einen Sohn der von Geburt taubstumm war. Dieser hatte sich vergebens an verschiedene Aerzle wandt: er war damals zu AmienS bei einessi stummen, den man für sehr unterrichtet a sein« Erziehung übernommen haue, ohne der seines Vaters zu genügen. Dieser, Zeug« von der Fähigkeit Pereira's, entschloß sich ' jungen Mann anzuvertrauen. Nach zehn richt war der Zögling im Stande, 1300 v > 2! Sache wird lichtet. Ich gesehen, den Eindruck der durch die allein um utchen ziehen Areli. Isr.' men- Lehrer i Zesellschaft in rga (Estrama- Natur Anmb er btßtte Pereira war ie, die schon der Jnquiich flüchtete, Sie nahm tadt befestigte und gab Beimacht hatte. Kehlkopfes ieit theilweife an. Bald erfundenen durch die ummen durch Daktylologie" re. Er maß and hatte sie eider wahrend Iti . it llst . t '«de i ind ij eine Taubin der rue Während seines von dreiöffentlich zu Stand gesetzt rn und selbst Man veri im Jesuiten- Am meisten Genecalpachtn 16 Jahren, zunge Mann' ind Lehrer gealten Taubl^Sgab, und oer Erwartungen der Beweise Halb, ihm den onaten Unter- Wörter auSzusprechrn und die gebräuchlichen Begriffe mir ihnen zu verknüpfen. Die Fortschritte des jungen d'Azy wurden in feierlicher und glanzender Weise in einer öffentlichen Sitzung der Akademie der Wissenschaft von Caen am 25. April 1747 festgestellt. Er wiederholte daselbst mehrere poetische Stücke und antwortete mit lauter Stimme und schriftlich auf alle an ihn gerichteten Fragen. Die- Einzelnheiren dieser unglaublichen Uedung sind in den gedruckten Memoiren dieser Gesellschaft verzeichnet. Man kann die der Entdeckung Pereica'S gezollten Lobsprüche in dem Mcrcure de France vom Oktober 1745, August 1747, März 1750 und November 1754 lesen. Die fremden Journale dieser Zeit beeilten sich, sie zu veröffentlichen und zu verbreiten. Spater ließ Pereira den jungen d'Etavigny durch La Eondamier der Akademie der Wiffmfihafren zu Paris vorstellen uns erwarb sich die Zustimmung dieser gelehrten Gesellschaft. Einige Monate spater erschien dieser Zögling vor dem König Ludwig XV., befragte ihn durch Zeichen und schriftlich über'die Naturgeschichte und bezeugte den Lehrer seine Zufriedenheir durch die Bewilligung einer Pension von 800 Francs, am 22. Okl. 1751, „in Anbetracht," wie das Brevet sagt, „der Kunst, die er sich erworben habe, den von Geburt an Taubstummen eine Erziehung zu geben, der sie bis dahin beraubt gewesen waren." Im Jahre 1754 harre Pereira dem König Stanislaus einen anderen Taubstummen, den er ebenfalls unterrichtet hatte, yorgestelltj dieser Fürst ließ den stummen Schüler drei Mal eine Aesopische Fabel hersagen und gab seinem Lehrer große Lodfprüche. Elf Jahre spater, wurde Pereira für seine neuen Erfolge durch ein Brevet als königlicher Dolmetscher belohnt, und Buffon belobt in seiner Naturgeschichte sein Talent. ' Wahrend unser geschickter Lehrer einen Schleier über die Art und Weise ließ, wie er seine Zöglinge unterrichtete,. und ihnen die Kenntnisse der physischen Gegenstände und der abstrakten Ausdrücke beidrachte, veröffentlichte ein Herr Ccnaut die seinige und maß sich, begünstigt durch einen Bericht der Wissenschaft, das Verdienst des Erfinders bei. — Die Schüler Pereica'S artikulirten und sprachen deutlich, die intelligentesten ergriffen den Sinn einer Rede nach der Bewegung der Lippen, mit den übrigen verkehrte er, wie wir es schon gesagt haben, durch ein Handalphabet, das ec „Dakrylologie" nannte. Um ihnen rechnen zu lehren, konstruirre ec eine Rechenmaschine, die er der von Pascal und allen ähnlichen Erfindungen den Vorzug zuschcied. Mairan und Deparcieux, die von der Akademie zu deren Prüfung ernannt wurden, fanden sie wenigstens wohl ausgedacht, einfach und bequem. Pereira konnte drei Schüler auf einmal ausbilden und wandte vier oder fünf Jahre an, um ihren Unterricht zu vervollständigen. Unter den von ihm unterrichteten Taubstummen ist einer der Bemerkenswerthesten Saboureux de Fonrenay, der in dem Journal de Verdun eine Dissertation in Form einer Antwort auf eine an ihn gerichtete Frage, «ie er die Sprache und Religion gelernt habe, veröffentlichte. Eifriger Israelit, unterrichtete Pereica gewissenhaft die ihm anvertrauten Kinder in dem Glauben ihrer Familien. Bis jetzt haben wir von.Pereira als Gelehrten und Wohlthäter der Taubstummen gesprochen, jetzt wollen wir ihn als Wohlthäter und Derlheidiger seiner GlaubenSge-

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