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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 12 (1862) · p. Seite 47

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
12 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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47 sich einem Flecken oder Städtchen nahen, sie zuerst auf unsre wehrlosen Brüder sich werfen. Alles dies hat mein Gemüth sehr aufgeregt, und die Botschaft des Grafen von Hohenberg, mich binnen zweier Stunden auf dem Schlosse einzufinden, peinigt mein Herz mit großer Beängstigung." „Nun, rheurer Rabbi," sprach der Andere mit bescheidenem, aber festem Tone, „brauche ich es vor Euch zu sagen „„schläft doch und schlummert nicht der Hüter Israels"", er wird auch diesmal unnicht verlassen und nicht verstoßen auf immer." “ Der Rabbi stand still in seinem Gange durch das Gemach, und richtete sich hoch auf, „Du hast Recht Sohn Jechiel's, und halte hieran mit unerschütterlicher Gläubig, keit fest. Aber das Wort des Pfälmisten trifft auf die große Gemeinde JeschurstnS zu, die ewig besteht, wie sein heiliges Wort und wie der Himmels und die Erde, die er auf ihr« Besten gegründet. Dies hindert aber nicht, daß er, um unserer Sünden willen von ider großen Terebinthe Israels viele Zweige und Aeste adhauen und den Stamm seiner Krone und feiner Blätter betäuben lasse! Freilich jagt sein heiliger Wille die Flüchtlinge bald nach diesem, bald nach jenem Lande, darin Schutz zu finden eine Zeit, lang und Sicherheit, und gerade dadurch erhält er die Söhne Abrahams „„den er liebte""; aber nichts desto weniger wirb da- Schwert der Vernichtung über die Zurückgebliebenen gezückt, und die nicht fliehen konnten, sinken ins Grab." „Um Gottes Willen, Meister, was erfüllt Euch mit so schrecklichen Bildern und regt Eurse Besorgnisse so ohne Maß auf?" i „Ich will es Dir mkttheklen, Ascher,.damit ich nicht ungerechtfertigt vor Dir bleibe. Es ist mir von einem befreundeten Diener des Grasen berichtigt worden, daß vor einigen Nächten ein Mann auf dem Schlosse angekommen und da heimlich verweile, ein Mann, den, wenn das heilige Gesetz nicht sagte: „„Du sollst nicht hassen und keinen Zorn nachtragen"", ich mit dem ganzen Grimme meines Herzen» hassen würde, den ich aber jedenfalls mehr fürchten muß alirgend Einend der auf der Erde lebt, der verlorene abtrünnige Mann, den ich wie eine Schlange an der eignen Brust genährt, Kaempfa ..." Bei Nennung diese» Namenerblaßte auch der junge Mann und konnte nur die Geberbe des Staunens und Schrecketls hervorbringen. fo, mein Sohn, jetzt erscheint Dir meine Befürchtung nicht grundlos? Von jeher wurden die härtesten Schlage des Schicksalan undurch die Hand der Berräkhec und Abtrünnigen aus unserer eigenen Mitte vollführr. Dieser Kaempfa hat einen großen Geist, den er aber nur zu tückischen Ranken verwendet; er war einst mein tüchtigster Schüler, auf den ich große Hoffnungen setzte, bevor ich sein wüstes Gemüth erkannt hatte; er kennt alle unsere Verhältnisse aufs genaueste und unsere verwundbarsten Stellen, und benutzt diese Kenntniß zu unserem Verderben, wo und wie er es nur vermag. Gegen mich aber kocht in feinem Herzen der bitterste Haß, seitdem ich e» verwek,- gerce, mein geliebte- Kind zu zwingen, ihm ihre Hand zu reichen. Es ist diejetzt drei Jahre her; da verließ er mein Haus und seinen Gott, und gesellte sich zu denen, die nach unserer Vernlcö^llng' trachten. Daß er zum Grafen gekommen, gerade in diesem Augenblick, sich heimlich bei 4 ihm aufhält, da» muß mich auf eine große Gefahr vo^btreiten in die ex uns stürzen will." Diese Worte des Rabbi, der sich jetzt in N verloren und seinen Gang durch da-Gemach wieder harre, regten Lehren Schüler sehr auf,.Klammer über sein Gesicht und förderen es höher, di» es dan t schnell erbleichte. Er unterbrach seinen Meister nich> Dieser stand endlich still, und sprach gefaßt: gehen wir, die Zeit ist da, sehen wir, was es g blickt man der Gefahr erst Auge in Auge, üderfcha > um was esich handelt, dann wird der Berg zur i und der Hügel zum Tbal. „Wandl' ich auch durch fchattenthal, der Herr ist mit mir, ich fürchte nich (Fonsetzung solgt.) achdrnken l,gönnen zuckten wseder wieder, un gut, so»; t rhan, Hügel TsdeSts." e x« George Sand und der Talmud üöpr die Milch der Greise! Zeit la s, eo Bon Rabbioer Dr. Oppenheim. Geistreiche Parallen zwischen den AuSsprüclje den Idem der verschiedensten durch Raum und so sehr von einander entfernten Schriftsteller häufig und fast in jeder Literatur Nachweisen. Es wohl, bemerkt schon der Talmud sehr sinnreich', Propheten in Top und Inhalt ihrer Weissagung Zusammentreffen; aber niemals auch nur zwei in und Redensarten völlig üdereinstimmen. Darstellu^ dankenauSdruck, feine Redewendung sind jedem iüS eigeuthümlich, und bilden eben das unterscheidende teristische Merkmal,'wodurch sich die göttlichen einander mehr und minder auszeichneten. — Au von dieser allgemeinen Regel gehören wirklich zu den Seltenheiten rind sie zeigen stets hin auf eine nähe gewöhnliche Geistesverwandtschaft, die immerhin höchst seltene Erscheinung beachlenSwerth iß«— Ein solches kleine, aber interessante Beispiel wir hier auchs zu liefern, obschon wir darauf v! müssen, die Geistesverwandtschaft zwischen George S i den Talmud und namentlich R. Jizchat nachw können; aber die frappante Uebereinstimmung in genden, sinnigen Bemerkung scheint dennoch eine auffallender Weise zu constariren, als baß man gar zu glfichgiltig hinwegqehen sollte. Der außero Reichthum des Talmuds an Ideen und Reflexivs weisen Lebensregeln und Maximen, an Gnomen un! chen ist fast unerschöpflich, fo daß wir darirr so Parallelen auallen Literaturperioden begegnen, gelingt es unserem kleinen Artikel so manchem hoh lichen Herrn, der gerne »als Talmudkenner gelten m Vorhinein «ine bessere freundlichere Meinung von unwissenden Fanatikern und. böswilligen Schri verschrienen Talmud beizubringen, der nicht so und selbst dem Bacchus nicht so feindlich war!! bieß bei manches geistlichen Herrn ein treffliche» Argu ad hontinem! In dem berühmten und gelehrten Molelchott^ „der Kreislauf de- Lebens" (Mair^ S. 312) erregte dze wohl an. und für sich lehrrei treffliche Stelle unsere voll- Aufmerksamkeit, weil an einen vollkommen gleichlautenden Ausspruch des unwilltührlich! erinnerte. „Ich weiß nicht auS >n und Noch >en sich können mehrere!^nf leicht Worten J8, Ger^ it esorlder« chaxak- )tv' von i« nahmen größten e, nicht < ls. eine glauben rzichren nd und isen zu der folslche in darüber Hentliche n-, an Sprüz hlreiche Vielleicht n geistächte, in yem von tstellern rübselig Es ist nentuw ke von 1855 he und sie uns Halmudwelcher

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