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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Der Phönip Alder Schöpfer dieser Erde. Unter'm Himmelszelt den Ruf Hoch ertönen, ließ: „Sie werde!" Der sie audem Chaos schuf. Füllte er auch ihre Raume: Schuf die Fische für das Meer, Für die Erde Gras und Bäume, Für die Luft der Vögel Heer. Auf dem ganzen Erdenrunde Dankten alle Wesen tief, Alle wie aus einem Munde Dem, der sie ins Leben rief. Doch der frohbewegten Menge Schließt der Phönix sich nicht an; Kaüm daß er die Dankgesänge Ohne Thronen hören kann. Denn mit Wchmuth- und mit Beben Steht der Phönix da und spricht: „Dir zu danken für das Leben „Nein, o Gott, bas kann ich nicht. „Jedem Menschen, jedem Thiere, „Hast Du auch ein Weib vereint, „Das ihn sanft durchs Leben führe „Und im Tode treu beweint. „Und auf diesem Erdenrunde „Soll, o Gott, nur ich allein „Bis zu meiner Todesstunde „Einsam und verlassen sein? —" „ „Nie wird diese Stunde kommen, > „„Nie der Tod Dein Haupt amfab'jt; „„Ewig bleibt die Macht genommen^ „„Seinem Engel Dir zu nah'». „ „Wandelt auch auf Deinen Wegen . „ „Keine Gattin Dir zum Heil, „„Wurde doch der höchste Segen,! „„Ewige Dauer Dir zu Theil. Jetzt mit seinem LooS zufrieden Spricht der Phönix seinen Dank, Und. so lebte er hienieden Biele Tausend Jahre lang. — Als die gold'ne Zeit geendet Und der Mensch von Herrschergier Und von Geiz und Raub gedlendet Roher wurde als das Thier; Und Chaldäer und Assyrer Und der Römer Kriegesheer Unter ihrem wilden Führer Und noch viele Völker mehr Ihre raubgeübten Krallen Gegen I u d a's Haupt gelenkt. Und des Tempels Silberhallen Frech mit feinem Blut getränkt; Hundert Siege schon errungen, Hundertfältig ihn zerstreut, Doch den Muth ihm nicht bezwungen. Den der Glaub' an Gort verleih^; Und wie er gehöhnt, verspottet, Hier geknechtet, dort verbannt, Und beinahe ausgerottet *- / Der Vernichtung widerstand; Und mit Kindern und mit Weibern Stets von Raub und Mord bedroht, * Trotz den Mördern, trotz den Räubern, Trotz selbst dem^ Versucher bot; — Sprach der Phönix voller Trauer: „Länger kann ich hier nicht sein, „Denn der Ruhm der steten Dauer „Der gebührt nicht mir allein. „Er gehört auch jener Heerde, „Deren Sturz und Untergang „Den Millionen dieser Erde „Zu vollbringen nicht gelang. „Der Verführung, der Bethörung „Und dem scharfen Zahn der Zeit, „Allen Mittel« der Zerstörung „Trotzt sie fort in Ewigkeit. — if „Nimm dies Leben voller Trauer, s „Denn nicht ich, die Juden heit - „Hat den Ruhm der steten Dauer ,,Und der Unvergänglichkeit." Gott erhörte feine Bitte, Und im nächsten Augenblick Schwand er aus der Vögel Mitte, Nur skln Name blieb zurück. B o ch ni a -io Galizien. ' |?• Krndender zrr. Ein Charakterzug Köllig Friedrich Helms IV. von Preußen. 1 Wil- In Darnhagen van Enses „Tagebüchern^ f oder sich aus dem Mai 1848 Folgendes erzählt. „Als eia Beispiel, wie in dem Könige die Eatschlüff« wechseln und wie sein« großmülhigen ersten Regungen sich rasch na wandeln, wird Folgendes erzählt. Ein jüdischer Arzt übte in ptner märkischen Stadt mit Glück und Auszeichnung die kund« aus, seit vielen Jahren geehrt von seine» gern und geschätzt von den Behörden. Da Polizei aufmerksam, und es erglebt sich, daß von dem Vater ererbte« Namen nicht völlig sondern durch Weglassung einiger Buchstaben weniger jüdisch klingenden umgestaltet. Er wird die er sein« halt«, in einen st sich bclbe 6 tu

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