Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 39 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4908862-5999360-6026442--1989-4910436- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
155 und mußte daher in dessen Nähe weil n. Diese Abwesenheit benützte seine Gemahlin, die ur terdesscn die Stadt regierte. und erließ am 8. Oktober 1019 ein Dekret wonach für die Zukunft keinem Juden k «stattet wird, /ich in Zolkiew ansässig zu machen; diejenigen aber, die vor Erlaß diese- Dekretes ihren Wohnsitz daselbst aufgeschlagen und ferner hier verbleiben wollen, inassenj -0 Mark für' die Stadtmauern erlegen, und dieselben Abgaben wie die übrigen Bewohner leisten. Ferner wird ihnen verboten, christliche Häuser käuflich an sich zu dringen, noch solche;u mierhen; — uno die jüdischen Fleischer haben 8 Stein reinen Talg für das Schloß zu liefern. Bald darauf starb Zolticwski und Johann Danilowir; wurde der Besitzer Zolkiew's, unter dessen Herrschaft die Juden sich eine hölzerne Synagage erbrüten. — Nach dem Tods Johann Danilowicz's überging Z.an Jakob SodieSki, den Vater des Königs Johann 111. Unter seiner Regierung findet man außer der Hinrichtung eines gewissen Johann T. wegen Ermordung eines Juden im I. 1649 sonst keine Erwähnung derselben.! Johann Sodiesri,*) König von h>olen, übernahm erst im I. 1661 nach dem Tode feiner Mtltter die Herrschaft über Zollwch. Unter seiner Regierung, die bei den damaligen DetHält.iissen für die Juden eine milde genannt werden ka^st, machte die jüdische Bevölkerung Zolkicw'S beinahe den dritten Theil auS, da laut eines am 20. Mai 1680 verfaßten Häuferverzeichnisses sich in Zolkiew 183 christliche und 88 jüdische Hauser befanden. Im I. den odgfnannten Juden'gestattet wird, den Tatmud und andere hebräische Bücher in Zolkiew zu drucken, und solche ohne Hinderniß im ganzen Königreiche Polen zu verbreiten. Die erste jüdische Buchdruckerei Polens war daher in Zotz kiew. Talmudische Merke wurden daselbst 29, juridische 6, historssche 16, moralische 24 -und «ine unzählige Menge Gebetbücher (SuUlurim et Machsorim) aufgelegt. In polnischer Sprache erschien nicht-; denn das königlich« Privilegium lautete ausdrücklich: „It neque libros tatfnqs, ucque alio ulmiiwle i]»[*riinpro jmssinl.‘*T Bis unlängst befanden sich daselbst 3 hebräisch, Druckereien: die deS LetteriS, Rubinftein und Meierhoffer; gegenwärtig aber besteht dloS die Meierhoffer'sche. i-igr.) Bilder aus Ungarn. ■ Len 3. I. Voltumtytr in S. A. Ujhettz. kffortsceung ao» Nr. St.) Bei allem Aberglauben und aller Vorliebe zum Chassidismus findet man inder Nyir die tüchtigsten Landwirthe Ungarns uno dürftees kauin ein Dorf »verneine Stadt in dieser Gegend geben, wo nicht jüdische Landwirthe in Masse leben. In manchen Familien vererbt sich' das Pachtguc vom Vater auf den Sohn fort und hatten wir oft Gelegenheit in einer Familie' Vater, Sohn und Großvater als Pächter eines und desselben großen adeligen Gutes zu begrüßen. Zu den jüngsten jüdischen Gemeinden 1687 petilionicten die Juden Z.'s beim Könige, daß ec j in der Nyir, gehört Nyreghsz, eine Stadt von mehr als ihnen gestalte, eine neue Synagoge an derselben Stelle zu , 20000 Bauern, unter denen circa 2000 Juden wohnen. erbauen, wo sie bereits unter Danilowicz eine solche hatten. , Der König'willfahrte ihrer Bstte, und befahl sogar, ihnen Material zu gelben. Die Juden benützten des Königs Gnade und erbauten eine prächtige Synagoge. Die Säulen besonders, Iworauf das ganze Gewölbe ruht, sind herrlich; nur steht an einem sehr vernachlässigten Orte i ieseS prächtige Gebäude Die hiesige Geistlichkeit verwehrte den Inden, die Lznagoge nach Außen zu den katholischen Kirchen mußten auch beim jeum die Bewilligung weißen, damit 'sie sich dadurch von unterscheide. Die Juden Zolkiew'S weiligen Erzbischöfe von Lemberg zur Abhaltung dSS Gottesdienstes in ihrer Synagoge nachsuchen. So wurde ihnen am 22. Mär; 1692 von dem' Erzbischöfe Konstantin LtpSki, hierauf am 27. Juni 1741 von Nikolaus Wyzycki und zuletzt am 3. April 1761 von Waclaw LierakowSki die Bewilligung hierzu ertheilr. Am J. November 1690 verlieh der König SodieSki Filipp und.David Lewi aus Zolkiew ein Privilegium zue Eröffnung einer hebräischen Buchdruckerei *), kraft dessen 1) lieber daS Berhällniß des Königs Johann Sobieski zu einer gewitzen Udel und Über da« Epitheton rranprr auf deren - Grabsteine zu Lemberg f. Wien. 3ahrb. f. 1860 S. 60. ferner Or. Jost'S Bemerkungen hierüber im 8. uh. 1859 H. XI, wie auch meine Anmerkung daselbst 1860 H. II, S. 78. 2) Hier erachte ich es für »othweodig, die Note 112 deS DerfafferS der genannten Pamiatki wiederzugeben. Es heißt daselbst: „der Orient 2. Jahrgang, Leipzig 1841, Nr. 43, S. 667 sagt: haß der erste Buchdrucker in Zolkiew Üri Phoebos war, daß dieser ferner im I. 1679 in Amsterdam eine hebräische Bibel gedruckt hat, wo am Anfänge da« Privilegium { welche» Uri Phoebos nach Zolkiew berief und au» Danzig danrt war, abgedie großlenkheilS Landwirthe und Handwerker sind. Wenn eS im benachbarten Nagy - Kalo, der Hauptstadt beS Szübolczer ComitateS, einer Stadt von mehr als 3000 Juden möglich war, dem Chassidismus Thür und Thor zu. öffnen« so vermochte er hier in Nyreghäz kaum in die Wohnung des Schlächtereinzudringm. Dafür leben »der »sich die jüdischen Bewohner in Nyrt^ha; mit ihren christlichen Milbürgem recht gemüthlich und haben in der jüngsten Zeit ltzchier bei den städtischen- und Landtagswahlen die Juden mehr als einmal den AuSschläg gegeben. Wenn auch in der Neuzeit manche Väter dieser Gegend. ihre Söhne theoretisch als Landwirthe aoSdikden lassen, so ist doch die praktische Ausbildung die wichtigste und bas Söhnlein muß in Wfnd und Wetter sich dm allen Feldarbeiten betheiligen.' Eine jede Jahreszeit ruft ihn zu neufr Arbeit und wenn daheim die Schwester mit den Tagelöhnern beschäftigt ist, gehr auf dem Felde der Bruder hinter de» dreithvrnigen Ochsen und muntert den trägen Slaven zum Fleiß« auf. Bei der Ernte eröffnet mit dem EardäS, einem Lieblings», tanz der Magyaren , der junge Herr den Tanz und das Bauermadel ist stolz, welches ihm vis ä vis zu stehen so glücklich war. . (II.) Wiederholt war eS unS gegönnt, unsre Aufmerksamkeit nicht bloS flüchtig, sondern ernstlich studirend auf die seltdruckt wurde. Der Rabbiner von Zolkiew zeigte mir diese» Privilegium , da« seiner Meinung nach für Uri Phpebo« fernsoll; von dem aber nicht die mindeste Erwähnung darin vorkommt." — In wiefern ' der Lerfasser dieser Rote Recht hat, kann ich nicht entscheiden. * *U. y