Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 39 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
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156 same höchst merkwürdige Secte der Ehassidim zu wenden, Ritter der Ehrenlegion, ist am 15. Zuli zu Peyrehorade einmal vor wenigen Zähren in Polen, und dann ganz.! (niederen Pyrenäen) verstorben. Er ist zu Bayonne beerdigt, neulich, in verschiedenen Comiraten Ungarns, wovon die! Die Zipfel des Sargtuches wurden von der H. H. Bilder noch frisch vor unserer Seele stehen. , j Platz - Major Daublar, den Bataillons - chefs Massarvlh Der Chasstd Ungarns ist ein treuer Anhangs der Hei-! und LerjuS, dem Präsidenten des israelitischen Consistoriligen. de« In- und Auslandes, seine Blicke sind, nach Po-; um« zu Bayonne Auguste Furtodo, dem Präsidenten de« len gerichtet, wohin er auch vor den hohen Feiertagen und! Wohllhätigkeits - Eomitr's Naquet und dem alteren Costro, bei besonderer Gelegenheit wallfahrter. Nur wenig« Ravbinen ' dem Onkel dcS Verblichenen gehalten. Ungarns hatten den Muth, sich an die Spitze jener immer Der Obrist, begleitet von -dem glänzenden Gefolge mehr und mehr um sich greifenden Secte zu stellen; und ' seine« Regimentes, folgte den Gliedern der Familie de« da stebt denn auch der seligverstorbene Rabbi Mosche Lei- Herrn Weill und zwei Detaschements bildeten Spalier für telbaum, ehemaliger Oberradbine in S. A. Ujhely, der von den Lejchenzug, commandirt von dem Bataillon« - chef Sauallen Parteien der ungarischen Juden, verehrt wirk»? yben an. terau, der den Ehrenbezeugungen, welche die Armee seinem Sein wahrhaft frommer Lebenswandel, seine an Verschwen- . College» und Freunde errheilte, prasidiren wollte, düng grenzende Wohlthätigkeit, sein Biedersinn machten j Die israelitische Gemeinde hatte dem an sie ergangenen ihn bei allen Ehassidim und Halbchassioim beliebt. Aufrufe Folge geleistet. Die ausgezeichnetsten Glieder der- Sein Nachfolger Rabbi Herschle, der seinen Sih in einem : selben schlossen sich dem Gefolge an, und eine Auswahl unbedeutenden Flecken unweit Ujhelv aufgeschlagen har, ist ' der Tempelchoriften, von ihrem Anführer geleitet, stimmte weniger im Magyarenlande bekannt, doch innHerhin groß! die erhabene Todtenhymne an, worin der große Sänger genug, um von den-Gläubigen Ungarn« in Fsmilienangedie Unsterblichkeit der Seele ausspricht, legenheiten ausgesucht zu werden. . Darauf hielt der Groß-Raddine Herr .Marx eine Nichts ist lnterrffanler als eine Gruppe von C hasstrührende Leichenrede, d rm, wie man sie zwischen nrcr: und bv-i Man überschickt uns und wir veröffentlichen den bei vor den Wohnungen der frommen Redde« gelagert sieht, j Gelegenheit diese« bedauerlichen Todesfalles an das Regizu betrachten. Eine Ehassidimjüdene (Frau ein«« Chafsid), 1 ment erlassenen Tagesbefehl: „Mit einem riefen Gefühle »vohldeleidt und in ein orientalische- Costüm gehüllt, war von schmerzlichem Bedauern zeigt der Obrist dem Regiment in einer ernsten Unterhaltung begriffen, musterte die jungen 1 den Tod des Herrn Commandanten Weill an, der am 15 Weiber, die schlank und anmuthig vor ihr standen Die! d«S laufenden Monats zu Peyrehorade verblichen ist. Da« Männer, jüngere und ältere, bildeten pikante Gruppen vor j ganze 67ste Regiment wird den gerechten Schmerz theilen, dem Fenster de« Frommen, fast alle in ernste Gespräche vertieft, > den dieser so vorzeitige Verlust einflößt. Ein Sohn seiner ungeduldig der Stunde harrend, in der sie, die Glücklichen, j Thaten, ein Muster von militärischen Tugenden verlieren die Wohnung ihres Liebling« betreten dürfen. Einige der! Frankreich und der Kaiser in Weill einen tapferen und Männer, insbesondere die altern, die erprobten Ehassidim,! loyalen Soldaten, und das Regiment einen seiner besten die treuen Anhänger de- Heiligen, waren eigenrhümlich,! und tharkräftigsten Offiziere; demnach wird sein Andenken freilich nur mit einem Schube; behängt, an welchem lange! unter uns fortleben, getragen von unsrer Achtung als einer Leibzedakel herabhingen Die jünger» Männer trugen noch j gerechten Belohnung für ein Leben voll Ehre, Geradheit schmutzigere Schudeze und machte ihr offene- Wesen (die; wahren Ehassidim tragen kein HalStuch und steht die Brust! immer offen) den Eindruck von gewaltigen Schwärmern, j Die Frauen waren mitunter recht nett gekleidet und gabj das fchwarzseidene Tuch, welchemrdanartig um den Kopf! jener fünfzehnjährigen Dame gewunden war, dem niedlichen Gesichtchen eia freundliche« Aussehen. Die Ehassidim Ungarns sind größtentheilS Handelsleute, Branntweinbrenner, Gaftwirthe und Landwirthe, doch lebt ein großer Theil der .Männer, insbesondere während der hohen Feiertagen und am SaddathealsStammgäste bei den Frommen der Secte, die unter dem Namen „RebbeS" weit und breit bekannt sind. (Jortf. letzt.) und Aufopferung. Cherbourg, den 19 Juli 1861. Der commanbirente Obrist des Regiments. A. de Diayer. Eine Anekdote. Ein berühmter Vorsänger hatte stet« während seines gediegenen, ausdrucksvollen Vortrags in der ’ir seine Gemeinde fast vollzählig im Tempel und..brachte viele Zuhörer, die sonst selten daS Gotteshaus betreten, in eine recht andächtige Stimmung. Einstmals bemerkte dabei, ein Witzbold seinem Nächststtzenden: ,,£> wie schade, daß wir Israeliten nicht noch mehr haben!" Leichenbegängniß eines jüdischen Militärs. Die „Arch. isr.“ berichten: Herr Jof«ph Weill von Straßdurg, Bataillons-Ehef vom 67. Linienrrgiment, 1) Unter Halbchaffidim verstehen wir jene Juden» die mit den Lhasfidim liebäugeln. Allgemeine Zerrung des Jndenthnms. No. 36. 1861. Leitende Artikel: Ein kurzer Festgruß. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin. Oesterreich i s ch e r Laiserstaat: Wien,Wien, Teplitz, Gr. BecSkerek. Die Schweiz:Zürich,Endingen, Aarau. Rußland: Warschau. Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thal er. Verantwortlicher Redaeteur ft. 9t«be. vertag »e* fJamigSxtBti’i 8*chba»dtu»g m Leipzig. — Druck vo» G. LrehstUß in