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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 33 (1861) · p. Seite 131

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
33 (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 a. lebrhau» wurde von ihm besucht, attwo der Oberlehrer rtz'io' eine casurstrsche Rebe hielt, kr. Löwe richtete einige Worte an d>e Jünger, munterte sie zum , guten Wandel «no Gehorsam auf und bat die Vorsteher, sie auch rm Russischen unterrichten zu lassen, worauf der Eir 300" Rubel opferte und verrheilte außerdem den 170 Schülern 170, und den 4 Lehrern 70 Rubel Silber. Auch die übrigen Lehr- und Bethauser und sonstige fromme Anstalten wurden von ihm besucht und mit reichen Spenden bedacht. Er ging auch hin. den alten Gottesacker zu besuchen, wo dir berühmtesten Männer Milna« seit Jahrhunderten ein.r nicht ganz ungestörten Ruhe genossen*) und wo man seit dem Jahre 1631, einem Kaiserliche Ukase zufolge, nicht mehr beerdigt. Er der,re dort auf dem Grade de» letzten Gaoa, Rabbi Eliah Wilna,^ besuchte di< Gräber der übrigen WUna'schen Großen und rheilte namhafte Almosen unter die zahlreich anwesenden ÄrMen, ohne Unterichr.b brr Eonfession, au». Auch einzelnen hervorragenden Perssnlichkeiten bif Wilna'schen Judengemeinbe, erthnlte Sir Mose» die Ebke sein.» Besuche». Er besuchte in Begleitung de» kr. Löwe den durch sein« asketische Frömmigkeit sich auSzrichnenden Eh. 9t. Parneß*- und den vierundsiebenzigjähriqen, feit s.chSundbreißig I rhren völlig erblindeten R. J^sch^-jah Grammer o oer. A schken asi, gewöhnlich auch der Hellsehen de genannt^). Dieser letztere war auch als Kadvalist gerannt und Montefiore ließ sich von ihm segnen. Bleien von den au-gezeichnetern Gelehrten gewährte Sir Moseß die ganze Zeit hmburch freien Zutritt und Aufenthalt rn seinem Hause und füllte durch Gespräch mir ihnen m^fiche müßig, Stunde au». Unter denselben waren auch brr deren» erwähnte Herr S. I- Finn und Herr* H. Katzen,lleydogen. gegenwärtig Jnspeclvr an der Rabblnenfchuie zu Wilna. Einen traurigen Auftritt botek die zu jener Zeit au» den Dörfern und Krügen verjagt,rr Familien, die zu Mon-, tefiore k. men und um Hülfe baten. Er konnte ähnen nur m,r seinen Thcänen helfen, versprach aber sein Mögliche» zu tbun,' um ihrem trostlosen Schicksale Linderung zu verschaffen; doch keine Hülfe ist erfolgt. heit der Lady äußerte. Ec dankte den Schülerinnen und ließ an die Lehrer 100 R. vertkeilen. Eine» Tage» fuhr er in Begleitung de» Civitgouverneur» und kr. Löwe nach der jüdischen Buckrdruckecei. Al» auch auf dieser.Fahrt wie immer ein unzähliger Haufe juoiichen Pöbel» seinen Wagen aimschwärmle, ließ der Gouverneur die Aeußerung fallen: wie wäre doch dieser Zudringlichkeit de» Volke» Einhalt zu thun?'). „Lassen Sie «» gewahren — sprach der Sir — dieser unglücklichen Menschen wegen habe ich meine weite beschwerliche Reise gemacht; auch gewahrt mir ihr liebevoll,» Herandrängen mehr Vergnügen, al» all die Ehrenbezeugungen, die mir an manch.m Fürst,nhof zu Theil geworden." Nachdem sie die Typographie besichtigt hatten, brachte ihnen der Besitzer derielden zum Geschenke dem Sir und dem Kr. Löwe je zu einer Bibel und zu einem vollständigen Exemplar de» babylonischen Talmud» und der Lady ein Gebetbuch nnaa;i^p und da» bekannte Buch Menorath-hamaor -nasn mi:o de» Rabbi Isaak Adohad. Diese Bücher waren sammllich Poductionen seiner Ofsicin und auf allen war.n Deoicationsgedichrlein für die betreffende Person gedruckt. Aon dort begab er sich in da» juo»sche Hospital, alsoann in die Kinderbewahranstalt, die unter besonderer Protection der Gemahlin de» Krieg» - Gouverneur» stand. In diesen beiden Anstalten hinrerließ er je zu 150 S.-R. In Begleitung de» Gouverneurs de» Wilna'schen und MtttSt'schen Gouvernement» begab er sich in da» Walsenhau», da» vvn Herrn Cdija Danzig, einem Sohne de« durch seine populären Eompendra sämmrlicher Branchen de« jüdischen Riru» berühmten Radbinen Adram Danzig, zur Aufnahme und Erziehung der in jenen 2heur.ung»iahr«n >o viel drol- und obdachlos gewordenen Armeakinder gegründet wurde. Al» der Sir und ferne Begleiter einrraten, bewillkommnet,n ,hn die Zöglinge mit diesen kurzen, ihre ganze Leid,n»g,schichte enthaltenden Worten: „Wllltommrn >m Namen de» Herrn! Wir sind arme, verwaiste Kinder Israel», die in diesen Hungeisjahren vvn wohlthäligrn Menschen hier ausgenommen wurden." Sir Mose», von dieser Anrede erregt unv mit der ganze« Anstalt höchlich zufrieden, schenkte derselben 500 Rubel und defayl, die Zöglinge auch im Russischen zu unterrichten. Dem Herrn Danng dankte er besonder» für fern uneigennützige» Lelst.n und nahm von ihm die Gesaminrwerke feine» Vater» zum Andenken an. Der dankbare Herr Danzig stellte e» seinen Zöglingen zur Pflicht, täglich für da» Wohl de» Sir m einer eigen» dazu verfaßten Geberformel zu beten. An demselben Tage besuchte Sir Mose» da» Talmub-Torah, wo er den Vorstehern da» Einfuhren de» der russischen Sprache zur Pflicht machte, vr. Löwe examinirte die Schüler und vectheilke unter den 155 Schülern 155 Rudel, jedem einen Rudel, jebem Lehrer aber 10 Ruvel; außerdem schenkte er für die Anstalt 300 S.-R. Auch da» unter dem Namen: „Red Maile» Klau»" berüchtigte Talmud- 1) Gewöhnlich pflegte man bei dergleichen Selegeuheiten keine -roßen Umstande zu machen. Die Polizeiiergeanl.u pflegen die sich herandrängenden Iüvenhausen mit Stock sch lägen au»einander zu jagen. Diesmal war diese alle,ding» wirkende Maßregel, au» Rücksicht gegen die Person Monreftore», unterlassen. Die erfinden,che» Sergeanten ersannen aber ein andere» M ttel. Sie schlugen mit ihren Stöcken in die 'Pfützen und besudelten mit dem Koth« die Kleider der Herumstehender». ' VIII. Alle hier erzählten und sonst noch unzählige Huldigungen , die dem Sir Mose» wahrend seine» eilstägigea .1> Um autrichtrg zu sein, müsien wir gestehen, daß diese so billigen Forderungen, stach Monrefiore« Abreise, mir keiner strengen Gewistenhafligtell befolgt worden find. 2) Während der Invasion im Jahre 1812 vrrwenoeten die Franzosen den nmmauenen Begrädnißpiatz zu einem Liehßall, wobei viele Gräber aufgewühlt und viele Denkmäler zertrümmert wurden. Sparer wurde ein Theil diese» Platze» auch russischer Sei» den Juden enttissen und in Festungswerke der Eitadelle - verwandelt. 3) Geb. am ersten Ostertage 5480=1720, ft. den dritten Tag »er Zwischenferertage de» Laobhütttnseste» .5558=1787 in einem Alter von 78 Jahren. 4st. 8. Riffaa 5614=1854. 5) ""“3 'iS rr*®* b geboren am ersten Ost erlag 5532= 1772, war er feinem-38teo Lebe»»jahre erblindet und starb an feinem Geburtstage im Jahre 5608=1848, 76 Iah« alt.

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