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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 19 (1861) · p. Seite 75

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
19 (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 gebenheiten Veränderungen erlitten hat, so konnten auch die Leviten sich diesem nicht entziehen. In den Zeiten der Richter, dieser unruhigsten und rohesten Periode deö israelitischen Volkes, war der Gottesdienst selbst nur höchst bedingt lebendig, zufällig, keine durch'- Ganze greifende, geordnete Einrichtung. Öie Sttftshütte war meist in Schild ausgestellt, und daselbst von einem Gebäude umgeben. Wer gorresfürchtigen Sinnes war, zog zur Zeit hinauf nach Schilo, brachte sein Opfer dar, und verrichtete seine Andacht (ich erinnere an Elkana und Hanna I B. Sam. K. 1.). Hier haben wohl auch die Leviten, obgleich nur theilweise — der größte Theil wohnte in seinen Städten ihre' Dienste geleistet und geistvolle Knaben wurden für ihr ganze» Leben dem Heiligrhume überantwortet (Samuel). Dennoch war der Gottesdienst nicht in Schilv fest. So opfert Samuel zu Mizpa*); wohnte zu Rama, und baute hier einen Altars: dann gehen, wieder Männer zu Gott gen Bethel mit Opfern"); Samuel beordert Saul nach Gilgal zu opfernd; dann baute Saul einen Altar zu Ajalon, der als sein erster genannt itirö1 * 3 4 5 6 * * *); ferner ist zu Roh eine Priesterfamilie, die Schaudrote vor des Herrn Angesicht wöchentlich legr§). Demnächst harte der Gottesdienst keinen festen Mittelpunkt, wobei jedoch zu bemerken ist, baß alle die genannten Oerter in einem Striche lagen,-rrichr weit von einander entfernt. Erst durch David sollte der Dienst GotreS bestimmt und genau an einen Ort gebunden werden, und damit auch der Levitendienst seine Ordnung erhalten. Nachdem David Jerusalem den Jedusitrrn adgenommen, und zu seiner Residenz'gemacht, und sich daselbst einen Palast mit Hülfe HiramS, Königs von TyruS, erbaut harre') so faßte er den Entschluß, dte BundeSlade nach Jerusalem zu dringen. Er berief d»e Priester und die Leviten auihren Städten, und 30,000 Auserlesene de-Volkes, holle die BundeSlade aus Kiriath-Jearim, brachte sie aber nur dis zum Hause Oved-Eoom-, de- Galhiler», wo sie drei Monate blred. Jetzt aber schlug er ein Zell in Jerusalem auf, versammelte 862 Leviten, welche die Lade tragen, und sie alS Sänger und Wächter begleiten mußten. Als Sänger wurden nämlich mit Eymveln Heman, Assaph und Ethan angestellr, 8 andere mir Lauten, 6 mir Harfen; dies waren die Vorsänger, und Ehananja war der oberste Dirigent. Sie waren sämmrlich mir BpsiuS-Leinwand bekleidet. Nachdem die Labe im Zelte aufgestellt worden, verblieben diese zum Dienste bei derselben: Ooed-Edom mit 68 ward Tdorwächrer, und der Gottesdienst nach dem mosaischen Gesetze eingerichtet^). Als aber David seine Kriege vollendet hatte, und alt geworden *), wie es an einer andern Stelle heißt, im 40sten, also letzten Jahre ferner Regierung (1016) 10)j erweiterte er diese Einrichtungen, und bereitere seinem Sohne die Mittel vor, einen'der Nation würdigen Gottesbienst im 1) 1. B. Sam. 7, 3. 2 Ebend. B. 17. 3) Ebend. St. 9. B. 3. 4) Ebend. v. 8. X. 11, L. 15. 1 5 Ebend. 14, 35. 6) Ebend. 21. 6. 7 2. B. Sam. 5, 6-11. 8, 2. B. Sam. Kap. 6. 1. Thron. 15.1«. 9 1. Thron. 23, 1. 10) Ebend. 26,31. Tempelzu instiruiren.' Er versammelte sämmtliche Leviten und ließ sie zählen, wobei sie auf 38.000 Männer über 30Jahre alt gefunden würden *). Diese rheilki er in vitt Haufen, indem er 24.000 zum Dienste der priestirlichen Perrichrungen, 4000 als Thorwärter, 4000 als Sänarr und 6000 als Vorsteher und Richter außerhalb des Heiliglhums anfiellte. Die erste Abtheilung war demnächst über die Vorhöfe, die Zellen, die Geräthe, ihre Reinigung, Zurichtung der Opferthiere, Bereitung de- MehlS, der Schaubrote, der Fladen, und alle anderweitigen Dienstleistungen» gefetzt*). Die zweite Abteilung, die Thorwärter, hatte zum Theil d?e Wache um das Heiligthum herum, und zwar täglich sich» an der Mvrgenseite, an der Mitternachtseite vier, an der Mitlagssiite vier und am Vorrachshaus« zwei, an der Adendseire vier gegen die Straße, und zwei gegen die Dorstadt, so daß 22 Mann da« Heiligthum umgaben; zum andern Theile waren sie über die Schätze gesetzt, die von früherer Zeit, wie auch von Saul und. David auder Kriegsbeute geweiht worden, und deren Bewachung*). Die dritte Atuheilung, die Sänger, war in 24 Ordnungen geweilt; zu jeder dieser Ordnungen gehört.' ein Sangmeistec mit elf Assistenten aziS seinen Söhnen und Brüdern und einem Ehar von beiläufig 1.50 Sängern; diese Ordnungen lösten sich ab, wenn sie sich nicht bei außerordentlichen Feierlichkeiten vereinigten. Unter dirsen Sängern sind auch die Musiker gemeint^)) jedoch mir Ausnahme der die Drommete blasenden Priester. .— . 1) 1. Thron. 23. 3. Sie hatten sich also seit Moses von 8500 überbreißigjähriger Männer bi» auf 38,100 vermehrt, also um 29,500; da nun zu jener Zeit 22,000 mäunlikben Geschlechts gefunden wurden, so gäbe die« Berbättniß 93,350, und eine gleiche Zahl Weiber gerechnet, würde der Stamm ungefähr 196,700 Seelen gezählt hüben; diese Zahlen enthalten sehr mäßige Angaben, da die Geschichte später den Reichen Juda und Israel öslerh jedem .allein Heer«'von 400,000 Streitern zuschreibt. - ' 2) Ebend. B.- 28 rc. 3) Ebend. Xap. 26. 4: Ebend Kap. 25. 1 Schloß jrlgt. i ^Berichte und Urtheile . ~ I Griech en und Römer über die Juden. ,,>orlse»m,g au« »o. 0.1 Moses zog daher nach dem alten Vaterland« Damaskus zurück, und besetzte den Berg Sina: da er aber dahin kam, nachdem er erst sie benTage fastend durch die arabischt Wüste mit dem Volte gezogen'), so heiligte er diesen siebenten. Tag, Sa ddath genannt (Sabbata)','auf ewige Zeit zu einem Fasttag, weil an diesem Tage bas Fasten und die Irrfahrt *) geendigt. Und da sie sich eriqnUfn, daß sie von den Aegyptern aus Furcht vorder AafleckLng vertrieben worden, so hüteten sie sich, um den Benachbarten nicht verhaßt zu werben, mit Fremden in Verbindung -- h * M’ 1) Die vierzig Jahre in der Düste, wahrend deren ensi ganze Generation ausstarh! - 2) Wir sehen aus diesem, so irrig es auch ist, daß man wußte, wie bei Israel Alles Erinnerung und Andenken ist, »nd >sich auf sein« heilig« Lrrgangeuheit bezieht.

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