Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 17 (1861) · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
17 (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4908862-5999360-6026418--1879-4910348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

67 Ich rief: Gib mir die scharfe Klinge, Die ruhig dir zu Füßen liegt. Daß ich sie löwenmuthig schwinge, BiS ich die FeiadeSschaar besiegt. Doch er darauf: Mit dieser mache Die Brüder frei im Vaterland! Und legte, statt des Schwerts der Rache, Mir David- Harfe in die Hand. Das Licht. Der Parse schaut zum goldnen Licht, Ich schau', Zerusalem, nach dir. Daß du in Trümmern, stört mich nicht. Lebst du doch ganz in mir. Die dich verdunkelt, ist die Nacht, Doch nach der Nacht erscheint das Licht, Der Morgen naht, da- Licht erwacht. Die Völker jubeln dir! Jehova's Streitet. Sei Erbgut meiner Ahnen, O starker Glaudea-wuch! Auf rauhen Lebensbahn« In wilder Zeitenfluth Beschützer und Begleiter Mir, dem Jehova-Streiter! ' 2ch wag' eS kühn zu zieh« i Mit Gott gen Mann und Pferd. Die Feinde seh' ich fliehen. Schwing' ich »ein blankes Schwert» Bist, Glaube, du Begleiter Mir, dem Jehova-Streiterl Uno müßt' mein Leib auch f«Üe», Weil Gott.eS so beschloß, So wird sein Lob doch schalle» Bon jedem Kampfgnloß, Der gläubig ein Begleiter , Mir, dem Jehova-Stteittr! 1 Jeremias. Jeremias, ich denke dein, Wie du verhöhnt, verlassen. Mit deinen Klagen zogst allein Durch Salemstolze Gassen. £)er trouerooe warn Weinest schon folange, Rabbi, Auf dem alten Leichenstein, Nimmer weckst du auf die Tobten, Laß dämm dein Weinen sein!! Wie alle- Volk unwillig sprach: Wawill der falsche Seher? Er weckt ja nur zu unsrer Schmach Den Spott der Jdumäer. Nicht die To»tea will ich weck«. Ach, sie schlummern sanft und leicht, Um die Brüder, die noch lebe». Ist mein Auge trüb und feucht. Don unserm nahen Untergang Hört man ihn singend klagen. Wie darf er nur so frechen Sang Vor unfern Ohren wagen! Und kommt er nicht im Bettlerkleid So stolz einhergegangen, Alob mir ihm die Welt, die Zelt Zuerst hält' angefangen. Ein Vagabund, ein Musikant, Kann er nur musiciren; Wo ist sein Gut, wo ist sein Land, WaS hat er zu verlieren? So sprachen sie, JeremiaS; Du mußtest eS ertragen. Daß sie statt Lieb« wanken Haß AuS deinm tiefen Klagen. Jeder Tag bringt neue Qualm Ueder meine- Volke- Haupt,; Weil eS treulich sonder Wanken Gott, den Vater, einzig glaubt. Berichte und Urtheile der Griechen und Römer über die Juden*). Jn..tzen Vorreden zu feinen verschiedenen geschichtlichen Werken (dm Antiquitäten, dem Krieg«, dem Buche gegm den Apion), klagt der jüdische Geschichtschreiber JosephuS*) stetüber die Jrrchümer und die Unwissenheit der anderen Völker hinsichtlich der Geschichte des jüdisch« Volkes, auS welchem Umstande auch die vielen sonderbaren Gerüchte flössen, die über die Juden, ihre Abstammung, Jeremias, ich denke dein. Wie du verhöhnt, verlassen Mit deinen Klagen zogst allein Durch Salemstolze Gassen. I) Diese Abhandlung der Redacteurs d. Bl. stand, ln deffen „Pred.« und Schul-Magazin " erste Auflage, konnte aber in die zweite Auflage nicht ausgenommen werden." Auf mehrfache» JBniHfl reproduciren wir sie daher hier. Ü» .Flavins Josephn», auS^pnesterlichem Geschlecht, lebte zur Lest der Zerstörung Jerusalems.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.