Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 12 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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47 den einzigen seiner Art in das Buch der Geschichte einzuzeichnen, baß spätere Dichter ebenso meine so nie bagewefene LhateN besangen, wie Homer die Thaten Achilles, dle mir den meinen doch nicht zu vergleichen." „Also für Dich, für Dein« Herrschaft, für Deinen Ruhm geschah Alles?" „Ich läugne es nicht." „Und dafür mußten so viele Menschen ihr Leben verlieren? Dafür gingen so viele Städte und Dörfer in Brand auf? Dafür fülltest Du die Erde mit Witttven und Waisen? Dafür wurden so viele Besitzthümer ' der Menschen vergeudet, und die Arbeiten des Friedens unterbrochen 1 Dafür verbreiterest Du Haß und Knechtschaft unter den Menschen, und säerest eine blutige Saat, , aus der nur neue blutige Ernten hervorgrhen tonnten?" „Sonderbar," erwiederre der betroffene Alexander. „Nun, Du warst doch auch ein Richter in Deinem Volke, und Der neben Dir sitzt, soll auch «in Träger des Schwertes gnvefen sein, habt Ihr denn nicht« für Eure Herrschaft und Euren Reichlhum gethan?" Auf diese Krage erhob sich schnell der königliche Sänger, und sprach mit donnernder Stimme, als ob er feinen treuen Scharen auf den Feldern von Moab und Ziklag rief: „Wie, Vermessener, Du wagst es, Dich mit diesem Gerechtesten der Menschen zu vergleichen, und ihm solche Triebfedern unrerzuschieden?. Wisse, daß, als ec im. hohen j Greifenalter sein erhabene» Amt niederlegte, er vor das! versammelte Volk trat und auSrief: Hier bin ich, zeuget wider mich vor dem Ewigen: «essen Ochsen habe ich ge-! nommen, oder wem nur einen Esel entzogen? wen habe ich bedrückt- und wem Gewalt angethan? aus wessen Hand habe ich Lösegeld, genommen, daß ich um dessentwillen das Recht gebeugt? Und siehe. Niemand zeugte wider ihn, sondern bas ganze Volk rief: Du hast unS weder bedrückt noch Gewalt angethan und aus Niemande« Hand daS Mindeste genommen." Und nach ihm erhob sich Aefaias und sprach: „Du erkühnst Dich, den König von Auda anzurufen, der mit derselben Hand, mit welcher er bas tapfere Schwert trug, die Harfe von Zion spielte zum Lobe des Herrn, zur Tröstung des bedrängten Menschen, zur Unterweisung der Zweifelnden und Schwankenden, mit derselben Hand die verfallene StiftShütt« zum Dienste des Ewigen aufrichtete, mit derselben Hand seinem^övlke die weisesten Gesetze und Ordnungen gab? Das Schwert aber, das er führte, war nur gegen dio^r^tderlschen Feinde seines Volkes gerichtet, ihm Sicherhekk und Ruhe zu schaffen; in Frieden ging er dahin, und ein Reich des Friedens hinterließ er seinem weifen Soh«e." 1 „ES sek", rrwieberte Alexander. „Aber haben die Menschen für meine Thaten mich nicht vergöttert? Erklärim sie mich nicht für »rn Sshn de« Zeus? Mußte ich nicht glauben, auf deid rechten Wege zu sein? Mußte mich das Lob aller Völker nicht anspornen, immer Größeres und Größeres zu thun?" Die Erwiederung blieb nicht aus. Der woist Daniel antworte« ihm: „Als ich de» Nebuchabnegzar verwarnte ob-seines Hochmuth«, in weichem er seinm Stuhl über die Stern« stell«, Und ihm seine Erniedrigung verkünde«, da jagte er mich aus seinem Palaste, entkleidet» »ich »Üer Würden «ad stieß «ich unter bl» Hefe des Bottes. Ass ich dem Belsazar' die Flammenworte, die eine unsichtbare Hand auf die Wand seines Palastes geschrieben: „Gewogen, und zu leicht befunden, 'und verworfen!" deutete, da hinderten nur die hereinstüremde» Feinde, daß er mich nicht in bi« tiefste Grude seiner Gefängnisse werfen ließ. Ha, Ahr Herrscher der Erde, Ihr »oller mir die Schmeicheleien Eurer Höflinge hören, Ihr wollet nur, daß die Völker um den Schemel Eurer Füße kriechen^ wer mit dem Worte der Wahrheit, vor Euch tritt, den zermalmt Ihr — und dann wollt Ahr die Menmjen verantwortlich machen für Eure Thaten? Sprich, Alexander, hast Du die tödtliche Lanze nicht nach dem Klitui der Dich aus Lebensgdfahr Alexander schwieg eine geschleudert, nach dem Freund«, gerettet, als er seine warnende Stimme erhob und selbst nhr Deinen eignen Vater lobte?" Zeitlang Mit gesenktem Haupte. Dann sprach er: „Warum haben deMrdie Götter Zugegeben, daß ich diese Lauftahn verso ge? Wenn ich, wie Ihr meint, den Völkern nur Verderben brachte, warum haben sie mir den Sieg verliehen? Watnm traf mich kein Blitz aus ihren Wolken, als ich die Küste Asiens betrat? Worum ließen sie mich nicht den Tod in den Wellen des Eydnus finden? Warum sandten sie mir den Arzt Philippus mit dem heilsamen Tranke, als das Fieber mich verzehr«? Liegt nicht in olle Dem die Rechtfertigung meines Thuns? " „Du lästerst Gott," erwiederte ihm Simon der Ge« rechte. „Der Herr e>ar dem Menschen die freie Wahl' seiner Entschlüsse und Tharm verliehen; er tn'tt ihm nicht hindernd entgegen, weil der Mensch Nicht Sklave, sondern Herr seiner selbst sein so«. Allerdings find die Sterblichen auf Erden nur Werkzeuge in seiner ewigen Hand; sie dienen seinen Plänen, ohne daß sie es wffsen, und auch aus Deinen Thaten, so schrecklich sie über die Welt gegangen, wird er Großes und Heilsameefchrleßen lassen. Aber rechtfertigt Dich dies? Hosben die Brüder Josephs diesen als Sklaven verkauft, unrDa* ägyptische Volk in der Hungrrsnoth zu speisen? Der Mensch braucht da- Böse nicht zu rhun, und nicht stzn Berdstllst ist es, wenn durch Gottes Fügung Gute« daraus enrfprinjgr. Du bist schujldig/ Nach einer Pause hob Samuel^ Alexander, die großen GaÜm und Herr Dir verliehen, zum Verderbest Deiner Mitmenschen angewandt. Du hast die edlen Regungen Deines Herzens unterdrückt, und nur Deiner Kampflust und Herrschsucht gefröhnr. Du hast die Lehren Deines weisen Srzichers nicht beachtet, und Deinen Gelüste» freien Lauf gegeben. Ach will Dir Dein furchtbares Tagewerk nicht noch einmal schildern. Ob ein nächtlicher Räuber oder ein mir Purpur bekleideter Krieger Mord und Bnnlb übet seine friedlichen Mitmenschen verbreitet, ist gleich. Weber Dein Wille war gut, noch Dein WttkM segensreich. Weil aber die Zeit noch nicht gekommen, wo das Auge der Menschen klar in diese Dinge schallt, und der Mann am Pfluge höher geachtet wirb, da (c schafft, als der KrtegsiNqnn, da er zwftöoi: so seiest Du nschr verurteilt. Sondern geh» »och einmal nwch der Grw zurück, ^wandte »och einmal M* Straße des Leben» bork nrt«tt , aber in der Hülle «Hfc» emfschen Land»,ans, über dessen Lebe», Fanwlte Mb Hob» ft» Mut», wie Dll warst, m Schieckin «rd Schmerzen bringt, wie Du sie über Millionen gebracht. Do 'ßditß Du b« wahre» Werth der prahlerische» Held«»- thott», wetch» di» Miusthe« mit glänzendem Wieder an. „Du hast, Eigenschaften, die »er