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Jüdisches Volksblatt · 1861-01-01 · 12 (1861) · p. Seite 48

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
8 (1861)
Issue
12 (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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48 Ruhme umgeben, empfinden, und dem fluchen, der thot, wie Du tharest. Und Deine Strafe sei, daß Du das Dewußtfein, Alexander gewesen zu sein, mit Dir nehmest, ohne ti jemals verrathen zu können. Da werden die Qualen Deine- Geschick- Dein Herz doppelt zerreißen — aber wenn der Herr Dein Ende abermals-Lestimml haben wirb, wirst Du gefihnt und gelautert hierher zurückkehren." — selben zu Gunsten des prächtigen israelitischen Tempels dieser Stadt; worüber er auch an den Synagogenvorstand schrieb, damit derselbe nach seinem Tode diese von seinen Erben reclamirea könne. Die Israeliten bezeugten ihre Dankbarkeit durch eia warmes Schreiben und wollen die sechs Lampen in ein« einzige zusammenschmelzen und eine Inschrift auf dieselbe graviren lassen, welch« den Namen des großmüthigen Testators der Nachwelt zu dauernder Erinnerung erhalte. (Xrcd. i-r. de Pr.) i Curiosa. ^Dor Kurzem wurde das jährlich« Stiftuagsmahl des Vereins zur Unterstützung jüdischer Studirenden in Berlin gefeiert, bei welchem reichlich« Sammlungen zum Besten des Vereins veranstaltet zu werden pflegen. Unter Anderem warf ein bekannter Israelit in das Sammelbecken eine goldne Medaille, welche auf Mendelssohn „Phädvn" im vorigen Jahrhundert geprägt worden, und auf der einen Seile da- Lildniß des unsterblichen Philosophen, auf der andern di« Gestalt des Phävon zeigt. Diese Medaille hat einen erhöhten Werth dadurch, daß sie im Besitze Humboldt'- gewesen und auS dessen Nachlaß von dem Spender gekauft worden. Die Medaille wurde nun, nachdem da- Mahl zu Ende war, unter den Anwesenden versteigert, und einer von diesen erstand sie für die Summe von ILOThlr. Als sie ihm eingehandigt worben, überreichte er sie al- Geschenk dem miranwesenden — Berthold Auerbach. Zu den Eigenthumlichkeiten unsrer Zeit gehört es auch, > daß, während in der Regel die Christen ihre Antipathie! gegen geraufte Juden durchaus nicht verlieren, erstenweil sie Juden sind, und zweiten- «eil sie auch das nicht mehr haben, was die Juden in ihren Augen achtungSwerrh macht— j die Glauben-treue, hingegen die Juden gegen di« abtrünnigen > Juden da« freundschaftlichste Gebühren zeigen. Ein N. ■ N. zeigt künstlerische Begabung; et wird von Juden gefordert, unterstützt, ermuntert; seine ersten Erfolge hat er diesen zu danken. Kaum fühlt er sich etwas — wird er katholisch. Aber er kommt dennoch auf keinen grünen Zweig. Zu wem nimmt er seine Zuflucht? Zu den Juden. Und dies« i Sie rhun als ob gar nichts vorgefallen, fstireu, subveationiren, claquiren ihn wie vorher. Ist das Menschenliebe? Ober ist das Verlust an allem Selbstbewußtfein? Ist es gar nicht-, von einem Dritten seine Religion verläugner, sein« Abstammung verworfen zu sehen, und — als ob dies Nichtwäre, ihm zu hosiren? Anekdoten. Ein frommer jüdischer Kaufmann wär mir einem seiner Handlungsdiener auf Reisen. Letzterer, wohl wissend, daß sein Principal gegen Einen, der nicht Frilin legt und die religiösen Gebräuche überhaupt nicht achter, im Vertrauen schwanke, wollte sich den Anschein der Frömmigkeit geben und ersuchte daher feinen Cheff, ihm die Ftilin zu leihen, vorgebend, er hätte die feinen zufällig vergessen. Der Principal gab sie ihm trotz der Ueberzeugung, daß sein Diener, den er schon kannte, davon keinen Gebrauch machen würde. Wie er die Frilin zurückerhälr, öffnet er da- Beutelchen und einen Blick auf die Frilin werfend, sagte er mit verstelltem Unwillen: „Ihnen soll man aber auch was borgen; kommen Sie mir nur noch einmal; Sie haben mir die Ftilin doch ganz und gar verwickelt und verknüpft!" — „Was?" versetzte rasch der Diener, „hol' mich der T—, wenn ich sie auch nur einmal berührt habe!" — Livorno (Italien) hat sich soeben folgendes Be- »erkeaswerrhe begeben, was einen tiefen Eindruck hervor» gebracht har, und einen lebhaften Wiederhall bei allen Freunden des Fortschrittes und der allemeinen Brüderlichkeit finden muß. Ein Christ, der Graf Spanocchi besitzt sechs silberne Lampe«; er verfügte testamentarisch über die- Ein polnischer Jude, der mit einem 8 - er Geschäftshaus« unter der Firma „Kuh und Comp." in Verbindung stand, war gestorben. Sein Sohn übemahm das Geschäft; er wollte bie Beziehungen mit fraglichem Geschäftshaus« fortsetzea, und da ihm dessen eigentliche Firma nicht ganz im Gedachtniß lag, wählte er eine ttemlich annähernde, ebenfalls aus dieser Thiergattung. Der tzrief wurde von einem gewitzten Briefboten richtig besorgt? — Einige Zeit darauf erschien der Pole persönlich bei Herrn Kuh. „Sie beliebten wohl mit der Adresse einen Scherz zu machen", stellte ihn dieser zu Rede. „ Gott behüt', erwiederte der Pole naiv, „ich had' gewußt, Ihr seid e Beheime (ein Rindvieh), nur Hab' ich nicht gewußt, was für eine." Allgemeine Zeitung des Judeuthums. No. 11. 1861. Leiteode Artikel: Die Stellung des Judeuthums in Preuße«.—Wochenschau: Italien. — Schweiz.— Oesterreich.— Tunis. —- Die allgemeinen und die Schulverhälwiffe in Ungarn. — Warschauer Vorgänge. — Polemica. Zeitungsnachrichten: Rußland: Schaulem. Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung Jährlich 3 Thal», vierteljährlich % T Haler. Verantwortlicher Redakteur: A. 1 Sectef mb vaa«Hsrt»e« « »chsaawauoi» «es *vc»|iag i» sei»»». J

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