Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
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39 der Anblick de- Gewehrs» in feine- Herrn Hand erregt in ihm die dunkle Vorstellung der Gefühle, die früher mit dem Gewehr vergesellschaftet waren. So lernen Rind und Pferd gewisse Bewegungen mit der Stimme und Gederde de- Menschen verdinoen; so kommen die Zische, die dümmsten der Thiere, auf ein gewisse- Zeichen zur Külterung herbei. Alle derartige Combinationen sind naturwüchsig und etwas ganz Andere-, aljenegegenseitige freie Wir ken der Vorstellungen auf einander, wonach der Mensch die Beziehungen der Dinge erfaßt, da- Gesetz der Lausalirär erkennt und audem Gegenwärtigen nicht nur für das Vergangene, sondern auch für da- Zukünftige Schlüsse zieht. Ww finden in dem Tdiere kein Vermögen, seine Gedanken zu beobachten und zu ordnen, keines, die Vergangenheit wülltürlich in sich hervorzurufen und darüber zu refleniren. Das Thier hak Gedächrniß, allein das freie Erinnerungsvermögen gehr ihm ad. Es fehlt ihm endlich die Fähigkeit, di, Omg» mit einander zu vergleichen; vergleichen aber ist bi, höchste Seclenfunrtion; denn da« Urs theil ist bas Ergedruß der einfachen und der Schluß dasjenige der doppelten Vergleichung. Aus der Vergleichung gehr der Satz d,s Mi derfpruchhervor. „In dem einfachen Satze: Schwarz ist nicht weiß" — sagt der scharfstnnig, Eobridge — „concentriren sich alle Geisteskräfte, die den Menschen vom Thiere unterscheiden/' Nähme man mir gewissen Schriftstellern an, daß das . Thier vergleicht, überlegt, schließt: so müßten wir's für ein vernünftiges Wesen erklären, da» durch Erfahrung in der Erkenntniß fortzuschreiten vermag, dafür seine Handlungen moralisch verantwortlich ist; kurz, baß Mensch und Thier auf gleicher Stufe stehen. Der Mangel überdies «ner artirulirtea Sprache, oder de- Systemallgemeiner Zeichen macht es dem Thiere unmöglich, einen einzigen Bernunftact auszuführen. Das Medium. Verlangen und Empfindungen mitzurheilen, ist fteilich nicht dem Menschen ausschließlich eigen, obgleich er'- in weit höherer Vollkommenheit, als die Thiere, besitzt. Jede Gattung der geselligen Thiere hat eine Art Sprache, wie mangelhaft sie auch sein mag. „Wenn wir" sagt der Verfasser der Episoden au» dem Jnsektenleden, „den geschäftigen Arbeiten eines Ameisenhaufens zusehen, wie sie, einander begegnend, di« Kopfe zusammenstecken: so können wir uns des Gedankens nicht erwehren, daß sie sich so etwa-, wie „guten Tag" zuraunen." Und wenn der Morgen den geflügelten Sängerchor weckt, so scheinen sie, einander ihre Fceude zu erzählen. Wenn aber auch die Thiere eine Sprache haben, die zum Ausdruck ihrer Ewpfindungea genügt, so fehlt'- ihnen doch an Worten, „diesen Schalten drr Seele, diesen lebendigen Tonen." Worte sind Symbole der Gedanken und können al- Offenbarung der Menschenseele angesehen werden. Dadurch unterscheidet stch die Menfchenfprache von der Thiersprache; ohne dieses System allgemeiner Zeichen würde der Vernunftproceß in's Stocken gerathen. 1) Der Begriff Instinkt ist so adgegrenzt, daß er alle automatische Thättgteiten, betreffend dle einfachen Vorrichtungen de» organischen Redens, ausschließt. 2) Er schließt alle Operationen des Verlangen» und Begehrens aus, da diese nur die unmittelbare Befriedigung zum Zwecke haben. S) Er besteht vor aller Erfahrung und Unterweisung; mit dem Eintritt in die Erscheinung ist er fertig und keiner Verbesserung, keiner fe nern Ausbildung fähig. 4) Sein« Gegenstände sind genau bestimmt und beschränkt. Ä) Innerhalb seines streises erscheint er »ft als die höchst« Weisheit, darüber hinaus zeigt er fich lhörichk und unbeholfen. Ö) Ohne Bewußtsein der Zukunft, sorgt er für sie durch die verwickcltesten urd mühsamsten Mittel. 7. Er vollbringt ohne Absicht ober Bewußtsein wichtige und zweckmäßige Operationen. 8) Er ist in jeder Gurtung dauernd und vererbt sich al- Naturgut auf die folg nden Geschlechter. 9j Die wenigen Ben oderungen in feiner Thätigkeit entspringen au« der Entw ckelung der fürforgenden Anlagen und aus der blinden Nachahmung. kV) Der Instinkt ist n den Lhieren nicht der fteie und bewußte Besitz ihrer 4r(b<£ 11) Die den Operationen der Vernunft im Menschen scheinbar ähnlichen Kundgeouagen de« Instinktim Thiere sind dennoch wesentlich davon unterschieden. Das ist ungefähr All^s, was wir zur Lösung dieser schwierigen Aufgabe deizubiringen vermochten. Noch aber ist der Schleier, der diese- Geheimn'ß bedeckt, nicht vollständig gelüftet; und ob ljas jemals einem Sterblichen gelingt; ob wir jemals den Faden finden, der uns in dre, feinnerste Heiligthum der Natur sicher leitet — darüber mag die Zukunft entscheiden. Der Ahnherr der Freiherren ».Rothschild. Nach HLrliv mirgethe Al« im Jahre 1792 Gebiete des Kurfürsten^ dieser genöthigt zu fliehe Frankfurt a. M. lernt« er Rothschild kennen 2 aber wegen seiner Rechrsct lt von Alexander ElsLßer. die französische Armee sich dem on Hessen-Kassel näherte^ war Auf seiner Durchreise durch den dortigen Bankier Moses') er Mann war zwar nicht reich, affrnheir und Klugheit im destm Rufe, weshalb ihm der kurfürst einige Millionen Thaler in Goto und Juwelen jl^r Verwahrung andvt. Der Jade wollte sich nicht gleich dazu versieben, allein der Kurfürst beredete ihn, und ließ ihm den Schatz, ohne auch nur «inen Empfangschein darüber zu verlangen. Kaum hatte Rothschild den Schatz in seinem Garten verborgen, als die Franzöfen in Frankfurt einmarschirten. Um den Schatz des Fürsten zu retten, gab Moses den plünoernden Feinden sein eigenes Vermögen Preis. Sodalo die Ruhe wieder i, ergestellt war, fing Moses sein Geschäft als Bankier und Geldwechsler wieder an, Anfangs nur klein, dehnte es a^er mit Hilfe des kurfürstlichen Schatzes immer mehr au», so daß er bald für einen der solioesten und reichsten Banfter galt. Als nun der Kurfürst 18V2 i» seine Staüten zurücktehrte, kam er wieder durch Frankfurt und suchte Rothschild auf. » £*A wahrscheinlich Hfcm. - A |■!■- — -