Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 8 (1861)
- Issue
- 9 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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35 1 <m die Spitze Deutschlands getret«P, daß dieses sich an ihn zu halten vermöge, welche Ungewitter sich ihm auch bereiten mögen, ist dadurch an Machtstellung, an Kraft,- an Ansehen gewachsen, und alle- Dies mit verhältnlßmäßigen, nur geringen Kämpfen und Opfern, ohne daß die Entfaltung des gewerblichen und geistigen Lfbenwesentlich gestört worden, ja so, daß gerade die Hindernisse, die dennoch zu überwinden waren und zum Theil noch sind, die Kräfte geübt und gestärkt, da- Bewußtsein de- Volke- und seiner Führer entwickelt und so di« Summe der Wei-Heit in der Gefammrhelt unsre- Volkevergrößert haben. — Und neben diesen großen Resultaten, welche der Regierung deverewigten Königangehören, bedenken wir — wafür de- Menschen Werth so entscheidend ist — welcher Wille in ihm lebte! fürwahr, Niemand wird diesen anrasten. Er wollte ster- und ganz und gar da- Äeil seine- Volke-, da- Wohl und den Glanz de- Vaterlandes, die Stärke und Größe de- Staate- — nicht für seine Person, diese zu verherrlichen, dieser Ruhm zu vergrößern — sondern für da- Daterland und den Staat! Wie er auch die Dinge angesehen haben mag, sein Wille, sein« Äbsicht war stetgut und fromm und heilig, stammte auseine- Herzen- Tiefen, auseine- Gemütheinnersten Kammern! Dapim, wie die Zeit dahingehr, und die dahingehende Zeit die Schwächen bedeckt und schwinden läßt, und da- Licht stärker und Heller erglänzen macht, wird da- Andenken de- Königimmer leuchtender werdm, wird die Geschichte seinen Ramm auf eine der strahlendsten Selten eingezeichnet haben, wir aber betrauern seinen Heimgang aufrichtig auch al- Preußen und auden Saiten unsrer Seelen tönt e-: „hoch wölb« sich der Grabe-hügel über 3hm, sanft seien Ihm de- ThaleS Schollen!" III. Wir stehen, denken und fühlen am Grabende- Königdrittenal- Israeliten. M. Fr.! Ihr wisset, daß dem Zudenthume voll jeher Aweisacheeingeflanzt war: einerseits eine tiefe Ehrfurcht vor der Würde der Krone, dir in ihrer Machihöhe und Inhaltsschwere al- «in Abglanz der göttlichen Majestät erschien, die der Herr gewürdigt auf ha- Haupt eine- Sterblichen zu legen; andrerseits daß man an der Gruft eine- Geschiedenen kein äg-ptische- Todtengericht halten dürfe, denn da- Gericht ist Gotte-, sondem zum Lobe de- Verewigten sagen müsse, wasich irgend — ohne Verlegung der Wahrheit — sagen ließe. Aber auch ohne die Beachtung dieser Vorschriften können wir Israeliten nur Mit dankbarer Erregung auf die Regierung deverewigten Königzurückblicken. Za, wer da weiß, daß im Leben, in der Wirklichkeit die großen Erfolg« niemalim Fluge erobert, die Hosstnmgen nicht mit Einem Male erfüllt werden, der wird am meisten sich überrascht fühlen von Dem, wageschehen. Und ja, auch heute können wir dessen ruhig Erwähnung thun, denn di« Sache der > Juden ist nicht blodie Sache dieser, sie ist Sache der Gewissensfreiheit, dieseköstlichen Kleinodunter den Errungniffea der Neuzeit. Denn nicht auf un-, nicht auf unserer Abstammung ruhte die Last der Ausschließung, ba- Joch de- Drucke-, sondern auf unserm Glauben allein — denn wer diesem abtrünnig ward, hatte sofort die Füll« der Freiheit. Und nun pinntet man sich, welche Stellung die Bekenner de- Judentht^nin Preußen einnahmen, und welche heute. Damalbestanden noch in voller Gültigkeit in unserm preußischen Vaterlande 2'£ Judengesetze, in jede» Provinz mehrere verschiede««, bald drückendere, bald freiere; wir durften von einer Pwjoinz nicht nach der andern verziehen, in einige Länberstfiche gar nicht, oft nicht von Stabt zu Stadt; mehrere Gewerbzweige waren unnoch versagt, der Erwerb von. Grundstücken in einigen Theilen noch ganz und gar, von GrnatSLmrern waren wir biauf. dakleinste ausgeschlossen ^Akademien, Universitäten waren un« gänzlich verschlossenund gegenwärtig, unsere Gleichberechtigung mit allen aoldexn Bürgern ist unin der Verfassung verbrieft und beschworen, alle jene Schranken sind gefallen, Ein Gesetz, Ein Rocht ist auch für un«, wovon wir noch au-geschlo Isen werden, geschehet wider die Verfassung durch künstliche Au-k^ung, wider die Mehrheit der Volksvertreter, also d- Volte«. So Großeist für die Sache der Gewissen-fteih« it in zwei Jahrzehendeu geschehen, audem vollen Mittelalter mitten in dir fröhliche, fteie Zeit hinein! Wer dieüberblickt, der vergißt zu denken an Einzelheiten, die schmerzten, an kleinere Ereignisse, die krankten, er ist erfüllt von der Erhabenheit do- Zurückgelegten, de- Erreichren, de- Vollbrächte^! — Und gedenken wir hierbei selbst der Persönlichkeit boverewigten Monarchen selbst. Er hatte einen großen Gedanken von und mit Israel — nur daß dieser Gedanke dem Geiste der Zeit, den Forderungen deneuern Staate-, der Wünschen Aller widerhrach. »underbar erhalten durch Gott, erhalten in seiner Besonderheit, in seiner Rationalität, emuß dieder Wille Gott« - sein, erhalten wir fie auch Israeliten eine gesonderte, aber besonder« Vertretung in Stadt hre Gemeinden mit besonderen Institutionen au- — bieö war der wohlwollende, fteie Gedanke de- König«. Ab r kaum hatten di« Juden^ftkdst, piefer an sich schönen Idee mit olgenreichere Ausschließung und würde, sich an den König mit der Bitte gewandt, diesen 1 Man nicht au-zuführen, sondern un- Söhne de- BaterlanleS, Glieder de- Volke-, unbeschadet unsre- Glaubensind religiösen Gesetze-, sein zu dreich auf— und so entwickelt« . Schritten. m-, m. Kr., Gefühle und Geunfrerseit«, geben wir den berechtigte Stellung, eine und Staat, rüsten wir im Vorgefühl, daß aus der Zelt -ine neue, noch Benachthekligung erfließen lassen — so gab er ihn hu sich da- Besser» in raschen So vereinigen sich ip Nach d Selig, wer Treu die schwech Au dem Licht Wirst er ab, w Jedes Wehe, Schwindet vor Ja, e« lösrn Bor des Himmft!«, es weichet danken de« Menschen, de- Preußen, dt- Israeliten zu Einem nken. der Trauer da, wo wir Gefiihle und Einem Ged« heute stehen, am Grade K iednch Wilhelm'- IV., daß wir autiefbewegten Herzen sprechen: sanft seien ihm de- Thale- Schollen! - Amen. r Predigt, treu vollendet, f Pflicht geübt, I ittanf gewendet, adrückt, betrübt e Last des Grabe« Rast. dr jep sich di? Schatteu » klarem Acht, jed'