Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1860)
- Issue
- 47 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
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187 \ völligen Mangel von Unterscheidung zwischen den organischen LedenSthfftigkeiten und den Seelenthatigkeitea. Jene alle haben ein^ äußerliche Anregung, und eine äußerlich« Wirkung, die «an Nachweisen kann; die höheren Seelenthätigkeilen ade» gehen unmittelbar aus sich selbst heraus und verbleibm^in ihren Probutten in sich selbst. AuS einem gehörten /Tone geht kein anderer Ton hervor, au« einem gesehenen VjNegenstande geht kein andrer gesehener hervor, aueinem Theile ChymuS geht kein andrer EhymuS hervor. Wohl aber gehen aus den Vorstellungen Unheil«, aus den Urtheilen Schlüsse hervor; ein Gedanke ist die Mutter andrer, und eine Menge Gedanken reiht sich zu einem letzten Resultate zusammen, da« sich unabhängig hinstellt. Dies.beweist die völlig verschiedene Rarur der Leben-- und Seelenthärigkeiten. Die Tätigkeiten der Seele bilden ein eigene«, abgeschlossene- Reich, das zwar von den äußeren Einflüssen influirt wird, und wiederum nach außen influirt, demun- -g,achtet für sich besteht, und in seinen Gebilden mit der materiellen Welt nicht« gemein har. Die ganze Existenz de« Gedanken« har daher ganz andre Eigenschaften als ein materiell,- Gebilde, und schon, daß er fertig existiren kann, ohne im Bewußtsein zu weilen, bis er zur Zeit wieder ' einmal hervortritt, zeigt, baß hier ein dem Materiellen Entgegengesetztes vorhanden ist. Eo sehr sich daher auch die! Physiologen sträuben, so kann doch bei genauer Untersuchung, wenn wir die entgegengesetzten Erscheinungen de« Körperlichen und Geistigen erwägen, nur i 3) Geltung erhalten: daß die Seele ein separate«, im-; materielle« Princip fei, da« im Organismus, namentlich im; Gehirn wohnt. Seele und Gehirn stehen daher zwar in j einem engen Zusammenhänge, die Seele ist abhängig vom ' Gehirn, aber nur während de« Leben« de« Organismus. Mit dem Tode wird die Seele frei, und dauert in selbst-; ständiger Existenz fort. Wir sehen, daß in der Pflanze! Leben ohne Seele, ebenso im Thiere Leben nur mit einem Analogon von Seele ist, im Menschen Leben und Seele, ohne daß die Entwickelung de« Organismus im Menschen eine so verschieden höhere Stufe im Vergleich j zu den auSgedildeteren Thieren eingenommen, baß hieraus! daS Dasein der S«le erklärt wäre.' Da« Gesonderrsein de« Leben« und der Seele ist damit gegeben. Darum müssen allerdings Beschaffenheit und Veränderungen de« Gehirns auf das Seelenleben einwirken, ebenso aber auch wirkt da« Seelenleben auf da« Gehirn ein; aber die Thätigkeir der Seel« ist keine Function de« Gehirns, sondern eine für sich bestehende, die Behufs ihrer Verbindung mit dem Körper das Gehirn zum Organe hat. Moses als Kind. Ein schönes Kind war Mose«, stark und schön, Wie man im Heidenland nie gesehen. Bathija selbst, bi« edle Retterin, Pflegte da« Kind mit mütterlichem Sirin, Denn seinen Geist hat Gott in sie gesenkt Und ihr Gemürh auf Israel gelenkt. Daß sie, gerührt von seiner Herden Bürde, Da« starke Werkzeug der Erlösung würde. n Einst wiegt ihn Pharao auf feinm Knie n, Wie seinen Enkel, herzt und küßt er ihn; Da springt der Knabe plötzlich auf, er raubt. Die güld'ne Krone von de« König« Haupt, Und rollt' sie wiej im Spiel die Erd' entlang, Daß all' der Tand in lausend Scherben. st»r«ng. Entsetzt erbleicht her König, und berufen Wird schnell der StaalSralh vor de« Throne« Stufen. E« nahn die weisen Dreie. Hiob kam Und Jetto, Hand in Hand mit Bileam. Der Lügenpriester ttat zuerst hervor Und sprach in Bösem vor de« König« Ohr: Der Mann der greift «ach meine« König« Krone, Ihm werde Tod, zwiefacher Tod zum Lohne! Und über 2«tro kam der Geist de« Herrn; Er sah de« eig'nen Hause« künft'gen Stern, Den Stern de« Volks in diesem Knaben hi«, Und sprach: „Was hüls e-, großer König, Dir, Ein Kind zu röd^en in der Flammenglurh, Da« noch nicht ßvnderr zwischen bös und gurk Zum Zeugniß deß rief er die Dienerschaar: Zwei Räucherpfannea bringet eilenddar, Mit Gold die eine bi« zum Rand gefüllt. Mit Kohlengluth die and're, Gotte« Bild, Und greift e« nach den Kohlen, so ist klar, E« ist deS UrtheilS, ist der Strafe dar. Bathija jauchzt', als sie die« Wort vernahm, Doch gifr'ge Blicke sprühte Bileam. > Da brachten zweie au« der Dienerschaar Die zween Pfannen eilenddar, Mir Gold die eine bis zum Rand gefüllt, Mit Kohlengluth die and«, Gotte« Bild; Und beide stellten sie vor Mose« hm. Der güld'ne Schein verlockt de« Kinde« Sinn. Doch ungesehen stelltsich ihm zur Seiten Ein Engel GotleS feine Wahl zu leiten. Und wie er nun die Gluth der Kohlen sthürl Mit bloßer Hand, da bleibt sie unberührt: Er holt die glühendste sich aus dem Grund Und steckt sie lächelnd in den Mund. So ward de« Kinde« Unschuld sonnenklar, Daß eS de« UrtheilS und der Straf« bar. Doch von der Zeit, so spricht die heil'ge Kunde, Ward ihm die Zunge schwer in seinem Munde. M. Veit. Der König David. Einst fragte König David Gott, dm Herrn: „Warum erschufst^ Du Svinnen auch und Fliegen, Die niemals nützen, ja sie schaden nur;" „„DeS Bessern will ich Dich belehren!"" scholl Ihm au« den' Wolken eine Stimmt zu. — Al« David von dan Hügel Hachile Sich wagt' um Mitternacht in'« Lager Saul'S, Und Speis und Wasserbecher still ihm raubr^. Konnte er au« Abner'S Füßen, der bei Saul Zm Schlummer log, den rechten Fuß nicht ziehen, Denn thar «r'S m^r Gewalt > so hätte ec Abnern