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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 47 (1860) · p. Seite 188

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
47 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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188 <£n»,dt und sich in Todesnoth gestürzt Da wollte Gon, daß ein« Flieg« zart Den Adner stach und er den Kuß znrückzog, Zorrschlummernd. David stoh und dankte Gott. — Doch Saul verfolgt idst überall, sogav Bi« in die Wüste. Sich zu retten, kroch Jetzt David in die fernste Höhle. G«tt Landl' eine Spinne flug«, di, ihr Änved« Ring« um der Hohle nieder» Eingang «ob. „Hier ließen ihn die Spinnen nicht hinein! Rief lachend Saul und ging fürbaß. O Glück! Doch in den Staub sank David hin: „Dergieb? De« Bessern ward ich schnell belehrt, Jehova! Nie koinm ein Zweifel wieder in meist Herz! Luch Spinn' und Fliege nützen; ich Erfuhr'«. Was Dir;u rbua gefällt, ist gut ustd weist. Fr. Hang. bediene, doch niemal« al< eine Cultulfache, sondern al< | Geschäft angesehen werden könne. Die«, von einer entgegengesetzten Ansicht ausgehende Erkrnnrniß de« Borderrichter« hat jene Vorschrift, so wie de« §. 177 ebendas, durch unrichtige Anwendung auf Fälle, die darunter nicht begriffe» sind, verletzt, dasselbe leidet daher nach Artikel 107 de« Gesetze« vom 3. Mai 1832 an einer Nichtigkeit, weshalb e« nach Art. 102 ebendas, der Auf» Hebung unterliegt. In der Sache selbst kann der Angeklagte au« den vor, stehend angessrhnen Gründe« einer unbefugte« gewerbesmäßigen Vermittelung von Geschäften refpeckive llehemahme von Aufträgen odn, polizeiliche Erlandniß in den Jahren von 1837 di« 18tiO, nicht für schuldig erachtet werden und war deshalb, wie geschehen, von Strafe, so wie nach §. 178 der Verordnung vom 3. Januar 1848 von Kosten freigesprochen.. Konigl. Appellation«-Gericht^zu N. C u r i o s u m. Ein jüdischer Vorderer batte, wie oft zu geschehen pflegt, mehrere Male den Eheprocuraror (Schadthea) gemacht, und dafür die au-beduagen« Belohnung theL« erhalten, theil« zu forbern. Al« er im letzteren Falle stln Geld »erlangte, klagte ihn der Betreffende an, worauf «r vom Gerichte zu 23 Tdalern Strafe und in die Kostest verurtheilt wurde, > und zwar wegen unbefugten Gewerbebetriebe«. Der Derurtheilr. wandte sich an de» Herausgeber d. Bl. um ein Gutachten, welche« dahin auSsiel, baß d«l der Zerstreutheit der jüoischen Familien, bei der Geringzflhligteir der meisten jüdischen Gemeinden ein» Vermittelung von Heirathen durch Männer, die sich eine Kenntniß vieler. Familienverhälmisse erworben, gar nicht zu entbehren sei, stnd daß e« daher ein sehr alter Usus unter den Juden sei, daß sich namentlich d.ie Vorderer mir dergl. Vermittelungen beschäftigen, und bei günstigem Erfolge für ihr, Bemühung eine Entschäbi. gung erhalten. Der Vorderer wurde hierauf vom LppellakionSgericht» freigesprochen. E« wird viele interessiren, den Wortlaut de« Erkennmiss,« zu lesen, f« lautere wie folgt: „Oer jüdische Lehrer N. ist auf Grnnd -der §§. 49 und 177 der allgemeinen Gewerbe-Ordnung von 17. Januar 1*43 der' unbefugten gewerdSmäßigest Vermittelung von Geschäften ohne die dazu erforderliche polizeiliche Concessson gehabt zu haben, angeklagt, indem re nämlich in mekrern Fällen gegm Belohnung Heirarhen unter Personen jüdischen Glauben« zu Stande gebracht haben soll. Er har die« auch nicht bestritten und von dem Vorderrichter ist, auf Grund seine« Geständnisses al« erwiesen angmommen, baß er in drei Fallen, — Eben vermittelt, wofür er Entschädigungen tdeil« gefordert, tbeil« sich habe versprechen lassen und daß, wenn e« auch, wie der Angeklagte unter Berufung auf da« Gutachrm de« Rabbiner Dn Philipps»»» zu Magdeburg behauptet hatte, üblich sein nwge, daß jüdische Ehen durch Vermittelung dritter Personen! Kerbeigeführt werden, beziehungsweise man sich dazu in der Regel jüdischer Lehrer Notizen des Tages. In Berlin ist der alte, ehrwürdige Rabbiaatsver- »efer Oettinger im 81sten Lebensjahre, nach mehr al« 30jahriger Function an Altersschwäche verstorben. Er war eine große ralmudische Capacirar und ein liebenswürdiger, uneigennütziger, friedliebender Charakter, ein Orthodoxer der edelsten Art! Friede seiner Asche! — Unter Garibaldi dienen 127Judm at«Freiwillige. — In Bologna ist ein Israelit zum Professor der Geschichte der Medicin an der dortigen Universität ernannt worden. — Die von Garibaldi veröffentlicht»- neue Constitution für da« Reich beider Sicilien gewährt den, au« diesen Ländern Jahrhunderte lang ausgeschlossenen Israeliten freien Eintritt und freie Religion«üdung. — Ja Lima in Südamerika hat sich eine israelitische Gemeinde vollständig coastituirt. — Fuad Pascha hat in Damaskus diejenigen Jsraelitm, welche, beschuldigt an den dort verübten Gräueln Antheil genommen zu haben, im Gefängnisse waren, entlassen, weil ihre Unschuld und die Falschheit der Anklagen erwiesen worden. Allgemeine Zeitung des Judenrbums. fto. 4<» IHtiO. Leitende Artikel: Die ilrarlmiche Bidelanstalt.— Die syrischen ^uden. — Die jüdische Ssmie üi Preußen. — Literarischer Wochenbericht. j Zeitungsnachrichten: Palästina: Jerusalem. Deutschlaad: Au» Bayern, aus Württemberg, Frankfurt am Main. Preußen: Ellrich, aus der Mark, aus dem Kreile Beutden. Pleß Lefterreichischer Naiierstaar: Brünn, RikolSdurg. Rußland: Mitau Sorten: Paris. M3T Zu dezieben durch jede» Postamt und jede Buchhandlung I Iädrlich 3 Tbaler, vienrljäbrlich */* Ldaler. s<tU| »ob du . Verantwortlicher Redaeteur: 5t. Näds. ■ imia'i V«vb«»rl,,, ii — Druck »ob 9. JttofiM ** keWÜ« j

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