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Jüdisches Volksblatt · 1860-01-01 · 46 (1860) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1860)
Issue
46 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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183 Wechstlverhälmiffe stehn». Eine Leidenschaft tritt hervor und erregt eine Menge von Organen, unter diesm besonder« Eingeweide, und unter diesen wieder vorzugsweise dasjenige, welches für Reizungm besonders empfänglich ist. Wird umgekehrt rin Eingeweide zuerst erregt, so kann die Erregung auf daS Gehirn übergehen, Affecte und Leidenschaften kommen dann zum Borschein, vor allen jedoch diejenigen, zu welchen das Individuum von Rarur hinneigr. Man hat nun auch gesucht, über die Functionen der einzelnen Hirntheile etwas festzustellen. Allein die Schwierigkeiten sind hier zu groß und die Beobachtungen noch zu sehr widersprechend, aldaß wir unsere Leser mit Hypothesen unterhalten sollten. Entfernung de« großen Gehim» dringt Stumpfsinn, Sopor, Verschwinden de« Gesicht«, de« Geruch«, dann der freiwilligen Bewegung und de« Gehörs zuwege, wenn auch da« Thier noch monatelang lebt. Allerdings bleiben noch Spuren der GeisteSthätigkeiten zurück, allein, wenn e« gewiß ist, baß die verschiedenen Theil« pe« GehimS fämmtlich für da« Seelenleben Organ sind, so kann auch ein Theil dcn andern vertreten, aber nur in sehr schwacher Regung. — Ein Thier, welchem das klein« Gehirn genommen worden, bleibt seiner Sinne mächtig, e« verfallt nicht in Schlafsucht, frißt srlbstständig und bemüht sich, einem drohenden Streiche au-zuweichen. Hingegen ist eS gewiß, daß da« kleine Gehirn da- Hauptorgan fei, welche« die bewegende Kräfte regelt und zur Ausführung geordneter OrtSbewegungen befähigt macht. — Da« verlängerte Mark steht besonder« der vegetative» Sphäre vor: so ist es gewiß, daß die unwillkürlichen Bewegungen de« Athmen« vom verlängerten Mark auSgehen. Bei Schonung desselben kann man alle übrigm Theil, de« Gehim« mtfemen, ohne die Arhemdewegungen zu unterbrechen, bagegm paralysitt eine Zerstörung de» verlängerten Markes sie plötzlich. — Der Einfluß de« GehimS auf die Bewegungen de« Herzenwird durch die Veränderungen de« Pulse« bei GemüthSbewegungen am sichersten bewiesen. Der fast beständige Begleiter der Himentzündungen ist ein überaus schwankender Puls. (Schluß folgt.) Die drei Meisterstreiche. (Humoreske nach dem Midrasch.) Ein Mann ward einst im fremden Land Bon Krankheit übermannt. Und wie er nah sich fühlt dem Grabe, Giebt er Hem Gastfreund seine Habe: „Kommt einst mein Sohn in diese« Hau« Und filhrt drei kluge Streiche au«, So wirst Du sie ihm überreichen; Wo nicht: so bleibet sie Dein eigm!" Indessen hatten sie beschlossen, ES sollte keiner der Genossen Berrathen jene« Fremden Sohne, Wo seine« Vater- Gastfreund wohne. Und also ist der Mann gestorben Und hat daew'ge Hau« rrworbm. Der Sohn vemimmt die Trauerworte Und macht sich auf nach jenem Otte. Doch eh' er noch dahin gekommen, , Hat er auch jmm Plan vernommen. Wie er de« Weg vollendete hat j Und eben esntritt in die Stadt, 1 Stößt ihm! ein Tagelöhner auf. Der dürre- Holz ftrhr zu« Verkauf. „Mein Freund, ist diese- Holz Dir feil?" „O ja!" — „So trage diesen Theil Zu dem u«td dem! da« Geld ist hi«! — Geh nur vhran! ich folge Dir!" — Und wie d«r Eine geht.voraus, Kommt auch der Andre zu dem Haut. Kaum bat der Erste feine Tracht Dar jene« Manne« Hau« gebracht,; Spricht dieser: „Wer har Dir ^gerathen, Hier Deine Waare abzulatzen?" „Herr, ewar diese« Mann'« Verlangen, Der mir bl« daher nachgegangen!" — Da tritt der Herr de« Haust« vor Und öffnet dem sogleich da« Thor, Und führt ihn ein mir heiterm Blicke. ' DaS war da« erst« feiner Stücke. „Wer bist Du?" fängt der Hausherr an. „Ich bin l^er Sohn von jmem Mann, Den sie von hier vor wenig Tagen Zur ew'gen Ruhestatt getragm." Da grüßt, der Gastfteund ihn mir Freuden, Und läßt ein Gastmahl ihm bereirm. Dem Herrn des Haufe« aber war Ein. Söhnes- und ein Töchterpaar. | Run trug «an auf zuerst fünf große! — Gebratne Hähne in der Soße. Der Herr zu seinem Gast« spricht: * „Auf und vertheile da« Gericht!" „Herr, da«, ist meine Sache nicht!" — „Ei, rhu« doch nach meinem Willen!" „Je nun, so will ich ihn erftillen!" Er nahm da« erste Huhn sodann Und rheilt' e« unter Frau und Mann, Dann macht' er'« ebenso dem zweiten. Und gab'« den Söhnen hin, den beiden. Dann reich? er a«ch das dritte dar Entzweigerheilt dem Tochterpaar. Die zwei m!ch übrigen zuletzt Hat er sich Istlber vorgesetzt. Ein Jedex <sß sein Theil mit Schweigen; Der zweite die« von seinen Streichen. Beim Abendtschmause trug man drauf Auch eine fette Henne auf. | Der Herr spricht: „Theile die« Gericht!" „Herr, da« ist meine Sach« nicht!" i „Ei, thue doch nach meine» Willen!" „Je nun so | will ich ihn erfülle«!" Er schnitt zuerst dm Kopf herab. Den er sodann dem Manne gab; Dann nahm! er, wa« sich fand im Leibe Und legt e« j»or de« Wirthe« Weibe, Dann löst er auch di« Füße frei Und gab ton Söhnen hin die zwei, Dann nahm er auch da« FlÜgelpaar

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